Secondhand-Ware beim Edelfummel-Markt: Einkaufen für den guten Zweck

Secondhand-Ware beim Edelfummel-Markt : Einkaufen für den guten Zweck

Am altrosa Kostümjäckchen des Labels "Madeleine" hing sogar noch das Etikett. Eine Bluse mit Leopardenmuster war ebenfalls noch nie getragen. Und bei einigen High Heels stand der "Tacho" auch noch auf null.

"Die Frauen waren wieder großzügig. Ich bin erstaunt, wie viele Sachen sie uns gebracht haben", sagte Jacqueline Michal, während sie beim "Edelfummel-Markt" des Frauenzentrums einen Pullover wieder akkurat zusammenfaltete und ins Regal zurücklegte. Die Räume der Einrichtung des Vereins Frauen für Frauen an der Hauptstraße waren für den Samstagnachmittag wieder zur Boutique umgerüstet worden.

In diesem "Secondhand-Laden" konnten sich Frauen mit Kleidung eindecken - es gab reichlich, von der Festrobe über Pullover, Blusen, dicke Mäntel und Jacken bis hin zu Schuhen und Schmuck. Der Erlös fließt in die Kasse des Vereins zur Finanzierung der Angebote im Frauenzentrum.

Am Tag zuvor hatte Jaqueline Michal mit rund 20 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen die Teile sortiert, teilweise aufgebügelt und an Kleiderständer gehängt, Größenreiter an den Stangen befestigt, Kleiderpuppen drapiert, Schuhe und Accessoires in den Verkaufsräumen gefällig angeordnet, erstmals für den Schmuck mitten im Laden einen eigenen Stand aufgebaut und auch ein Ankleidezimmer hergerichtet, in dem die Kundinnen ihre Auswahl ganz ohne Hektik anprobieren konnten.

Sekt und Gebäck beim Shoppen kamen gut an

Viele Frauen kamen mit Freundinnen zum "Shoppen" und hatten eine Menge Spaß beim Auswählen der Sachen. Dazu gab es ein Gläschen Sekt oder Saft und Gebäck zum Knabbern und auch wertvolle Tipps von Jacqueline Michal, der Modeexpertin des "Edelfummel"-Teams, die auch die Preise festlegte - je nach Qualität der Ware, unter der sich etliche Stücke edler Marken befanden. Und wer weiß, welche Auftritte manche der Abend- oder Nachmittagskleider bereits hinter sich hatten.

"Hier gibt es immer tolle, ausgefallene Sachen", schwärmte Wilhelmine Kröger. "Ich habe diesmal so viel gefunden, dass ich schon Mengenrabatt erhalten habe", sagte sie lachend. Ihre "Beute" bestand aus Daunenjacke, Wachsjacke, einigen Blusen, und als Krönung hatte sie ein schwarzes Abendkleid mit tiefem Dekolleté erworben. Ersteinsatz noch unbekannt.

"Aber diese Qualität", meinte die Aegidienbergerin anerkennend, während sie den weichen Stoff begeistert zwischen zwei Fingern rieb. Ihre Freundin Heidelinde Störbrock aus Thomasberg entschied sich für Blazer, Seidenbluse und Tuch.

Bereits "Stammkundin" des "Edelfummel-Marktes" ist Petra Huber aus Oberpleis, die mit ihrer Mutter den Markt besuchte. Die beiden kauften nicht nur ein, sondern hatten auch schon Sachen aus ihrem Kleiderschrank aussortiert und gespendet. Petra Huber reizt die gute Qualität der Ware und die große Auswahl.

"Und außerdem dient der Kauf einem guten Zweck." Sie ist nun für den Winter gerüstet, erstand zwei Strickkleider, ein Oberteil und einen Gürtel. Außerdem wählten Mutter und Tochter ein langes, edles Kleid in Bordeauxrot mit tiefem, spitzem Rückenausschnitt aus. Der Vorteil: "Es passt uns beiden." Wer die Robe trägt, ist noch nicht ausgemacht. Aber wo sie erstmals ausgeführt wird, ist beschlossene Sache. Petra Hubers Eltern feiern im nächsten Jahr Goldhochzeit. "Wir treten aus diesem Anlass gemeinsam eine Kreuzfahrt an." Dann dürfte sich eine Gelegenheit finden. Vielleicht ja beim Kapitänsdinner.

Das Team des Frauenzentrums jedenfalls freute sich über viele zufriedene Kundinnen, die diesmal direkt an ihren Wochenendeinkauf den Besuch des "Edelfummel-Marktes" anhängen konnten, denn die Öffnungszeit wurde um eine Stunde vorgezogen. Weit mehr als 1.000 Euro zählten die Damen beim Kassensturz am Abend. Jacqueline Michal: "Es hat sich wieder einmal gelohnt." Im nächsten Frühjahr geht es weiter: Dann kommt der Mai und mit ihm die neue Mode - und natürlich auch ein neuer Edelfummel-Markt".