Nach Jahren der Vorbereitung: Erste Seniorenvertretung in Bad Honnef gewählt

Nach Jahren der Vorbereitung : Erste Seniorenvertretung in Bad Honnef gewählt

558 Wahlberechtigte über 60 Jahren gaben am Dienstag in ihre Stimmen ab. Mit dabei sind viele langjährige Mitstreiter aus Bad Honnef. Die Konstituierende Sitzung des Gremiums ist am 15. Mai.

Es sei „ein schöner Tag für Bad Honnef“, leitete Iris Schwarz, Seniorenbeauftragte im Rathaus, die Wahlversammlung zur ersten Seniorenvertretung ein. Gut dreieinhalb Stunden später am Mittwochabend war das Team aufgestellt, dass sich künftig vor allem für die Belange der Älteren in der Stadt einsetzen will. Insgesamt 558 Wahlberechtigte älter als 60 Jahre hatten im Rathaus ihre bis zu drei Stimmen abgegeben. Über den Vorsitz des Gremiums entscheiden die Gewählten im Mai bei der konstituierenden Sitzung.

Bürgermeister Otto Neuhoff hatte eingangs an den Werdegang erinnert und insbesondere Annette Stegger (SPD) gedankt: „Sie hat nicht locker gelassen, immer wieder Impulse gesetzt.“ Wie berichtet, hatte die Stadt bislang nur einen „Runden Tisch Senioren“. 2015 verabschiedete dieser auf Antrag der SPD eine Resolution mit dem Ziel, stattdessen eine Interessenvertretung nach Paragraf 27a Gemeindeordnung einzurichten.

Eine Arbeitsgruppe wurde geschaffen. Im Dezember 2017 lagen die Ergebnisse der Arbeitsgruppe vor. Im Ergebnis der folgenden politischen Diskussion votierten Fachausschuss und Rat 2018 für die Wahl einer Seniorenvertretung. Bad Honnef ist damit laut Neuhoff die achte der insgesamt 19 Rhein-Sieg-Kreis-Kommunen, die ein solches Modell umsetzt.

Neuhoff: 18 gute Kandidaten

18 Kandidaten standen zur Wahl und stellten sich in der öffentlichen Wahlversammlung vor – vor vollen Reihen im Ratssaal, was Neuhoff als Bestätigung wertete, dass „dies der richtige Weg ist“. Dasselbe gelte für die Tatsache, dass mit 18 Personen nicht nur „viele, sondern gute Kandidaten“ ihr Interesse an der Mitwirkung bekundet hätten. Neuhoff: „Das ist typisch für Bad Honnef, es gibt hier viele Menschen, die sich einbringen wollen, die nicht nur Ansprüche stellen, sondern selbst etwas tun für das Gemeinwesen.“ Er dankte Annette und Manfred Steggers Stiftung „Stark im Alter“ für die Finanzierung der Info-Flyer, die im Rathaus und in Geschäften auf die Wahl hingewiesen hatten.

Zunächst stellten sich alle Kandidaten persönlich vor und skizzierten ihre Anliegen und Ziele. Immer wieder genannt wurde dabei das Thema Barrierefreiheit, nicht zuletzt mit Blick auf beide Bahnhöfe. Auch die Aufrechterhaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs – als aktuelles Beispiel betonte VdK-Ortsverbandsvorsitzende Lieselotte Zastrow die Wiederaufnahme der Busverbindung durch Selhof – sowie eine generelle Verbesserung der ÖPNV-Angebote wurden genannt. „Letztendlich geht es darum, die älteren Bürger aktiv zu halten“, sagte Susanne Langguth. Auch die Versorgungslage in der Innenstadt – Stichwort: die Schließung von Kaisers – wurde als wichtiges Anliegen genannt.

Das sind die Gewählten

Die meisten der 1333 insgesamt abgegebenen Stimmen vereinigte VdK-Ortsverbandschefin Zastrow (70 Jahre) auf sich, gefolgt von Rechtsanwalt Hans-Christoph Anders (75), der ehemaligen CDU-Ratsfrau Ingrid Richarz (77) sowie Barbara Boecker (69), die für die SPD bereits in vielen Ehrenämtern aktiv war.

Ebenfalls gewählt sind die Lebensmittelchemikerin Langguth (65), Gretel Stein (75), die sich ehrenamtlich auch beim Mittagstisch der Evangelischen Kirche einsetzt, Diplom-Kaufmann Karl-Heinz Dreimann (84) und Rhöndorfs Bürgervereinschef Alfred Höhler (75). Letzterer gehört ebenso wie Wolfgang Kikillus (67) zu den Ur-Bad Honnefern. Norbert Weber (80) und Wolfram Wessely (75) leben seit 1990 beziehungsweise 2004 in Bad Honnef.

Stellvertreter sind Rudolf Martini (81), Holger Seitz (69), Christel Moll (77), Freiherr Thomas von Dellingshausen (79), Christoph von Wagenhoff (73), Uwe Schwidrowski (73) und Gisela Demar (63).

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