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Die Stadt Bad Honnef erklärt das Aus für die Johannes-Kirmes.

Stadt sagt Traditionsveranstaltung ab : Aus für die Johannes-Kirmes Bad Honnef

Zu wenig Besucher, Schausteller bleiben aus: In Bad Honnef wird es keine Johannes-Kirmes mehr geben. Auch die Kirchengemeinde Sankt Johann Baptist will das Patronatsfest nicht organisieren.

In Rommersdorf, Rhöndorf und Selhof ist man von solchen Problemen weit entfernt: Seit Jahren sind die Besucherzahlen der Johannes-Kirmes in der Innenstadt immer weiter zurückgegangen. Jetzt ist das Aus für die Traditionsveranstaltung nach mehr als 50 Jahren besiegelt. Bereits im Herbst entschied der Verwaltungsvorstand, die Kirmes fortan nicht mehr auszurichten. Das geht aus einer Mitteilung der Verwaltung für den Hauptausschuss am Donnerstag hervor.

Als Ausrichterin der Johannes-Kirmes rund um die Pfarrkirche Sankt Johann Baptist fungierte stets die Stadt. In den vergangenen 15 Jahren habe die Veranstaltung aber „bei der Bad Honnefer Bevölkerung leider immer weniger Akzeptanz gefunden“, so die Mitteilung. Die Besucherzahlen seien stetig zurückgegangen. Die Schausteller hätten dies ebenfalls „seit geraumer Zeit“ beklagt und die daraus resultierenden Einnahmeeinbußen genannt. Aufgrund dessen seien in den vergangenen Jahren bereits einige Schausteller der Kirmes ferngeblieben.

Ärger mit Anwohnern, zu geringe Einnahmen

Bestrebungen der Verwaltung, neue Schausteller mit alternativen Fahrgeschäften anzuwerben sowie die Einbindung von Vereinen seien erfolglos geblieben. „Im Rahmen der Standplatzvergabe kam es zudem regelmäßig zu Einschränkungen und Konflikten mit Anwohnern und Gewerbetreibenden“, so die Stadtverwaltung. In diesem Zusammenhang seien auch Überlegungen angestellt worden, die Kirmes an einen anderen Ort zu verlegen. „Diese wurden jedoch verworfen, da es sich um ein Patronatsfest handelt und der Bezug zur Pfarrkirche Sankt Johann Baptist erhalten bleiben muss.“

Schließlich nimmt der Personal- und Kostenaufwand für die Organisation und Durchführung der Veranstaltung immer mehr zu. Bereits 2018 habe man im Rathaus überlegt, die Kirmes nicht mehr fortzuführen. Eine Anfrage bei der Kirchengemeinde, ob sie ihr Patronatsfest stattdessen wieder in eigener Regie weiterführen wolle, sei mit einer Absage von der Kirchengemeinde beantwortet worden.

Ein letzter Wiederbelebungsversuch als „Nostalgie-Kirmes“ 2019 mit nostalgischen Fahrgeschäften und einem Bühnen- und Musikprogramm habe allerdings auch nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Das Interesse an der Veranstaltung war wiederum gering. Die Verwaltungsspitze habe daher im September entschieden, die Kirmes nicht mehr fortzuführen.