Zukunft des Menzenberger Stadions: Honnefer Vereine sehen sich als Verlierer

Zukunft des Menzenberger Stadions : Honnefer Vereine sehen sich als Verlierer

Die einen möchten lieber Kunstrasen, die anderen Naturrasen: Am Runden Tisch des Sports diskutieren Vereinsvertreter über die künftige Ausstattung des Stadions. Kritik üben sie daran, dass an dem Treffen kein Politiker teilnimmt.

Die Sportler blieben unter sich am Runden Tisch des Sports. „Wir hätten uns gewünscht, dass mehr Vertreter der Politik da wären – die Politik muss schließlich die Probleme lösen. Aber sie glänzt durch Abwesenheit“, meinte Marie-José Püllen, die Vorsitzende des Sportverbandes Bad Honnef (svb), bei der Zusammenkunft im Alten Standesamt.

Wilhelm Strohmeier, der Vorsitzende des Hockey-Clubs (HCH), bedauerte: „Sport hat in Bad Honnef keine Lobby. Selbst Leute, die jahrelang Vereinsvorsitzende waren, setzen sich nicht für den Sport ein.“

Thema diesmal: „Kunstrasen versus Naturrasen?“ Grundlage der Diskussion war das von Holger Fuhrmann Ende 2018 vorgestellte Sportentwicklungskonzept. Der Gutachter hatte empfohlen, es im Menzenberger Stadion beim Naturrasen zu belassen. Und da gibt es je nach Sportart unterschiedliche Interessen.

Hockeyspieler bevorzugen Kunstrasen

So wurde dem HCH, der sein Gelände wegen einer geplanten Bebauung verlieren wird, zu Beginn der Diskussion ein Kunstrasenplatz im benachbarten Stadion in Aussicht gestellt. „Kunstrasen ist auch allgemeines Spielniveau beim Hockey.

Der HCH mit seinem Naturrasen ist da die Ausnahme im Spielbetrieb. Unsere Jungs spielen überall auf Kunstrasen“, so Strohmeier. Es gebe auch Kunstrasen, der für die Kombination von Hockey und Fußball gleichermaßen geeignet sei. Wegen des Naturrasens würden längst HCH-Sportler in andere Vereine abwandern.

Klaus Katzenberger von den Sportfreunden Aegidienberg (SFA) und früheres Stadtratsmitglied meinte: „Für die Leichtathleten würden signifikante Nachteile durch einen Kunstrasen entstehen. Disziplinen wie Speerwurf und Diskus könnten nicht mehr durchgeführt werden. Bad Honnef als Sportstadt könnte ohne Wurfdisziplinen keine Veranstaltungen organisieren.“

Leichathletik besser auf Naturrasen

Bei den SFA sei seinerzeit, als der Verein den Kunstrasen im Rottbitzer Stadion aufbrachte, intern die Entscheidung gefallen, dort auf leichtathletische Wettbewerbe zu verzichten. Sollte nun auch im Tal Kunstrasen entstehen, geschehe dies zulasten der Leichtathleten.

Püllen befürchtete auch, dass der TV Eiche und der Leichtathletikverein Bad Honnef, die sich gerade wieder nach einem Knick berappeln, gefährdet seien, sollte Kunstrasen ins Stadion kommen. „Das bedeutet das Aus für die Leichtathletik. Ich bin für Naturrasen.“

Norbert Grünenwald von der Stadtverwaltung brachte den Gedanken in die Diskussion ein, ob der Kunstrasenplatz überhaupt so ausgelastet werden würde, dass sich der Aufwand lohnt – hatte doch der Gutachter auch einen Rückgang des Zulaufs bei Ballsportarten vorausgesagt.

Gefragt wurde auch, ob überhaupt durch den Verkauf des HCH-Grundstücks eine so hohe Summe wie erwartet erzielt werden könne. Und einer aus der Runde meinte: „Es ist besser, der Honnefer Süden wird bebaut und der Hockey-Club bleibt an seinem Platz.“

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