Jugendaustausch im Siebengebirge: Französische Azubis errichten neue Schutzhütte

Jugendaustausch im Siebengebirge : Französische Azubis errichten neue Schutzhütte

Französische Zimmerer-Azubis errichteten im Siebengebirge eine baufällig gewordene Schutzhütte neu. Das Projekt war Teil eines Austauschprogramms, das bereits 1983 seinen Anfang nahm.

Das Wetter war den Zimmererleuten hold. Trocken, aber nicht zu warm, da lässt es sich im Freien gut arbeiten. Profitieren davon werden die Wanderer im Siebengebirge vor allem, wenn sie doch einmal von einem Regenschauer überrascht werden. Schließlich bietet die neue Dr.-Ludger-Funder-Hütte auf dem Rundweg zur Löwenburg Schutz und mit einer Sitzbank Gelegenheit für eine gemütliche Rast.

Errichtet wurde die Hütte im Rahmen eines Austausches von acht französischen Zimmerer-Auszubildenden. Mit einem kleinen Richtfest wurde sie ihrer Bestimmung übergeben. Seit 1983 führt die Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg mit der Zimmererinnung das Austauschprogramm durch. Aktuell sind acht Auszubildende aus Rumilly in der Region Rhones-Alpes zu Gast im Rhein-Sieg-Kreis.

Praktikum dauert bis Mitte Oktober

In der Regie von Zimmerermeister Ferdinand Hoitz aus Königswinter-Dollendorf, der auch den feierlichen Richtspruch an der Hütte verlas, realisierten Nathanael Berger, Mathis Blard, Evan Bordellier, Matéo Cavalli, Alexandre Lambert, Lucas Marsura, Clément Marin und Quentin Viandaz dieses besondere Projekt: den Neuaufbau der Dr.-Ludger-Funder-Hütte unterhalb der Löwenburg. Neben Hoitz, dem Innungsobermeister Heinz-Josef Hoya für die mustergültige Vorbereitung des Projektes dankte, stand den jungen Leuten ihr französischer Ausbilder David Pellegrini zur Seite.

Drei Tage waren die Auszubildenden mit dem Aufbau der Hütte beschäftigt. Im Anschluss sind sie noch bis Mitte Oktober im Kreis zu Gast und haben beim Praktikum in deutschen Zimmereien weitere Gelegenheit, fremde Arbeitstechniken kennenzulernen.

Dank an den Verschönerungsverein für das Siebengebirge

Das Ergebnis des Hüttenbaus kann sich sehen lassen. Nachdem die alte Hütte baufällig geworden war und vom Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) hatte abgebaut werden müssen, steht nun an selber Stelle ein neues Exemplar aus druckimprägniertem, heimischen Nadelholz. Mit einem Durchmesser von 3,30 Meter und einer Höhe von vier Metern, einem Dach mit Bitumenschindeln sowie einer Ruhebank bietet sie ein festes Dach über dem Kopf und ausreichend Platz für eine verdiente Pause.

Ermöglicht wurde das Projekt nicht zuletzt durch den Einsatz der Auszubildenden, die unentgeltlich tätig waren. Gerhard Müller, Vize-Vorsitzender des VVS, betonte, gerade in Zeiten, „in denen die Zentrifugalkräfte in Europa“ überall zunähmen, seien es Austausche wie der vorliegende und darüber Begegnung und Freundschaft, die das Fundament des friedlichen Miteinanders in Europa bildeten und festigten.

Dieser Beitrag, der sich auch im Einsatz der jungen Franzosen zeige, könne nicht hoch genug eingeschätzt werden.Obermeister Hoya, der dem VVS sowie Förster Marc Redemann für das erneute gedeihliche Miteinander dankte, formulierte ein Lob an die jungen Franzosen, dem alle anwesenden mit Applaus beipflichteten: „Das habt Ihr sehr gut gemacht. Die Hütte ist toll geworden.“ Viele Wanderer werden es ebenfalls zu schätzen wissen. Egal, ob es regnet oder nicht.

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