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Wohnen im Siebengebirge: Gebrauchte Immobilien teurer

Wohnen im Siebengebirge : Gebrauchte Immobilien teurer

Heiß diskutiert werden in Kommunen mit Zuzug die oftmals gestiegenen Preise für Immobilien und seine Folgen. Aktuelle Zahlen von LBS und Sparkassen legen nahe, dass Wohnen in den Siebengebirgsstädten zum Teil deutlich teurer geworden ist.

Sowohl in Königswinter als auch in Bad Honnef sind zumindest die Angebote an Reihenhäusern und Eigentumswohnungen der Studie zufolge um mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Die Preise entwickeln sich aber je nach Art und Abnutzung auch sehr unterschiedlich. Neue Eigenheime sind demnach in Königswinter um rund 25 Prozent gestiegen. In Bad Honnef machten die Angebote für gebrauchte Wohnungen mit zehn Prozent plus einen großen Preissprung. Wohlgemerkt geht es um die reinen inserierten Angebote, nicht um letztlich abgeschlossene Kaufverträge als Zahlengrundlage.

Aber einen Preisanstieg arbeitete auch der auf Verkaufsverträgen beruhende Grundstücksmarktbericht 2014 für den Rhein-Sieg-Kreis heraus, der im April dieses Jahres offiziell vorgestellt wurde. Grundstücke in guter Lage kosteten in Bad Honnef durchschnittlich 320 Euro pro Quadratmeter, ein Spitzenwert im Rhein-Sieg-Kreis. Werden die beiden Städte also für Familien mit normalem Einkommen auf lange Sicht kaum erschwinglich?

Wieland Münch, Vorstandsmitglied der Eigentümerschutzgemeinschaft Haus & Grund, hält den Anstieg für "ein gesundes Maß". In Königswinter liegt er im Vergleich zum Vorjahr laut Grundstücksmarktbericht und Studie des Immobilienverbandes IVD für Einfamilienhäuser bei 2 bis 4 Prozent (in Bad Honnef 2 bis 7 Prozent), und bei Eigentumswohnungen sind es 3 bis 8 Prozent (Bad Honnef 0 bis 10 Prozent). Der Verhandlungsspielraum - also die Differenz zwischen erstem Kaufangebot und tatsächlicher Verkaufssumme - sei bei einigen Anbietern in den vergangenen Jahren größer geworden, sagte Immobilienmakler Münch.

Was die Preise ebenfalls steigen lässt, seien die gesetzlich vorgeschriebenen energetischen Sanierungen, die oft vor allem in den einfachen Wohnlagen notwendig waren oder sind. Durch diese Arbeiten würden in der Regel parallel die Nebenkosten sinken. Zudem gibt es in Königswinter und Bad Honnef einen erheblichen Unterschied zwischen rheinnahem Stadtbereich und den mit öffentlichem Nahverkehr schlechter angebundenen Bergorten. In Königswinter-Thomasberg lief der von der Stadt betriebene Grundstücksverkauf am Limperichsberg zunächst schleppend voran. Nach einer Senkung des Preises kommt die Vermarktung nach Informationen des GA mittlerweile wesentlich besser.

"Grundsätzlich ist es ja schön, wenn wir als Stadt noch zu den Zuzugsregionen gehören", bewertet Bad Honnefs Bürgermeister Otto Neuhoff die gute Nachfrage. Aber er betrachtet den Preisanstieg mit Blick auf das soziale Gefüge auch mit einer gewissen Sorge. "Wir müssen uns als Stadt entscheiden, in welche Richtung wir in den kommenden Jahren gehen wollen", sagte Neuhoff. Der Umgang mit Wohnraum in der Stadt sei ein wichtiger Aspekt der städtebaulichen Gesamtentwicklung. Die Neubauprojekte Selhof-Süd und am Floßweg sollen im kommenden Jahr ausgeplant sein. Denkbar seien für den Bürgermeister beispielsweise eine Überbauung des Parkplatzes an der Luisenstraße oder eine stärkere Bebauung des Sanddornhofs, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.