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Unterschriftenaktion : Eltern fordern Tempo 30 an Grundschule in Rhöndorf

Unterschriftenaktion : Eltern fordern Tempo 30 an Grundschule in Rhöndorf

Schülerlotsen und Zebrastreifen reichen nicht: Beim Überqueren der Rhöndorfer Straße kommen Kinder immer wieder in brenzlige Situationen. Es gibt sogar Autofahrer, die gar nicht anhalten. Eine Bürgerinitiative sammelt jetzt Unterschriften, um den Überweg sicherer zu machen.

Tempo 30 auf der Rhöndorfer Straße von der Kapelle bis zur Feuerwehr, eine bessere Beleuchtung am Zebrastreifen wenige Meter neben der Einmündung der Drachenfelsstraße, idealerweise jedoch eine Fußgängerampel: Das fordert eine Bürgerinitiative. Diese wurde von Eltern angestoßen, deren Kinder die nahegelegene Grundschule an der Karl-Broel-Straße besuchen. Um ihre Forderung zu untermauern, sammelt die Initiative zurzeit Unterschriften.

„Hier muss etwas passieren. Täglich kommt es auf dem Zebrastreifen zu lebensgefährlichen Situationen für Schulkinder und Erwachsene“, sagte am Donnerstagmorgen Kerstin Kalmring-Martini. Ein typischer Morgen kurz vor Unterrichtsbeginn: Der Berufsverkehr rollte, Kinder waren auf dem Weg zur Schule und nutzten den Fußgängerüberweg, um mit Hilfe des Schülerlotsen die Rhöndorfer Straße zu überqueren.

Auch Polizeihauptkommissar Dirk Schneider, seit September Bezirksdienstbeamter in Bad Honnef, sowie Konrektorin Carmen Probst waren gekommen.

Kinder haben Angst, allein zur Schule zu gehen

Kalmring-Martinis Sohn ist Erstklässler, war nach gemeinsamem Üben selbstsicher und stolz, allein zur Schule gehen zu können. „Aber dann gab es eine brenzlige Situation. Ein Autofahrer hat ihn und auch den Schülerlotsen nicht gesehen. Mein Sohn wurde unsicher und wollte nicht mehr allein zur Schule gehen“, erzählt die Mutter. Sie beobachtet die Verkehrssituation an dieser Stelle schon länger, denn auch ihre Tochter besuchte die Rhöndorfer Grundschule.

Nach dem Vorfall gründete Kerstin Kalmring-Martini ein Netzwerk, schloss sich mit anderen Eltern und der Schule kurz. Eine Unterschriftenaktion wurde in Gang gesetzt. Die Schule stehe hinter dieser Aktion, so Konrektorin Carmen Probst. Auch sie hat negative Beobachtungen gemacht: Selbst beim Üben mit der Verkehrspolizei hätten Autofahrer nicht am Zebrastreifen angehalten.

Eltern wollen Tempo 30 oder eine Ampel

„Wir möchten, dass unsere Schüler sicher über die Straße gelangen.“ Julia Pufpaff, deren Tochter Josefine die dritte Klasse besucht, berichtet: „Es dauert, bis endlich ein Auto anhält, wenn man am Zebrastreifen steht.“ Auch Melanie Großmann erklärte: „Meine Tochter Nela geht in die dritte Klasse. Sie möchte nicht über den Zebrastreifen.“

Katja Kramer-Dißmann, deren Sohn Philip die Rhöndorfer Grundschule besucht, gibt zu bedenken, dass vor dem Seniorenheim Sentivo weiter südlich der Rhöndorfer Straße Tempo 30 gilt. „Wenn am Altenheim Tempo 30 geht, dann muss es an der Schule erst recht gehen.“ Denn: „Jeden Tag sind hier brenzlige Situationen zu beobachten, besonders morgens.‘“

Die Beleuchtung am Zebrastreifen habe zudem eher etwas von einer Entspannungsbeleuchtung als von einer Ausleuchtung des Zebrastreifens, die die Aufmerksamkeit der Autofahrer verbessert, meint Kramer-Dißmann. Die bessere Beleuchtung könnte von der Stadt ohne großen Aufwand umgesetzt werden, glaubt die Bürgerblock-Ratsfrau. Sie weiß, dass Tempo 30 von der Stadt nicht durchzusetzen ist, handelt es sich doch bei der Rhöndorfer Straße um eine Landesstraße.

„Wir gehen nicht so weit wie einige, die auf der kompletten Rhöndorfer Straße Tempo 30 möchten“, sagt Kerstin Kalmring-Martini. Aber auf diesem Straßenabschnitt, wo auch Passanten zur Stadtbahnhaltestelle eilen, sollte die Geschwindigkeit reduziert werden. Dass bei Weitem nicht nur die Eltern von Schulkindern die Situation beobachten, zeige die Reaktion auf die Unterschriftenaktion.

„Wir haben niemanden angesprochen, nur die Blätter ausgelegt, und im Nu waren sie voll. Ich musste schnell wieder nachlegen.“ Ziel der Initiative sei es auch, Autofahrer zu sensibilisieren, sie achtsamer zu machen und die Verkehrssituation zu entschärfen.

Auch Polizeihauptkommissar Schneider meinte: „Ich teile die Meinung, dass es hier gefährlich ist. An allen Schulen in Bad Honnef gilt Tempo 30, nur hier in Rhöndorf nicht.“ Dabei sei der Bereich schwer einsehbar. Von stadteinwärts fahrenden Autofahrern werde der Zebrastreifen von Weitem nicht so gut wahrgenommen, der Domkapitelhof verdecke die Sicht und die gelbe Beleuchtung sei nicht optimal.

Insofern begrüße er eine Tempodrosselung auf 30 Stundenkilometer, und zwar idealerweise beginnend am Ortseingang bis zur Stelle hinter dem Zebrastreifen an der ehemaligen Stadtsparkassenfiliale in Rhöndorf, und dann wieder am Brünnele.

Wie zur Bestätigung der Forderungen kam es am Donnerstagmorgen zu einem leichten Unfall: Ein am Ortstermin Beteiligter wurde angefahren, zum Glück aber nicht schwer verletzt.