Tanznachwuchs begeistert: Eröffnung des Jugend-Festivals "Bad Honnef tanzt"

Tanznachwuchs begeistert : Eröffnung des Jugend-Festivals "Bad Honnef tanzt"

Bei der Eröffnung der fünften Ausgabe des Jugend-Festivals "Bad Honnef tanzt" liefen die Choreografien wie am Schnürchen. Die 30 Tänzer hatten sie in Eigenregie einstudiert und zeigten eine gelungene Mischung aus Modernem Tanz, Breakdance und Ballett.

Das Lampenfieber war wie weggefegt, denn am Ende ging alles nahezu perfekt über die Bühne. Der Tanznachwuchs knubbelte sich auf der Tanzfläche zur großen Verbeugungsrunde, und minutenlanger Beifall schallte durch den „Voice Club“. An beiden Eröffnungsabenden zur fünften Ausgabe des Jugend-Festivals „Bad Honnef tanzt“ liefen die Choreografien wie am Schnürchen.

„Wir haben gezittert“, meinte Organisatorin Anna-Lu Masch, die zudem die künstlerische Leitung des Programms innehatte, erleichtert. Denn anders als beim ersten Stück des Abends, einer 30-minütigen Auseinandersetzung mit dem Thema „Krieg und Liebe“, hatten die Kinder und Jugendlichen bei der zweiten Programmhälfte unter dem Motto „We Are Family“ die Regie selbst in der Hand.

„Es ist etwas ganz Kreatives und Besonderes dabei herausgekommen“, zeigte sich Masch denn auch voll zufrieden. „Wir Erwachsenen haben im Vorfeld bloß unterstützt, statt alles genau nach unseren Vorstellungen zu choreografieren. Und alle Ideen unter einen Hut zu bringen, hat uns manchmal viel Schweiß gekostet.“ Ein Blick in die Runde, überall stolz strahlende Gesichter. „Aber Freude gemacht“, fügte Masch an, „hat es uns mindestens genauso sehr. Ihr wart großartig!“

Auftakt zum Festival "Bad Honnef tanzt"

Was die 30 Tänzerinnen und Tänzer der Boys- und Girls-Tanzkompanien von „Bad Honnef tanzt“ in Eigenregie aufs Parkett zauberten, konnte sich ohne Zweifel sehen lassen. Die Jüngsten im Bunde sind gerade einmal sechs Jahre alt, doch der Eigenverantwortung für die choreografische Inszenierung seiner selbst gewählten Szenen war der Nachwuchs bereits gewachsen.

In Zusammenarbeit mit Mara Dewenter und Sania Korolyov vereinten sie Einflüsse aus Modernem Tanz, Breakdance und sogar indischen Tänzen, reihten die Ausgelassenheit einer wilden Houseparty nahtlos an das elegante Flair einer Ballettaufführung, dann wieder basslastige Nachtclub-Ekstase samt schweißtreibender Strobo-Beleuchtung, abgelöst von einem fetzigen Hauch „Saturday Night Fever“. Am DJ-Pult hatte Timothy Schulz alle Hände voll zu tun.

Show- und Tanzeinlagen

Mit bewusst ambivalenten, aber immer kreativ-fesselnden Show- und Tanzeinlagen wurde „We Are Family“ zum Highlight des Programms. Da bauten die Tänzer mit ihren Körpern eine improvisierte Brücke für das jüngste Kompaniemitglied, das vorsichtig über Dutzende Rücken kletterte, bis es schließlich auf den Schultern der Älteren emporgehoben wurde und als Dirigent die übrigen Tänzer anleiten durfte.

Da verleibte sich ein schwer atmendes Tuchwesen eine Tänzerin ein und spie schließlich ein junges Mädchen aus – eine abstrakte Geburtsmetapher, an die ein Solo des „Neugeborenen“ anschloss. Und als furioses Finale setzten sich alle in Form einer energischen und energiegeladenen Gruppenchoreografie zu Louisa Johnsons „So Good“ mit der Pubertät auseinander. Der Kreativität waren – zum Glück – keine Grenzen gesetzt.

Begeisternd auch das erste Stück des Abends, „Krieg und Liebe“, realisiert in Kooperation mit etlichen Tanzbegeisterten aus dem Kinderheim Pauline von Mallinckrodt in Siegburg und der „Rhine Island Big Band“ des Gymnasiums Nonnenwerth unter der Leitung von Thomas Heck. Inspiriert von „West Side Story“ und „Romeo und Julia“ führten zwei rivalisierende Tanzgruppen – die eine grau gekleidet, die andere in rot-karierten Hemden – durch das Stück und bebilderten die abstrakten Motive von Einsamkeit, Konflikt und Zusammenhalt in anschaulichen Duetten, Gruppentänzen und Soli.

Tanzbegeisterung pur

Obwohl es innerhalb von nur fünf Tagen während der Osterferien von Anna-Lu Masch und Sandy Schlumm zusammengestellt worden war, glänzte das Aperitif-Programm mit allerlei beeindruckenden Tanznummern: erst ein eleganter Paartanz im violetten Scheinwerferlicht, dann feurige Breakdance-Manöver, eine ausufernde Tanzschlacht samt gewagter Show-Schläge, -Tritte und -Sprünge. Und zum Schluss folgte eine fast schon anarchisch-enthemmte Party, während die „Rhine Island Big Band“ zur Höchstform auflief.

Das war Tanzbegeisterung pur. Der Applaus der Eltern, Geschwister, Freunde und anderen Gäste sprach Bände: Bad Honnef tanzt – und wie. Die Messlatte ist hoch für die folgenden Programmteile des Festivals, das im Juni in die heiße Phase startet: Im großen Zelt auf den Grafenwerther Inselwiesen werden sich Dutzende Tänzer von Donnerstag, 22. Juni, bis Samstag, 24. Juni, in vier Stücken mit dem Thema „Heimat“ auseinandersetzen.

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