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GA-Interview: Gemeinsame Geburtstagsfete von Tambourcorps und Bürgerverein Selhof

GA-Interview : Gemeinsame Geburtstagsfete von Tambourcorps und Bürgerverein Selhof

Der Bürgerverein Selhof und das Selhofer Tambourcorps "Frei weg" machen gemeinsame Sache: Beide Vereine haben runden Geburtstag. An diesem Wochenende hauen die Jubilare deshalb beim Wiesenfest gemeinsam ordentlich auf die Pauke.

Der Bürgerverein wird 125 Jahre und das Tambourcorps "Frei weg" begeht sein 90-jähriges Bestehen. Mit Bürgervereinschefin Gabriele Herfurt und dem Corps-Vorsitzenden Ingo Olbermann sprach Roswitha Oschmann.

125 Jahre - das klingt doch eher nach Festschrift und Festakt...
Gabriele Herfurt: Wir wollen nur feiern und es richtig krachen lassen. Die Festschrift von Adolf Nekum, die zu unserem 100-Jährigen erschien und quasi wie eine Bibel in jedes Selhofer Haus gehört, ist ein herrliches Nachschlagewerk zu allen Themen rund um Selhof und den Bürgerverein. Wir wollen natürlich die Chronik fortführen, damit nichts verlorengeht. Das ist eine Aufgabe, der wir uns widmen müssen. Eine Festschrift sollte vielleicht zum 150. Geburtstag des Bürgervereins wieder angepeilt werden.
Ingo Olbermann: Zum 100. Geburtstag des Tambourcorps wäre eine Festschrift wirklich schön.

Wie kam es zur Idee, Doppel-Geburtstag zu feiern?
Herfurt: Schon vor drei Jahren hatten wir festgestellt, dass wir 2013 beide runde Geburtstage haben und Überlegungen zur Doppel-Geburtstagsparty angestellt. Wir brauchen das Tambourcorps für unsere Veranstaltungen dringend.
Olbermann: Mit unseren Kontakten zu anderen Musikzügen können wir das Fest noch aufwerten.
Herfurt: Wir haben das Know-how für große Feste - und das Tambourcorps hat viele kreative Ideen.

Was erwartet die Besucher?
Herfurt: Mit "Rock op Selef" geht es am Freitag los. Am Samstag haben wir ein Riesenkinderfest, einen Wettstreit für die Selhofer Vereine, Musikgruppen treten auf, und abends kann auch getanzt werden. Wir haben richtig Geld angelegt und wurden dabei von der Volksbank Bonn Rhein-Sieg als Sponsor unterstützt. Es gibt Essen und Trinken zu zivilen Preisen.
Olbermann: Der Sonntag steht im Zeichen des Tambourcorps. Pfarrer Wachten hat erlaubt, dass bei der Messe in der Pfarrkirche Sankt Martin unsere Spieler Dominik Kraut und Max Raffauf ihre Aufgabe als Messdiener in Corps-Uniform tun dürfen. Die beiden Vereine werden die Fürbitten sprechen. Beim Festzug danach sind acht Musikgruppen aus der Region dabei. Auf dem Festplatz stellen sich alle im Kreis auf und spielen gemeinsam "Preußens Gloria". Das hat Gänsehaut-Potenzial. Am Sonntagnachmittag findet dann ein Freundschaftsspiel aller Corps statt. Gespannt sind wir auf einen Überraschungsgast, der mitten im Wahlkampf steckt.

Die anderen Ortsvereine treten wieder zum Wettkampf an ...
Herfurt: Nicht nur das. Wir erhalten sehr viel Unterstützung von ihnen. Sie besetzen Stände beim Fest, gehen im Zug mit.
Olbermann: Wir wollen vor dem Festzug den Zugweg schmücken und hoffen, dass auch die Anwohner selbst ihre Häuser herausputzen.

Was verbindet Sie mit dem jeweils anderen Verein?
Gabriele Herfurt: Ich habe einige Jahre im Tambourcorps Querflöte gespielt. Ich war das erste Mädchen und habe mir meinen Rock noch selbst genäht. Mein Großvater Johann Gilgen gehörte 1923 zu den Mitgründern, mein Vater Karl-Hans Gilgen spielte mit, und mein Bruder auch.
Olbermann: Mein im Frühjahr verstorbener Vater Josef Olbermann war Ehrenmitglied und bis zuletzt aktiv. Im Bürgerverein Selhof bin ich seit drei Jahren, aber ich gehöre bereits seit dem Jahr 1998 der Theatergruppe an. Bei dem Stück "Die vertauschte Braut" noch unter Regisseur Peter Stöcker, wiederum erfolgreichster Tambourmajor in der Geschichte des "Frei weg", hatte ich Premiere.