Adenauerhaus: Gebäude wird teilweise abgerissen

Adenauerhaus : Gebäude wird teilweise abgerissen

Bei der Sanierung des Ausstellungsbaus zeigte sich, dass einige Decken nicht tragfähig sind. Die Neueröffnung verzögert sich bis zum Frühjahr 2017.

So hatte man sich das bei der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus nicht vorgestellt: Eigentlich sollten die umfangreichen Sanierungsarbeiten im Ausstellungsgebäude bald abgeschlossen sein und die modernisierte Dauerausstellung im Frühjahr 2016 an den Start gehen. Doch daraus wird erst einmal nichts.

Denn bei den Renovierungen stellte sich heraus, dass aus statischen Gründen ein Teilabriss des Gebäudes unumgänglich ist. Die Pläne stellten gestern Manfred Speck, Vorsitzender des Stiftungsvorstands, Geschäftsführerin Corinna Franz, Reinhard Schlieper, Referatsleiter im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Architekt Georg Wenzel sowie Kanzlerenkel Konrad Adenauer vor.

Die Neueröffnung der Ausstellung verschiebt sich um ein Jahr auf das Frühjahr 2017. Pünktlich zum 50. Todestag Adenauers im April will man sich dann rundum erneuert präsentieren. Und dafür erhofft man sich hohen Besuch. "1997 hat Bundeskanzler Helmut Kohl die damals neue Ausstellung eröffnet, wir hoffen zur nächsten Eröffnung 2017 Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßen zu können", so der Adenauer-Enkel.

Und die Zeichen stünden nicht schlecht. Bis es allerdings soweit ist, haben die Beteiligten noch einiges vor. Vom 8. Januar an wird das nach der Dachsanierung gerade erst wiedereröffnete Ausstellungsgebäude komplett für Besucher gesperrt.

Im ehemaligen Haus des Sohns entsteht ein Multifunktionsraum

Dieser zweite Bauabschnitt umfasst den rechten Gebäudeteil. Es handelt sich dabei um das ehemalige Wohnhaus des jüngsten Adenauer-Sohns Georg und seiner Familie. "Es war daher nur für eine entsprechende Belastung ausgelegt", so Schlieper. Aber nun soll dort ein Multifunktionsraum entstehen, der viele Menschen aufnehmen kann. Zudem stellte sich bei Bohrungen heraus: Was dort gebaut wurde, stimmt nicht mit dem überein, was in den Plänen aus den 60er Jahren steht. "Das ist schon ungewöhnlich", so Architekt Wenzel.

Er verglich gestern den Abriss und Neubau mit einem "Zahnimplantat. Wir ziehen einen Zahn und setzen einen neuen an derselben Stelle in der gleichen Form wieder ein." Sprich: Die Keller bleiben erhalten, aber die Decken und einige Wände müssen abgerissen und neu errichtet werden - im alten Grundriss. Das bereits sanierte, neue Dach wird abgenommen und später wieder aufgesetzt. Die Kosten belaufen sich auf rund eine Million Euro.

Für die Anwohner wird dies nicht folgenlos bleiben. Es werde zu Einschränkungen beim Verkehr auf der Konrad-Adenauer-Straße kommen, hieß es gestern. "Aber wir haben die Anwohner bereits in einem persönlichen Gespräch in der Gedenkstätte informiert", so Speck und zeigte sich dankbar für das dort gezeigte Verständnis. Auch will man sich seitens der Stiftung - soweit möglich - grundsätzlich für eine Verbesserung der Parkplatz- und Verkehrssituation einsetzen.

Zwar muss Corinna Franz nun ein wenig länger warten, bevor sie die neu konzipierte Ausstellung vorstellen kann, aber der Multifunktionsraum ist für sie das "Herzstück" der neuen Ausstellung. Insgesamt vergrößert sich die Ausstellungsfläche um 60 auf dann rund 300 Quadratmeter, unter anderem, weil die Stiftungsverwaltung aus dem Gebäude auszieht und es dann den Besuchern komplett zur Verfügung steht.

"Bislang hatten wir keine Räumlichkeiten für museumspädagogisches Arbeiten", so Franz. Doch das sei nicht mehr zeitgemäß. Sie kann sich auch vorstellen, den Raum für wissenschaftliches Arbeiten mit Studierenden oder für Konzerte zu nutzen. Für die Geschäftsführerin ist die Ertüchtigung des Gebäudes nicht nur eine räumliche Standortsicherung: "Wir machen zusammen mit der neuen Ausstellung die Gedenkstätte inhaltlich zukunftssicher."