Grandhotel Petersberg Königswinter: So sieht das Hotel von innen aus

Nach Sanierung in Königswinter : Wie das Hotel auf dem Petersberg von innen aussieht

Das berühmte Grandhotel auf dem Petersberg wird nach zweieinhalbjährigem Umbau am 23. September mit bis zu 600 Gästen offiziell wieder eröffnet - ein Überblick zur Sanierung.

Auf die Festrede von Heiko Maas zur Wiedereröffnung des Steigenberger Grandhotels & Spa Petersberg am Montag, 23. September, darf man gespannt sein. Widmet sich der Bundesaußenminister eher der traditionsreichen Historie des Gästehauses der Bundesregierung, in dem schon so viele Größen der Weltgeschichte gewohnt und konferiert haben? Oder wird er auch auf die vergangenen knapp zweieinhalb Jahre eingehen, in denen der Komplex saniert wurde?

Geschichten gäbe es auch aus dieser Zeit genug. Bis hin zur Planung der Feier zur Wiedereröffnung, bei der zunächst Vizekanzler Olaf Scholz als Redner vorgesehen war. Als Finanzminister hat er auch das Geld für die Sanierung gegeben. Ihm kam jedoch ein Wahlkampftermin bei seiner Bewerbung als SPD-Vorsitzender dazwischen.

Den Verantwortlichen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die für die Sanierung zuständig war, fällt jedenfalls ein Stein vom Herzen, dass sie nun Vollzug melden können. "Es hat ein bisschen länger gedauert, ist ein bisschen teurer geworden, aber insgesamt eigentlich ganz gut gelaufen", sagte der Projektbeauftragte Joachim Burdack am Montag auf dem Petersberg.

Verzögerung durch Umbau im laufenden Betrieb

Ein bisschen länger, das bedeutet: Der Planungsprozess zog sich rund ein Jahr länger hin als geplant. Der neue Hoteldirektor Michael Kain, der Wünsche äußerte, sowie der Verzicht auf einen Wintergarten für den Restaurantbereich und auf einen Rundweg rund um das Hotel – dieses wegen ökologischer Bedenken – waren Gründe für die Verzögerung.

Die Bauphase selbst, die im Frühjahr 2017 mit dem ersten Bauabschnitt im Nordflügel begonnen hatte, dauerte dann ebenfalls noch einmal ein Dreivierteljahr länger als geplant. Auch ein Tribut an den Umbau im laufenden Betrieb. Ein Versottungsschaden im Küchenbereich und defekte Fallrohre waren nur zwei von insgesamt 47 dokumentierten Bestandsschäden, die es zu beheben gab.

Da verwundert es nicht, dass die ursprünglich kalkulierten 35,4 Millionen Euro nicht eingehalten werden konnten. "Die Sanierung wird gut 40 Millionen Euro kosten", sagte Burdack. Das sei eine Kostensteigerung von rund 15 Prozent, was angesichts der Tatsache, dass in der Kalkulation keine Vorsorgesicherheiten für Überraschungen während der Baumaßnahme getroffen werden konnten, noch akzeptabel sei.

Gäste nehmen komplettes Hotel in Beschlag

So ganz fertig ist man allerdings immer noch nicht. Im Waschraum der Toilette zwischen der Nelson Piano Bar und dem Salon Adenauer muss noch ein Abfluss repariert werden. Und im Hotel fehlt noch die eine oder andere Fußleiste. Auch haben die Rollwagen der Zimmermädchen auf den Steinfliesen im Hotel Spuren hinterlassen, ein Materialfehler, der noch behoben werden muss.

Ansonsten aber haben die Gäste das komplette Hotel wieder in Beschlag genommen, nachdem während der Sanierungsphase zeitweise nur die Hälfte der Hotelzimmer zur Verfügung gestanden hatte. "Das Betriebsergebnis im August war richtig gut", sagte Burdack. "Während der Baumaßnahme war der Umsatz nur halb so hoch", meinte auch Vladimir Saal, der Geschäftsführer der Gästehaus Petersberg GmbH. Jetzt steht also der großen Party am Montag nichts mehr im Wege. 500 bis 600 Gäste werden erwartet. "Der größte Teil sind Kunden, denen wir das Haus zeigen wollen", so Saal. Auf der Liste der rund 30 Ehrengäste stehen auch der TV-Moderator Günther Jauch oder die Schauspielerin Anja Kruse.

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