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Konzert im Kursaal: Honnefer Publikum feiert das Collegium Musicum

Konzert im Kursaal : Honnefer Publikum feiert das Collegium Musicum

Und am Schluss brachte das Collegium Musicum seine Zuhörer sogar "zum Schweben". Dirigent Rolf Beitzel versprach als Zugabe ein Bonbon. "Ich verrate nicht, was es ist, Sie werden es sofort wissen." Mit "Air", dem zweiten Satz der Orchestersuite Nr. 3 D-Dur, diesen fast sphärischen Klängen von Johann Sebastian Bach, entließ das famos aufgelegte Laienorchester das Publikum, das im Kursaal jede Minute dieses Konzertes genoss.

Bach (1685-1750) spielte dabei die Hauptrolle, aber mit Antonio Vivaldi (1678-1741) starteten die Musiker. Genauer: mit "Der Frühling" aus seinen vier Jahreszeiten. Ihm folgte Bachs Konzert für Violine und Streichorchester Nr. 2 in E-Dur. Für diese beiden Kompositionen hatten sie Theresa Lier als Solistin gewinnen können.

Schon 2006 hatte die Bad Honneferin mit dem Ensemble musiziert. Nun präsentierte sich die 22-jährige Violinistin noch gereifter. Mit fünf Jahren hatte sie sich nichts sehnlicher gewünscht, als Geige zu spielen. Ihr kleines Instrument hängt an der Wand des elterlichen Wohnzimmers und erinnert an Theresas erste "Streiche". Im Gymnasium Nonnenwerth machte sie Abitur, war aber bereits als Schülerin Jungstudentin: Mit 14 wurde sie in das Ausbildungsprogramm "Pre-College Cologne" der Musikhochschule Köln aufgenommen.

Seit 2011 vollendet sie als Vollstudentin am Standort Aachen ihre Ausbildung bei Skerdjano Keraj. Theresa Lier gehörte bereits der Deutschen Streicher-Philharmonie und dem Bundesjugendorchester an und unternahm mit ihnen Konzertreisen bis nach China. 2013 war sie Teilnehmerin am Aspen Music Festival. Nun also Bad Honnef und ein Publikum, das die junge Solistin feierte. Vivaldi soll in seiner Heimatstadt Venedig bereits mit zehn Jahren im berühmten Orchester der Basilika San Marco mitgespielt haben. Und die junge Geigerin setzte nun dem Collegium Musicum im Kursaal ein Glanzlicht auf.

Das Zusammenspiel gelang perfekt. "Es ehrt mich, dass ich zusammen mit dem Orchester auftreten darf. Es ist etwas Besonderes, in der Heimatstadt zu spielen. Ich wurde total nett aufgenommen", sagte die bescheidene Künstlerin, deren Berufsziel Orchestermusikerin ist. Dafür übt sie täglich vier Stunden.

Rolf Beitzel war voll des Lobes nach ihrem Auftritt: "Theresa wird ihren Weg gehen. Sie hat es dem Orchester leicht gemacht, es war ein Miteinander." Leicht gemacht wurde es auch dem Publikum: Vorgetragen wurde das Sonett zu Vivaldis "Frühling", das darlegt, was die Musik aussagen soll - zunächst auf Italienisch, dann auch auf Deutsch.

Nach der Pause, Theresa Lier saß mit ihren Eltern im Zuhörerraum, ging es wunderbar weiter. Zunächst spielte das Orchester das Stück "Antiche arie e danze per liuto" von Ottorino Respighi (1879-1936). Der italienische Komponist bearbeitete Lautensätze des 16. und 17. Jahrhunderts. Mit seiner dritten Suite brachte das Collegium Musicum das Publikum zum Träumen.

Und noch einmal Bach: das Brandenburgische Konzert Nr. 3, bei dem im zweiten Satz Tatjana Betz, die Erste Geige des Orchesters, das Violinsolo zelebrierte. Gast-Cembalist war Christoph Schwarz aus Königswinter. Zum Vormerken: Theresa Lier spielt im Oktober in der Oberen Burg.