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Corona-Krise in Bad Honnef: Stadt bündelt Hilfsangebote

Aufklären, überwachen, helfen : Stadt Bad Honnef bündelt in der Corona-Krise Hilfsangebote

Aufklären, überwachen, helfen: Darin sieht die Stadtverwaltung in der Corona-Pandemie ihre Aufgabe. Sie bietet sich als Anlaufstelle an, informiert und appelliert mit einer Plakatkampagne an die Bürger, die Vorschriften zur Eindämmung der Infektionszahlen einzuhalten.

Bei seiner Einführung war es umstritten, jetzt hilft es den Bad Honnefern in einer Krise nie dagewesenen Ausmaßes: das Kiezkaufhaus. Während die Geschäfte geschlossen bleiben müssen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist das Lastenfahrrad des Online-Lieferdienstes verstärkt unterwegs. Und das zusätzlich für die Aktion „Bad Honnef hilft“, eine Kooperation des Fachdienstes Soziales und Asyl und des Bündnisses „Hauptsache Familie“, sowie für gastronomische Angebote und neu auch mit Lebensmitteln. Was es in der Krise vor allem brauche, sei Solidarität, so Bürgermeister Otto Neuhoff: „Wir alle sind gefragt.“

Aufklären. Überwachen. Helfen: Unter diesen Stichworten hat die Stadt zusammengefasst, wie sie der Ausnahmesituation begegnet. „Noch nie haben wir eine solche Dynamik in der Abfolge von Ereignissen erlebt“, so Neuhoff. Und das sei noch lange nicht vorbei, so Erster Beigeordneter Holger Heuser. Insofern laute der Appell nach wie vor: Hygienevorschriften einhalten, Kontakte meiden, Abstand halten. Nur so könne die Infektionskette unterbrochen werden. Neuhoff: „Es ist gut zu sehen, dass es eine Lernkurve gibt. Der Ernst der Lage ist angekommen. Aber wir brauchen einen langen Atem.“

Aufklären: „Wir stehen zusammen – auch mit Abstand“ ist der Titel einer Kampagne der Stadt, die auf Plakaten sichtbar wird. Ziel ist es, an die Verhaltensregeln zu erinnern und die Aufmerksamkeit wachzuhalten. Neuhoff: „Das gilt es, ständig zu wiederholen, damit die Sensibilität nicht nachlässt.“ Zu Information und Aufklärung gehören ständig aktualisierte Hinweise der Stadt in den sozialen Medien und auf der Homepage unter www.meinbadhonnef.de/corona. Dort gibt es auch Kontaktdaten des Kreis-Gesundheitsamtes (Hotline ☏ 0 22 41/133 333, Band ☏ 0 22 41/133 850, E-Mail: coronavirus@rhein-sieg-kreis.de, Internet www.rhein-sieg-kreis.de/corona). Während das Gesundheitsamt zur Pandemie berät, gilt die Stadt-Hotline (☏ 0 22 24/184 180) nur für Terminvereinbarungen.

Wie gefährlich ist Covid-19?

Überwachen. Vor „besonderen Herausforderungen“ (Heuser) steht auch der städtische Ordnungsdienst. Das Land hat die Kommunen dazu aufgefordert, die Infektionsschutzgesetz-Auflagen „energisch, konsequent und, wo nötig, mit Zwangsmitteln durchzusetzen“. Hinterlegt ist, wie berichtet, ein Bußgeldkatalog. Um die Kontrolle in Bad Honnef zu gewährleisten, wurde das Team um Thomas Breutigam durch Kollegen aus anderen Abteilungen verstärkt und von vier auf neun Vollzeitkräfte mehr als verdoppelt. Die gute Nachricht, so Breutigam: Nachdem es an der Einsicht der Bürger anfangs gehapert habe, würden die Auflagen nun besser akzeptiert und umgesetzt. Es gebe noch „Einzelfälle, in denen es nicht funktioniert“.

Helfen: Die Hilfe für Mitbürger ist ein großes Thema. Viele bieten an, mit anzupacken. „Die Telefone stehen nicht still“, freut sich Nadine Batzella, Leiterin des Fachdienstes Soziales und Asyl. Mehr als 100 Helfer hätten sich schon gemeldet, 20 Patenschaften seien vermittelt worden. Die Bandbreite des ehrenamtlichen Engagements reiche von Einkaufshilfe bis zur Unterstützung, wenn die osteuropäische Pflegekraft ausfällt. Batzella: „Das zeigt, wie eine solche Situation zusammenschweißen kann.“ Ansprechpartner sind Jessica Voß (☏ 0 22 24/184 198) und Felix Trimborn (☏ 0 22 24/184 185). Kontakt per E-Mail: sozial@bad-honnef.de.

Gewerbe: „750 Milliarden sind viel, aber sie werden bei Weitem nicht reichen“, so Neuhoff zu Hilfen für die Wirtschaft. Praktische Hilfe leiste das Kiezkaufhaus mit dem  Lieferdienst (☏ 0 22 24/18 76 339, E-Mail: kiezkaufhaus@bad-honnef.de, www.badhonnef.kiezkaufhaus.de). Mit der Innenstadtgemeinschaft Centrum sei man zu „corona-sicherer“ Abholung bestellter Ware durch Kunden im Gespräch, und die Wirtschaftsförderung helfe bei Antragsverfahren. Hilfen seien auch möglich durch Stundung oder Aufschub von Steuervorauszahlungen; ein Erlass sei angekündigt, auch da sei man am Thema. Neuhoff: „Aber die öffentliche Hand allein wird das nicht schaffen.“ Auch Vermieter und Kunden müssten „ihren“ Einzelhandel stützen, das sei existentiell.