Herbstferienfreizeit der Linzer Jugendpflegerinnen: Die Bremer Stadtmusikanten können auch rappen

Herbstferienfreizeit der Linzer Jugendpflegerinnen : Die Bremer Stadtmusikanten können auch rappen

Die 22 Kinder hatten die ganze Woche fleißig geprobt. Denn unter dem Motto "Spiel und Spaß mit den Bremer Stadtmusikanten" hatten sie an der Herbstferienfreizeit der Linzer Jugendpflegerinnen Sarah Görden und Wilma Ehlers teilgenommen.

Zum krönenden Abschluss hatten sie Eltern und Geschwister nach Vettelschoß in die Grundschule "Am Blauen See" eingeladen, um ihnen ihre Variante des Märchens zu präsentieren.

"Die Sechs- bis Zwölfjährigen haben auf unterschiedlichste Art und Weise eine Reise in die fantastische Welt der Bremer Stadtmusikanten gemacht. In der Theatergruppe sind sie in Tierrollen geschlüpft, haben ein Schattenspiel sowie eine Rap-Band in das Märchen eingebaut und haben in unserer Kreativwerkstatt ihrer Fantasie bei der Bühnenbildgestaltung freien Lauf gelassen", so Ehlers.

Neben diesen unterschiedlichen Workshops war auch das Spielmobil vor Ort, und natürlich konnten sich die Teilnehmer auch auf dem Bolzplatz und in der Außenanlage austoben. Zunächst hatten die Teilnehmer ihr Publikum vor der "Premiere" in der Schulküche, die sich einen Tag vor Halloween in ein "Gruselcafé" verwandelt hatte, mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Dann bat Erzählerin Görden mit "Tür auf" in den Nebenraum zur Aufführung. In der zogen Lena als Esel, Caro als Jagdhund, Frieda als Katze und Jennifer als Hahn wie in Grimms Märchen durch den Wald Richtung Hansestadt.

"Hey ich heiße Kathi und ich schmeiß' ne Party. Halloween ist morgen schon, dafür muss ich shoppen geh'n", rappte Amy vor dem Haus im Wald, bevor sich auch ihre beatboxenden Bandmitglieder Justus, Joni und Willi vorstellten. Sie - und nicht wie im Märchen die Räuber - wohnten in dem Waldhäuschen. In dieses fielen die Verbrecher erst ein, nachdem sich die dort hausende Rapper-WG zum Einkaufen aufgemacht hatte.

"Da unsere vier Hauptdarsteller ja keine Tierpyramide bilden konnten, haben wir den Angriff der Stadtmusikanten auf die Räuberbande als Schattenspiel konzipiert", hatte Görden vor der Aufführung verraten. Und schon projizierten "Ersatztiere" im abgedunkelten Theaterraum ihre Umrisse auf das weiße Laken im Fenster des Waldhäuschens, wobei sie in einen furchterregenden Tierlautgesang verfielen.

"Mein Gott, was ist denn hier passiert, ich glaub ich bin jetzt irritiert", staunten die Rapper nach ihrer Rückkehr über die Verwüstung, die von den Räubern zurückgelassen worden war, um sich dann zu wundern: "Ich glaub' ich spinne, hier sind ja Tiere drinne!" Mit denen verbrüderte sich die Band zu den acht Bremer Stadtmusikanten, die ihr Publikum zum Mitmachen beim Abschlusstanz aufforderten. Mit dem wurden die jungen Schauspieler jedoch noch längst nicht entlassen. Begeistert forderten die Zuschauer eine Zugabe nach der anderen.