Lesenacht in der Honnefer Stadtbücherei: Fackeln, Gänsehaut und Würstchenfinger

Lesenacht in der Honnefer Stadtbücherei : Fackeln, Gänsehaut und Würstchenfinger

Fehlte nur noch das Bücherei-Gespenst: Bei der traditionellen Lesenacht für Kinder der Stadtbücherei Bad Honnef drehte sich diesmal alles ums Gruseln. Vielleicht lag es daran, dass die tapferen Jungs die Übermacht hatten?!

Nur sechs der insgesamt 22 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren waren Mädchen. Aber ihnen machte die Nacht zwischen Büchern genauso viel Spaß.

Nachdem sich alle Teilnehmer zwischen den Regalen ihr Schlafplätzchen ausgeguckt und ihren Schlafsack ausgebreitet hatten, ging es mit Büchereileiterin Stephanie Eichhorn und Mitgliedern des Fördervereins im Dunkeln nach draußen. Stadtjugendringchef Andreas Roschlau und acht Jugendliche der Evangelischen Jugend begleiteten die Truppe mit Fackeln auf ihrer Wanderung durch die Nacht. An außergewöhnlichen Orten lasen die jungen Leute den Kindern dann Gruselgeschichten vor.

Erste Station: das Feuerschlösschen. "Dort war es ein bisschen gruselig", meinte Kenan (11). Das lag auch an der Geschichte über eine Fotografie. Gänsehaut? Garantiert! Fackeln steckten in den Mauern der Burgruine des Reitersdorfer Parks und sorgten für ein flackerndes Licht. Das war ebenfalls eine umwerfende Kulisse für Gruseliges.

Die Jugendetage neben der Erlöserkirche und der Hontes am Markt stellten weitere Lese-Stationen dar. Anne Jenniches vom Förderverein hatte die Geschichten ausgewählt und das Programm vorbereitet. Erst abends nach zehn Uhr waren die Kinder zurück. Und in der Bücherei im Rathaus hörten sie noch die Goethe-Ballade "Der Totentanz". Dann durften die Kinder das Buffet stürmen.

Igitt, was war das?! Sebastian Mönig (12) hatte ebenfalls Gruseliges aufgetischt: Spinnen, abgeschnittene Finger und Gesichter. Dahinter verbargen sich allerdings echte Leckereien: kleine Hackbällchen mit Salzstangenstücken als Spinnenbeine, Wiener Würstchen mit "Fingernägeln" und verzierte Schokoküsse. Außerdem hatte das Büchereiteam leuchtende Schätze auf allen Etagen des Lesetempels versteckt - in den Päckchen waren Gummibärchen als Naschration für die Nacht.

Die erfolgreichen Schatzsucher teilten ihre süßen Schätze aber gern mit ihren Luftmatratzennachbarn. "Ich will wach bleiben und eine Kissenschlacht machen", meinte Moritz (12), der schon zum dritten Mal an einer Lesenacht teilnahm. "Es macht Spaß und ist aufregend, eine ganze Nacht lang in der Bücherei zu sein." Bücher gibt es im außergewöhnlichen "Schlafsaal" ja genug. Angela (9): "Hier stehen viele meiner Lieblingsbücher in den Regalen." Und die kann man ja nicht oft genug lesen. So wie Kenan, der alle Bände von Harry Potter schon fünfmal gelesen hat.

Während Tilman (8) und David (11) schon die zweite Lesenacht absolvierten, waren Levi (9), Anton (8) und Nico (9) Neulinge und gespannt, was die Nacht bringen würde. Margot Lenk, Helga Mönig, Petra Neu und Edith Schulz vom Förderverein hatten sich ebenfalls auf eine lange Nacht in der Bücherei eingerichtet. Mit einem Frühstück mit frischen Brötchen, Aufschnitt und Marmelade endete am Morgen das Grusel-Erlebnis.