Drei Auftritte: Chor n'Joy begeistert bei Konzerten in Bad Honnef

Drei Auftritte : Chor n'Joy begeistert bei Konzerten in Bad Honnef

Der Honnefer Chor n'Joy begeistert mit drei Weihnachtskonzerten nacheinander. Schon lange vor Beginn stehen die Zuschauer Schlange.

Der Saal tobt, dabei hat das Konzert noch gar nicht richtig begonnen. So etwas gelingt den großen Musikstars - und dem Gospelchor n'Joy aus Bad Honnef. Die Sängerinnen und Sänger um Chorleiter Johannes Weiß schaffen es auch, an drei Tagen hintereinander die evangelische Kirche in Bad Honnef komplett zu füllen. Auch diesmal passte beim Weihnachtskonzert keine Maus mehr ins das Gotteshaus an der Luisenstraße. Wohlweislich waren die meisten Besucher lange vor dem offiziellen Einlass erschienen. Die Ersten standen schon geduldig Schlange vor der Kirchenpforte , als die Sänger eineinhalb Stunden vor Konzertbeginn eintrafen, um sich auf ihren Auftritt vorzubereiten.

"Zum 16. Mal Weihnachtskonzert, und es ist wieder voll, und die Sänger haben immer noch Lust zu singen", freute sich Pfarrer Uwe Löttgen-Tangermann, der Gäste und Sänger bei der Premiere am Freitagabend begrüßte. Tatsächlich hält die Erfolgsgeschichte des Gemeindechors bereits seit 15 Jahren an - Ende nicht absehbar. Viele der rund 80 Sänger sind von Anfang an dabei, für sie ist n'Joy nicht nur ein Name, sondern Ausdruck eines Lebensgefühls.

Dieses schwappte bereits beim Einzug in die Kirche auf die Besucher über: Die Freude am Singen, die Begeisterung für die Musik, die den Sängern von der ersten Minute an nicht nur anzuhören, sondern auch anzusehen war, wirkte höchst ansteckend und erzeugte eine erstaunliche Dynamik im Publikum. So wurde nicht nur mitgeklatscht, viele Zuhörer wippten auf den Kirchenbänken auch gleich im Rhythmus mit. Für besondere Stimmung sorgte zudem der festlich illuminierte Altarraum.

Unter dem Motto "Stairway to Heaven" wollte der Chor mit seinem Konzert in diesem Jahr "Wege zum Glück" aufzeigen. Chorleiter Weiß hatte dazu eine bunte Mischung aus Gospels, neuen und alten Weihnachtsliedern, bekannten Popsongs und Traditionals zusammengestellt, die einfach glücklich machen musste.

Aktuelle Hits wie "I'm only Human" vom Rag'n'Bone-Man Rory Graham waren dabei, Klassiker wie Leonhard Cohens "Hallelujah", kirchliche Lieder wie "Ich steh' an deiner Krippen hier" und natürlich die typischen mitreißenden Gospelmelodien. Für viele neue Arrangements hatte Johannes Weiß selbst zur Feder gegriffen und die Stücke seinen Sängern quasi auf den Leib geschrieben. Da Engel zur Weihnachtszeit gehören, wurden passend zu diesem Thema gleich zwei "himmlische" Lieder ins Programm aufgenommen: der Song "Angels" von Robbie Williams und der Hit "Engel" der Rockband Rammstein.

Bei letzterem dröhnten allerdings keine Hardrock-Klänge durch den Kirchenraum, die A-cappella-Fassung von Oliver Gies kam deutlich zahmer daher. Um Glocken und Glöckchen ging es indes bei den beiden Stücken "Stand by me" und "Jingle Bells". Mit dem ersten Song hatte der Londoner "Kingdom Choir" im Sommer bei der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle die Herzen von Millionen Fernsehzuschauern berührt.

Ganz so viele Menschen erreichten die Bad Honnefer Chorsänger am Wochenende zwar nicht, aber ihr Auftritt ging nicht minder unter die Haut. Ein schöner Kontrast zu der emotionsgeladenen Ballade war das fröhliche und beschwingte "Jingle Bells", das gleich im Anschluss erklang - ein Ohrwurm, der natürlich bei keinem Weihnachtskonzert fehlen darf. Es machte nicht nur Spaß, den Sängern zuzuhören, sondern auch, ihnen zuzuschauen - zu vielen Stücken gab es eine richtige Choreographie. Immer wieder änderte der Chor auch seine Aufstellung, um so neue Klangbilder zu erzeugen.

Als Solisten brillierten Lukas Vreden, Anna Otten, Ruth Zimmermann, Sarah Thomsen, Steffi Weinz, Claudia Popath, Anthony Afonso, Andrea Iser und Julia Meissner sowie Gitarrist Tim Hänel. Mit dem Gospel "Total Praise", der mit einem großen Amen endete, ging auch das Konzert zu Ende.

Der Chor hat mit seinen drei fulminanten Auftritten am Wochenende seine Erfolgsgeschichte wieder ein Stück weitergeschrieben. Es würde nicht wundern, wenn im kommenden Jahr am ersten Advent die Warteschlangen vor Konzertbeginn noch ein Stück länger wären.

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