Pläne für die Zukunft von Bad Honnef: Fußgänger und Autos teilen sich die Straße

Pläne für die Zukunft von Bad Honnef : Fußgänger und Autos teilen sich die Straße

Shared Space in Bad Honnefs City: Wenn für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept in den kommenden Monaten konkrete Ideen erarbeitet werden, sind Gedankenspiele erlaubt. Der Einzelhandel in der Innenstadt und die Nahversorgung in den Ortsteilen stehen ebenfalls im Fokus.

Weichen stellen für die Zukunft: Das ist ein Ziel eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Isek). Und natürlich soll Bad Honnef möglichst von öffentlichen Fördertöpfen für die Stadtentwicklung profitieren. Wie berichtet, hat die Verwaltung im Entwurf eines „Rahmenkonzeptes Gesamtstadt“ 19 Leitziele formuliert und Handlungsfelder und -räume als Diskussionsgrundlage skizziert. Der General-Anzeiger stellt die Punkte des Entwurfs in loser Folge vor. Nach dem großen Themenfeld Wohnlandschaffung in den Leitzielen 1 bis 4 sowie der Profilierung als eigene Destination in touristischer Hinsicht in Leitziel 5stellt der Handels- und Gewerbestandort einen weiteren Schwerpunkt dar.

Leitziel 6: Die Überschrift hier lautet „Profilierung des Gewerbe- und Einzelhandelsstandort Bad Honnef“. Wie allen anderen Leitzielen, so sind auch diesem Handlungsfelder und Handlungsräume zugeordnet – nicht als feststehende Postulate, sondern als Grundlage der weiteren Diskussion, wie Stadtplaner Fabiano Pinto bei der Vorstellung des Entwurfes betonte. Solche Diskussions-Eckpunkte in Leitziel 6 sind unter anderem eine Analyse und die Entwicklung eines Standortmarketings. Immer im Blick: Die lokalen Akteure sollten besser vernetzt werden, heißt es im Entwurf. Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept, das es in Bad Honnef etliche Jahre gibt, solle weiterentwickelt werden. Bauleitplanungen müssten auf die Entwicklung angepasst werden. Nicht zuletzt: Das Hauptversorgungszentrum Innenstadt sei zu erweitern. Entsprechend ist die City ein Haupt-Handlungsraum, die Achse Weyermannallee biete sich etwa für eine Erweiterung an. Weitere Gebiete, die hier in den Blick kommen, sind Aegidienberg und Rottbitze sowie die vorhandenen Gewerbe- und Industriegebiete.

Leitziel 7: Kurz und knapp gefasst hat das Leitziel 7 die „bedarfsgerechte Entwicklung neuer Gewerbebauflächen“ zum Inhalt. Die Schwerpunkträume liegen quasi auf der Hand: Da wäre zum Beispiel das Gewerbegebiet am Dachsberg, aber auch eine Potenzialfläche Auf dem Hertscheid/Orscheider Straße, so der Entwurf.

Leitziel 8: Einen eigenen Unterpunkt widmet der Entwurf der „Stärkung und Weiterentwicklung des Hauptversorgungszentrums Innenstadt“, der im sechsten Leitziel bereits angerissen ist. Dieses Zentrum gelte es zu erweitern – auch, indem Bebauungspotenziale „aktiviert werden“. Straßen, Wege und Plätze seien zusätzlich auf ihre Funktion zu überprüfen, sprich: ob die Bereiche für Fußgänger ausreichen und sinnvoll angelegt sind. Auch das Parkplatzthema wäre hier sicher unterzubringen. Handlungsräume gibt es in der Innenstadt zuhauf, von der Hinterhofoptik am Sayn'schen Hof über den Parkplatz Luisenstraße, der sich für verschiedene Varianten anbietet, bis zum potenziellen Bau eines Parkhauses an der Endhaltestelle der Linie 66 und einer besseren Verbindung von Innenstadt und Rhein.

Natürlich liegen beim Thema Innenstadt auch die Hauptstraße und die Bahnhofstraße auf dem Tableau – und möglicherweise andere Verkehrsführungen oder Shared-Space-Lösungen. Nicht zuletzt ein Thema, zu dem oft Kritik von Bürgern kommt: Der Rathausplatz, heute kaum mehr als ein Parkplatz, gehört zu den möglichen Handlungsräumen, die die Verwaltung im Entwurf skizziert hat.

Leitziel 9: Nicht nur der Innenstadt, sondern auch der „Stärkung und Weiterentwicklung der Ortsteil- und Nahversorgungszentren“ kommt im Verwaltungsentwurf, der nach Angaben aus dem Rathaus auch Wünsche, Anregungen und Kritik aus einer ersten Bürgerbeteiligung im vergangenen Jahr eingearbeitet hat, eine gewichtige Rolle zu. Die Handlungsfelder zeichnen vor, wo Aktion Not tut. So geht es unter anderem darum, die „örtliche Funktion“ zu erhalten und zu stärken. Übersetzt heißt das: Es geht um eine jeweils eigene Nahversorgung in den Orten. Keine Frage, dass hierbei der Aegidiusplatz eine Rolle spielen dürfte. Aber auch der Bereich Rottbitze sowie Rhöndorf und Selhof werden im Entwurf als wichtige Handlungsräume genannt.

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