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40 Jahre Musikschule Bad Honnef: Ein vielstimmiges Konzert

40 Jahre Musikschule Bad Honnef : Ein vielstimmiges Konzert

Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Zum einen bereiten sich Leitung, Dozenten, Schüler und Förderverein seit Monaten auf das 40-jährige Bestehen "ihrer" Musikschule vor. Zum anderen geht es in diesen Tagen bei den Beratungen zum Nachtragshaushalt ein Stück weit darum, ob die Musikschule wie bisher Bestand haben wird - mit einer hauptamtlichen Leitung.

Flagge für die seit vier Jahrzehnten erfolgreiche Einrichtung zeigten gestern Bürgermeisterin Wally Feiden (siehe auch Text rechts) und Musikschulleiter Rolf Beitzel. Sie stellten das Festprogramm zum 40-jährigen Bestehen vor und betonten deren Bedeutung.

Geschichte: Im Juni 1972 beschloss der Stadtrat die Gründung; im Januar 1973 begann der Unterricht, zunächst als "Musikalische Grundausbildung". 235 Schüler wurden von sieben nebenberuflichen Dozenten unterrichtet. 1974 übernahm Rolf Beitzel die Leitung. Heute unterrichten 17 Lehrkräfte im Einzel-, Gruppen- oder Klassenunterricht mehr als 300 Schüler. Erfolgreiche Ensemble sind entstanden.

Konzerte und Konzertreisen, Austausche, die Teilnahme an Wettbewerben wie "Jugend musiziert" und die Vernetzung mit Schulen etwa in den Offenen Ganztagsschulen (OGS), dem Siebengebirgsgymnasium und der Realschule St. Josef untermauern die Bedeutung. "Die Musikschule hat sich nicht entbehrlich gemacht, im Gegenteil", so Beitzel. Vor allem, da die Freizeit durch die OGS "immer knapper wird", ermögliche die Kooperation allen Kindern weiterhin den Zugang zur Musik, so auch Feiden.

40-Jahr-Feier: Das Festprogramm startet am Freitag, 7. Juni, 19.30 Uhr, mit dem Dozenten-Konzert "Eine kleine Nachtmusik - alles außer Mozart" im Ratssaal (Eintritt frei). Am Samstag, 8. Juni, ist Sommerfest. Unter dem Motto "Wir machen Musik - offene Ensemblearbeit für Jung und Alt" erarbeiten Bläser, Streicher, Gitarristen und ein Kinderchor ab 11 Uhr ein Konzert, das um 15 Uhr im Ratssaal öffentlich aufgeführt wird (Eintritt frei). Am Sonntag, 23. Juni, 17 Uhr, gibt es einen weiteren Höhepunkt.

In Zusammenarbeit mit der Engelbert-Humperdinck-Stiftung und der Städte- und Gemeindenstiftung der Kreissparkasse Köln wird im Kursaal Orffs "Carmina burana" präsentiert. Eintritt: 15, für Schüler und Studenten zehn Euro. Karten gibt es in der Buchhandlung Werber, bei Zigarren Joest-Eimermacher und in der Stadt-Info. "Auch hier wird das große Thema Kooperation deutlich", so Beitzel. Neben der Humperdinck-Musikschule Siegburg nehmen teil die Kinderchöre der Musikschule und des Sibis, der Kirchenchor St. Marien und der Carl-Orff-Projektchor.

Am Freitag, 28. Juni, 19.30 Uhr, ist der offizielle Festakt im Kursaal. Das Bläserensemble Clax, die Bigband "Night Train" und das Sinfonische Orchester der Musikschule gestalten den Abend, insgesamt sind es wieder 150 Mitwirkende.

Kurz gefragt

Einen großen Beitrag zum Jubiläum leistet der Verein der Freunde und Förderer, er sorgt etwa bei den Veranstaltungen für Essen und Trinken. Zugleich treibt den Vorstand die Sorge um die Neubesetzung der hauptamtlichen Leitung um. Mit dem Vorsitzenden Georg Kaiser (75) sprach Claudia Sülzen.

Die Musikschule wird 40 Jahre alt. Richtige Feierstimmung will aber nicht aufkommen?
Georg Kaiser: Die Musikschule hat hervorragende Arbeit geleistet, viel Gutes getan und große Freude bereitet. Wir möchten, dass das so weitergeht. Aber die Nachfolge des ausscheidenden Musikschulleiters Rolf Beitzel ist immer noch nicht gesichert.

Was bereitet die größte Sorge?
Kaiser: Die Musikschule wird weiterhin bestehen. Das neue Schuljahr ist komplett organisiert und vorbereitet. Bisher steht aber die Leitung nicht fest. Wie jeder Betrieb muss auch eine Musikschule geplant, organisiert und präsentiert werden. Das musikalische Leben mit Konzerten, Festen und Begegnungen muss gestaltet werden. Schüler und Eltern wollen eine Ansprechperson kennen, die engagiert und verantwortungsbewusst das Musikgeschehen lenkt.

Welchen Stellenwert hat die Musikschule für die Bürger?
Kaiser: Welche Bedeutung die Musikschule für die Bürger der Stadt hat, möchten wir auch gern wissen. Fast 300 jugendliche und erwachsene Schüler erhalten Unterricht und/oder musizieren in den vier Ensembles. Veranstaltungen der Musikschule wie Märchenspiele, Konzerte und mehr bereiten den Zuhörern immer wieder große Freude. Bei den Begegnungen mit den Freunden aus den Partnerstädten ist Musik nicht wegzudenken. Wie weit die Meinung vertreten ist, Musik sei nur einer gehobenen Mittelschicht vorbehalten, wissen wir nicht. Der Förderverein bemüht sich zu verbreiten, dass Musik ein uraltes Kulturgut ist, wohl auch einem menschlichen Bedürfnis entspricht, einen hohen Bildungswert besitzt und als Angebot für alle gedacht ist.

Wie realistisch sehen Sie es, dass die Schule auch das 50. Jahr des Bestehens wird feiern können?
Kaiser: Wir sind der festen Überzeugung, dass es die Musikschule auch weiterhin geben wird. Der Förderverein setzt sich für die Fortsetzung des qualitativ hochwertigen Angebotes ein unter einer engagierten Leitung.

Informationen, auch zu Kursen und Anmeldung, unter www.bad-honnef.de/service/kultur/musikschule