Interview mit Hans-Heribert Krahe: "Es ist auf Dauer eine Last"

Interview mit Hans-Heribert Krahe : "Es ist auf Dauer eine Last"

Hans-Heribert Krahe war 31 Jahre lang in der Führung der Rhöndorfer Feuerwehr tätig. Mit dem 57-Jährigen sprach Neal Graham.

Werden Sie die Zeit als Löschgruppenführer vermissen?
Hans-Heribert Krahe: Nein, ich bin schließlich auch weiterhin dabei, bloß in anderer Position. Aber ganz ehrlich? Ich bin schon ein wenig erleichtert. Es ist auf Dauer doch eine Last, die man als Löschgruppenführer trägt. Jetzt kann ich als Sicherheitsbeauftragter alles ganz entspannt durch die normale Mitgliedsbrille betrachten.

Wie hat sich die Löschgruppe im Lauf der Zeit gewandelt?
Krahe: Wir haben uns ganz eindeutig weiterentwickelt, und das meine ich nicht nur in Bezug auf Ausrüstung und Technik. Zu Anfang waren wir eine mehr kameradschaftliche Gruppierung. Wir haben uns mehr zu Übungen getroffen als zu wirklichen Einsätzen, wir haben auch gerne mal ein Bierchen getrunken. Damals waren wir mit fünf Einsätzen im Jahr gut bedient, heute sind es im Schnitt um die hundert.

Wie kommt das?
Krahe: Die Erwartungshaltung der Bürger ist eine ganz andere. Früher haben sich viele selbst geholfen, da sind wir meist nur in wirklichen Notfällen ausgerückt. Heute steht der Servicecharakter mehr im Vordergrund, da übernehmen wir auch Einsätze, die nicht ganz so dramatisch sind. Aber Spaß macht es allemal, wir sind mit Leidenschaft dabei.

Worauf sind Sie rückblickend besonders stolz?
Krahe: Auf die Einweihung unseres neuen Gerätehauses letztes Jahr. Es war ein großer Wunsch von mir, das noch fertigzustellen. Mein Nachfolger kann jetzt super starten, ich hinterlasse keine Baustelle - das war mir wichtig. Das war das Letzte, was ich als Löschgruppenführer noch zu Ende bringen wollte; jetzt kann ich die Führung beruhigt abgeben.

Wie steht es um die Zukunft der Löschgruppe?
Krahe: Mein Nachfolger Markus Prinz wird seinen Job großartig machen, da bin ich mir sicher. Aber ich würde mich freuen, wenn sich mehr Menschen ehrenamtlich betätigen würden. Wir haben 18 Mitglieder, die Zahl könnte größer sein. Wir brauchen keine Helden, wir brauchen Menschen, die Begeisterung daran haben, einander zu helfen und sich gegenseitig zu unterstützen.