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Insel Grafenwerth: BUND bleibt bei seiner Kritik

Insel Grafenwerth : Der BUND bleibt bei seiner Kritik an der Neugestaltung

Der BUND hat vor dem Verwaltungsgericht Klage gegen den Fortgang der Arbeiten auf der Insel Grafenwerth eingereicht. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die Stadt pocht auf das Gutachten und einen sorgsamen Umgang mit der Natur.

Noch keine Entscheidung gefallen ist im Eilverfahren, das der Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Kreisgruppe Rhein-Sieg, vor dem Verwaltungsgericht Köln gegen den Fortgang der Arbeiten angestrengt hat. Der BUND hatte Klage gegen die landschaftsrechtliche Befreiung für die Arbeiten durch den Rhein-Sieg-Kreis eingereicht. Es folgte ein Antrag auf sofortigen Baustopp. Das Gericht entsprach dem nicht, bat aber, keine irreparablen Schäden zu verursachen. Beide Seiten gehen aktuell davon aus, dass eine Entscheidung im Eilverfahren in Kürze vorliegen dürfte.

Die Einschätzung der Lage könnte konträrer kaum sein. Vorsichtig optimistisch im Sinne des Fortgangs der Arbeiten ist man bei der Stadt, die „mit Respekt vor dem Gericht und dem Verfahren“ keine Arbeiten ausführt, die nicht rückgängig zu machen seien, wie Fachdienstleiterin Carolin Böhm betont. Ohnehin gelte: Nicht Tief-, sondern Garten- und Landschaftsbau werde ausgeführt, samt ökologischer Baubegleitung. Genährt wird die Zuversicht auch vom Planverfahren selbst. So lägen dem Antrag viele Gutachten zu Boden, Flora und Fauna zugrunde, ebenso Beteiligung der Verbände im Naturschutzbeirat des Kreises. Gewollt sei eine „Balance zwischen Naturschutz und dem berechtigten Wunsch nach Naturerleben für die Menschen“, so auch Fabiano Pinto, Geschäftsbereichsleiter Städtebau. „Früher hätte man vielleicht breite Prachtboulevards gebaut, wie es ja die Promenade belegt. Heute ist man zum Glück auf einem anderen Weg.“ Dazu gehöre auch, dass die Südspitze alleine der Natur vorbehalten bleibe. Auch hätten nur zwei kaputte Bäume gefällt werden müssen, Neupflanzungen überwögen.

Gleichwohl befindet sich die Stadt in einem Dilemma, sollte es doch zum Baustopp kommen oder gar im Hauptsacheverfahren gegen den Kreis entschieden werden. Dann blieben nicht nur Fördermittel aus, sondern wäre auch Geld für bisherige Arbeiten und eventuelle Rückbauten in den (Insel-)Sand gesetzt. Achim Baumgartner, Sprecher des BUND Rhein-Sieg, geht davon aus, dass eine Entscheidung im Hauptverfahren erst in Jahren zu erwarten ist. Seine Hoffnung ruht auf dem Eilverfahren. „Der Kreis hat mit der Befreiung Erlaubnis erteilt, Natur zu zerstören“, so Baumgartner zum GA. Wie berichtet, hatte der BUND kritisiert, die Umgestaltung widerspreche Schutzzielen des Landschaftsschutzes. Auch Baumgartner geht davon aus, dass in Kürze mit einer Entscheidung im Eilverfahren zu rechnen ist. Das Gericht habe jüngst erneut Fragen gestellt, die darauf schließen ließen.