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Vom Anglerstuhl bis zum Zelt voller Schlamm: Freiwillige sammeln wilden Müll in Bad Honnef

Vom Anglerstuhl bis zum Zelt voller Schlamm : Freiwillige sammeln wilden Müll in Bad Honnef

Zahlreiche Freiwillige habe sich am Samstag trotz eisiger Temperaturen beim ersten Aktionstag der Stadt Bad Honnef auf die Suche nach wild entsorgten Müll gemacht. Eine Fortsetzung ist für nächste Woche geplant.

Zu kalt? Zu ungemütlich zum Müllsammeln? „Nein, wir hatten richtig Bock drauf“, sagte Simon (7), als er mit seinen beiden Freunden, dem gleichaltrigen Luis und Finn (8), auf dem Bad Honnefer Rathausplatz ihre Ausbeute präsentierte. Die Jungs beteiligten sich an der von den Auszubildenden der Stadt organisierten Aktion gegen die Vermüllung der Landschaft. Mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die mit 15 Männern und Frauen die Hälfte aller Teilnehmer an diesem ersten Aktionstag stellten, waren die Knirpse unterwegs. „Wir haben einen Reifen gefunden“, sagte Luis stolz.

Ein richtiges Abenteuer stellte dieser Einsatz für die drei kleinen Helfer dar. „Es hat Spaß gemacht“, versicherte Simon. Seine Mutter Silke Esch und Luis' Mama Myrna Diekmann, beide Mitglieder der DLRG, hatten die Jungs mitgenommen. Am Rheinufer war ihr Betätigungsfeld, während eine weitere Gruppe herumliegendem Müll auf der Insel Grafenwerth den Kampf ansagte.

„Wir ärgern uns immer über den Unrat, der herumliegt“, sagte Esch. „Ich wohne zwar in Bonn, bin aber in Bad Honnef aufgewachsen. Das ist meine Heimat und hier bin ich auch im Vorstand der DLRG.“ Künftig, so beschlossen die beiden Frauen, wollen sie zu Spaziergängen am Rhein stets Mülltüten mitnehmen, um alles aufzulesen, was ihnen unter die Finger kommt.

„Die Kälte hat uns nichts ausgemacht. Man kann sich warm anziehen“, sagte Esch. Auch ein komplettes Zelt, in dem hoch der Schlamm gestanden hatte, ging den DLRG-Leuten in die Fänge. Ein Einkaufswagen und ein Anglerstuhl befanden sich unter ihren Fundstücken, ebenso Seile und Kunststoffnetze. „Stellenweise haben wir sehr viel Müll gefunden, auch vom Hochwasser angetriebene Sachen“, sagte DLRG-Vorsitzender Ulrich Medenbach. „Wir machen solche Aktionen auch ohne den Aufruf der Stadt. Auf unsere jungen Leute wirkt sich das positiv aus.“ Denn wer wie Simon und seine Freunde zeitig mit anpacke, um Müll wegzuräumen, werfe selbst keinen Unrat mehr achtlos in die Natur oder auf Straßen.

Nur Augen für den Müll

Zwei der Azubis der Stadt waren auf der Insel unterwegs, vier mit der DLRG-Gruppe am Rhein. Auch Künstlerin Ilse Wegmann begab sich mit auf Müllsuche, nachdem sie bereits die Veranstaltung im Rathaus wenige Tage zuvor besucht hatte, in der das Thema „Saubere Stadt Bad Honnef“ theoretisch behandelt wurde. „Viel Plastik, Tüten, Becher, Flaschen, Scherben, Styropor und Taschentücher haben wir gefunden“, so die Bad Honneferin. „Das Sammeln hat Spaß gemacht. Man hatte das Gefühl, etwas Vernünftiges zu tun. Mich ärgert stets der Dreck auf der Bahnhofstraße und der Austraße auf dem Weg zu meinem Atelier.“

Mit Iris Schwarz und Silvia Wilhelmi hatte sie sich zusammengetan – und das Trio hatte nur Augen für Müll. Der Bauhof transportierte die Sachen ab, die in nicht mal zwei Stunden zusammengekommen waren. Auf dem Rathausplatz dankte Bürgermeister Otto Neuhoff den Teilnehmern für ihren Einsatz. Drinnen gab es zum Aufwärmen Kaffee und von Coppeneur gespendete Schokoherzen für alle Sammler. Annette Engels vom Ordnungsamt, bei der sich die Teilnehmer angemeldet hatten, sagte: „Am nächsten Samstag, 24. März, machen wir unsere zweite Sammelaktion von 11 bis 13 Uhr. Arbeitshandschuhe und Müllsäcke werden ausgegeben und gegen Pfand auch Müllzangen angeboten.“

Aufgeräumt wird wieder auf der Insel Grafenwerth und am Rheinufer, entlang des Obachs, im Stadtgarten, in der Innenstadt und auf den Spielplätzen, am Lichweg, in Rhöndorf, in Aegidienberg, in Rommersdorf, wo der Bürgerverein an dem Samstag aktiv ist, und im Reitersdorfer Park, wo der Freundeskreis seinen großen Frühjahrsputz abhält. Die Auszubildenden der Stadt wünschen sich jedenfalls, dass sich viele Familien, Freundeskreise, Vereine, Betriebe und natürlich auch Einzelpersonen beteiligen.

Wer mitmachen möchte, meldet sich bei Annette Engels unter 02224/1841 58 oder per E-Mail: annette.engels@bad-honnef.de