Bad Honnefer Abwasserwerk: Geplatztes Cross-Border-Geschäft erweist sich als teuer

Bad Honnefer Abwasserwerk : Geplatztes Cross-Border-Geschäft erweist sich als teuer

Zufrieden ist die Leitung des Bad Honnefer Abwasserwerkes mit dem erwirtschafteten Jahresergebnis aus dem Jahre 2002. Dem unter der Leitung von Günther Goertz (CDU) tagenden Werksausschuss wurde nun ein Jahresüberschuss in Höhe von 326.777 Euro präsentiert.

Hiervon wird auch der städtische Haushalt profitieren. Die Stadt erhält immerhin eine Eigenkapitalverzinsung von fünf Prozent. Etwas mehr als eine halbe Million Euro hat Bad Honnef als Stammkapital im Abwasserwerk liegen.

Der Löwenanteil des Überschusses wird allerdings in die Rücklage des städtischen Eigenbetriebes fließen. Außerdem werden Fehlbeträge aus Vorjahren abgedeckt. "Alles hat sich etwas positiver entwickelt, als wir uns das gedacht haben", zeigte sich der kaufmännische Leiter der Einrichtung, Guido Thelen, zufrieden. Die Ertragslage sei gut gewesen, den Weggang des Großkunden "Johnson & Johnson" habe man kompensieren können.

Dies leider mit Gebührenerhöhungen, die nach Auskunft von Thelen auch "dringend nötig waren". Anlage- und Umlaufvermögen der Gesellschaft beliefen sich in 2002 auf rund 47 Millionen Euro. An Verbindlichkeiten schlugen in der Bilanz 26,1 Millionen Euro zu Buche. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Umsatzerlöse in Höhe von 6,3 Millionen Euro ausgewiesen. Zur künftigen Entwicklung des Abwasserwerkes gab Guido Thelen die Zielsetzung bekannt: "Der Anschluss der bisher noch nicht kanalisierten Ortslagen beziehungsweise einzelner Straßen an die Kläranlagen entsprechend der Kommunalen Abwasserverordnung bis zum Jahre 2005."

Teuer war das Engagement des Bad Honnefer Abwasserwerkes im so genannten Cross-Border-Leasing-Geschäft, das in Bad Honnef bekanntlich wie eine Seifenblase zerplatzte, nachdem der Stadtrat spontan den Komplettausstieg aus dem mit großen Erwartungshaltungen behafteten Projekt beschlossen hatte. In Zusammenarbeit mit Gummersbach, Siegburg, Hennef, Königswinter und Eitorf sowie dem Aggerverband wurde nach einer Gründung einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts ab Jahresmitte 2001 eine US-Cross-Border-Leasing-Transaktion vorbereitet, die zum Ziel hatte, für alle Beteiligten einen Barwertvorteil aus diesem Geschäft abzuschöpfen.

In Bad Honnef beschloss man nach langer und kontroverser Diskussion den Sofortausstieg, da das Geschäft zu nebulös erschien. Alleine beim Abwasserwerk fielen bis dahin Kosten von 46 000 Euro an, die übrigens inzwischen aus dem Stadt-Etat erstattet worden sind.