Löwenburg in Bad Honnef: Die Sanierung ist fast vollendet

Löwenburg in Bad Honnef : Die Sanierung ist fast vollendet

Nach rund vier Jahren sollen die Arbeiten an der Löwenburgruine Ende des Jahres abgeschlossen sein. Nachdem sich 2012 Steine aus der Mauer gelöst hatten, waren umfangreiche Sicherungsmaßnahmen erforderlich geworden.

Wenn Manfred Nett von seinem Arbeitsplatz aufschaut, liegt ihm das halbe Rheintal zu Füßen. Und das ganze Siebengebirge. Seit rund vier Jahren ist der Steinmetz aus Köln gemeinsam mit zwei Kollegen auf der Löwenburgruine im Einsatz, jeden Wochentag zwischen etwa Mitte März und Ende Oktober. Sobald es Frost gibt, müssen die Arbeiter pausieren.

„An einem Sommertag hier oben zu sein, ist natürlich toll“, sagt Nett. „Bei Sturm und Regen sieht das ganz anders aus.“ Die Tage, die die Steinmetze noch hoch über dem Siebengebirge verbringen werden, sind jedoch gezählt: Noch in diesem Jahr soll die Sanierung der Löwenburgruine abgeschlossen werden.

„Notmaßnahme Löwenburgruine – Hangsicherung und Bauwerkstabilisierung“ heißt das Projekt offiziell, für das der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW (BLB) verantwortlich zeichnet. Und eine „Notmaßnahme“ war es tatsächlich, die vor mehr als vier Jahren an der Ruine erforderlich wurde. „Im April 2012 hatten sich plötzlich in einem Kreis von etwa 1,20 Meter Durchmesser Steine aus der äußeren Mauerschale gelöst“, erinnert sich Manfred Fischer, seit 2014 Leiter des Projekts. „Ein Teil war auf den darunter liegenden Fußweg gestürzt.“ Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass weitere Steine aus dem Mauerwerk brechen, wurde damals der Zugang zur Ruine für mehrere Monate gesperrt.

Experten begutachteten den Hang, die Vormauer, den Bergfried, kurz die komplette Ruine – und kamen zu dem Urteil, dass es mit einem bloßen Verfüllen der Bruchstelle nicht getan war. Eine Kombination aus Hohlräumen, Regenwasser und Frost hatten dem Bauwerk über die Jahrhunderte zugesetzt, der Mörtel in den Fugen löste sich auf, es bröckelte an zahlreichen Ecken und Enden. „Der gesamte Bau war statisch nicht definiert“, sagt Fischer diplomatisch. Als erstes ging es damals darum, die Verkehrssicherheit wiederherzustellen.

Der Hang wurde unter anderem mit einem massiven Drahtgewebe und Ankern gesichert, die bis zu acht Meter tief in die Erde eingelassen wurden. Es folgten Arbeiten an der rund acht Meter hohen und 25 Meter breiten Vormauer auf der nördlichen Seite der Ruine und schließlich die Sanierung des Bergfrieds, der derzeit noch komplett eingerüstet ist.

Die Steinmetze arbeiten sich von oben nach unten vor, entfernen lose Fugenmasse, tragen, wo erforderlich, Mauerwerk ab und bauen es danach wieder auf, verfüllen Hohlräume und Fugen mit Trass-Kalk-Mörtel und bearbeiten schließlich die Mauern mit dem Sandstrahler.

Deutlich heller sehen die bereits fertiggestellten Abschnitte aus. Und stabil. „Es war ein Glück, dass damals eine Fachfirma für archäologische Bauten gefunden werden konnte, die die Sanierung übernehmen wollte“, sagt Fischer. Schließlich seien die Arbeitsbedingungen alles andere als einfach. „Alle Baumaterialien mussten zum Beispiel über kleine Kipplader auf den Berg transportiert werden, das bedeutet unzählige Male hoch- und wieder herunterfahren. Und auch die Sicherungsanker mussten mehr oder weniger von Hand in den Berg getrieben werden.“

Ein letztes Stück Mauer auf der nördlichen Seite des Bergfrieds fehlt noch, dann ist die Sanierung der Löwenburgruine vollendet. Wenn alles passt, hofft Fischer darauf, das Projekt Ende des Jahres abschließen zu können. Dann wird auch feststehen, wie teuer die Gesamtsanierung tatsächlich geworden ist: Derzeit liegen die Schätzungen im sechsstelligen Bereich.

Auf Fischer warten dann weitere Projekte, etwa in der Doppelkirche Schwarzrheindorf, Schloss Brühl oder im Altenberger Dom. Doch die Sanierung auf der Löwenburg ist „schon etwas Besonderes“, wie er sagt. „Wir erhalten etwas Historisches für die Zukunft. Daran mitzuarbeiten, ist ein Privileg.“

Etwas vermissen wird er vielleicht die Aussicht auf das Rheintal und das Siebengebirge. „Darauf habe ich mich bei jedem Besuch hier oben besonders gefreut.“

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