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Energieversorgung in Bad Honnef: Grundschule in Aegidienberg erzeugt eigenen Strom

Energieversorgung in Bad Honnef : Grundschule in Aegidienberg erzeugt eigenen Strom

Die Bad Honnef AG starten gemeinsam mit der Stadt in Aegidienberg ein klimafreundliches Energieprojekt. Grundschule, Schwimmbad und Sporthalle werden von einem Blockheizkraftwerk und Photovoltaik versorgt

Global denken, lokal handeln: Auf kein Thema trifft dies so zu wie auf den Klimawandel. „Wenn man nicht selber etwas tut, ist das Klima nicht zu retten“, so Bürgermeister Otto Neuhoff. Selber etwas tun, das wollen die Bad Honnef AG (BHAG) als städtischer Energieversorger sowie die Stadt, namentlich das Abwasserwerk und die Bad Honnefer Bäder als Eigenbetriebe. Deren Vertreter mit Neuhoff an der Spitze unterzeichneten am Freitag einen Vertrag, der eine ökologisch wie ökonomisch sinnvolle Energieversorgung der Aegidienberger Grundschule, der benachbarten Sporthalle und des künftigen Lehrschwimmbeckens zum Ziel hat. Möglich werde dies durch Versorgung mit einem Blockheizkraftwerk und Photovoltaik auf dem Schul­dach, hieß es. Die Energieersparnis insgesamt liege bei 30 Prozent.

Die Ausgangslage:

Ende 2018 hatte das Lehrschwimmbecken an der Theodor-Weinz-Schule wegen statischer Mängel geschlossen werden müssen. 2019 folgte der Abriss,ab Sommer 2020 wird neu gebaut. Erste Ausschreibungen stehen laut Hans-Joachim Lampe-Booms, Chef des Abwasserwerkes und der Bäder GmbH, kurz bevor. Die BHAG schlug ein Energiekonzept für den gesamten Schulkomplex vor, das sie im Betriebsausschuss vorstellte. Und mit dem sie die Politiker überzeugte, wie Ausschuss-Vorsitzender Klaus Wegner am Freitag betonte.

Die Inhalte des mit der Stadt entwickelten Konzeptes stellten BHAG-Vorstand Mathias Eik und Projektleiter Axel Gerhartz vor. Eine Besonderheit daran: Der gesamte Komplex aus Schulgebäude, Turnhalle und Bad wird fast autark in Sachen Energieversorgung. 80 Prozent des benötigten Stroms würden künftig ganzjährig durch ein Nebeneinander von Blockheizkraftwerk und neuer Photovoltaikanlage auf dem Gebäudedach erzeugt, sagte BHAG-Projektleiter Axel Gerhartz.

Zur Ausgangslage gehöre auch:

Die Heizkessel im Untergeschoss der Grundschule, die bisher auch das Bad mit versorgten, seien 20 Jahre alt und hätten „sowieso erneuert werden müssen“. Die alte Technik wird nun ersetzt durch die Integration eines Blockheizkraftwerkes sowie eine moderne Erdgas-Brennwertkesselanlage mit einem hohen Wirkungsgrad.

Laut Eik könnte ein Betrieb mit Biogas die Effizienz irgendwann weiter erhöhen, hier sei das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Schließlich fange die Energiewende vor der Haustür an: „Es geht darum, die Effizienz vor Ort zu steigern.“ Dazu gehörten nachhaltige Quartierskonzepte, wie sie die BHAG schon umsetze. Diese seien etwa bei der Entwicklung von neuen Wohnlagen angedacht, sagte Neuhoff. „Der Termin heute zeigt, dass sich der Verbund der Akteure lohnt und konkret etwas getan werden kann.“

Weitere Maßnahmen für eine lokale Energiekostenersparnis von immerhin 45.000 Euro pro Jahr seien mit der Energieagentur bereits erarbeitet worden. Mit Blick in die Zukunft hat die Stadt zudem inzwischen die Stelle eines Klimaschutzmanagers für die Koordinationsstelle „Klimaschutz & Mobilitätsmanagement“ ausgeschrieben. Das Aegidienberger Projekt hat ein Gesamtvolumen von 250.000 Euro; zugute komme ihm, dass Teile der vorhandenen Infrastruktur wie die 2017 gebaute Nahwärmeleitung zur Turnhalle genutzt werden können. Neben Blockheizkraftwerk und modernen Kesseln seien eine neue Leitung zum Bad, neue Umwälzpumpen, die Photovoltaik­anlage und teils eine neue Stromversorgung geplant.

Den größten Teil der Investition schultert die BHAG, die Bäder GmbH steuert 45.000 Euro bei. Ein zusätzlicher Contracting-Vertrag hat eine vorläufige Laufzeit von zehn Jahren plus Verlängerungsoption. Um eine genaue Abrechnung zwischen der Stadt für Schule und Turnhalle und der Bäder GmbH für das Bad zu gewährleisten und Personalressourcen zu schonen, wird die Hauptverteilung erneuert. Eik: „Das ist für mich ein Erfolgsprojekt.“ Und ein exemplarisches, so Neuhoff; so sei daran gedacht, auch die Kläranlage mit Photovoltaik auszustatten und eigene Energieversorgung zu gewährleisten. Die neuen Anlagen in Aegidienberg sollen im Sommer stehen.