Kommunalwahlen 2020: CDU nominiert Otto Neuhoff als Bürgermeisterkandidat

Kommunalwahlen 2020 : CDU nominiert Otto Neuhoff als Bürgermeisterkandidat

Bei den Kommunalwahlen geht im kommenden Jahr der parteilose Otto Neuhoff als Bürgermeisterkandidat für die Bad Honnefer Christdemokraten ins Rennen.

Die Ziele, die sich die CDU Bad Honnef für die Kommunalwahlen 2020 steckt, sind klar definiert: 16 von 16 möglichen Direktmandaten für den Stadtrat gab Stadtverbandschef Michael Lingenthal als Plansoll aus. Und: Die CDU will den Bürgermeister stellen, im Schulterschluss mit "den Partnern von FDP und Bürgerblock", so Lingenthal.

Absolutes Novum dabei für die Bad Honnefer Christdemokraten: Der Kandidat für das Amt des Verwaltungschefs kommt nicht aus den eigenen Reihen. Mit 93 Prozent der Stimmen hoben die anwesenden Parteimitglieder am Mittwoch den parteilosen Amtsinhaber Otto Neuhoff als ihren Bürgermeisterkandidaten auf den Schild.

Bei FDP und Bürgerblock stehen Abstimmungen der Mitglieder über die zentrale Personalie noch aus. Der Vorstand der Honnefer Liberalen hat am Dienstag allerdings einstimmig seine Empfehlung für Neuhoff an die FDP-Mitglieder formuliert. Wie berichtet, hatte Neuhoff im Juli bekannt gegeben, dass er eine zweite Amtszeit anstrebt - ein Ansinnen, für das auch aus Reihen von FDP und Bürgerblock Unterstützung signalisiert wurde.

Über mögliche Gegenkandidaten kann bislang nur spekuliert werden. SPD-Chef Tobias Karsten sagte auf GA-Anfrage, Entscheidungen dazu stünden noch aus; Namen nennen mochte er ohnehin nicht. Grünen-Sprecher Burkhard Hoffmeister ließ wissen, erst werde über Inhalte diskutiert und über Anforderungen an einen Kandidaten oder eine Kandidatin. Wer dies sein könne, sei offen.

Die CDU ihrerseits ist seit Mittwoch ein gehöriges Stück weiter. Nachdem Vorstand und Fraktion sich einstimmig für Neuhoff ausgesprochen hatten, folgten dem die Mitglieder geschlossen bei einer harmonischen Veranstaltung - ohne jeden Diskussionsbedarf. Der Einladung des Stadtverbandes ins Haus Rheinfrieden gefolgt waren 43 der rund 250 Mitglieder. 40 Mitglieder stimmten für Neuhoff, zwei enthielten sich, eine Stimme war ungültig. Gegenstimmen: keine. Die CDU ist damit die erste politische Gruppierung, die Neuhoffs Kandidatur bei der Bürgermeisterwahl 2020 schon fest verankert hat.

Begonnen hatte die Versammlung mit dem Blick nach Halle, wo bei einem antisemitischen Anschlag auf die Synagoge wenige Stunden zuvor zwei Menschen starben. "Es ist eine Schande für unser Land, dass so etwas wieder möglich ist", sagte Lingenthal. Die Mitglieder bat er, sich zu erheben und mit einem lang anhaltenden Händeklatschen in Anlehnung an die christliche Tradition des Osterlachens ein aktives, akustisches Signal zu setzen gegen rechte Gewalt.

"Der CDU dein Gesicht geben" - unter dieses Motto stellte Lingenthal die elf Monate bis zur Kommunalwahl. Denn: Es sei erklärtes Ziel, dass die CDU-Kandidaten im Kampf um die Ratsmandate über eigene Inhalte das Vertrauen der Wähler gewinnen. Zu Neuhoff sagte Lingenthal: "Otto Neuhoff benennt Probleme und beziffert sie." Schritt für Schritt sei in seiner Amtszeit das Vertrauen gewachsen, dass man, bei allem kritischen Diskurs, dieselbe Grundhaltung verfolge: "Einzutreten für das Wohl unserer Stadt."

Viel sei seit 2014 erreicht worden, eben auch in konstruktiver Zusammenarbeit mit der CDU, so Neuhoff. Exemplarisch nannte er den Aufbau einer handlungsfähigen Verwaltung ("Überspitzt gesagt, war die Verwaltung führungslos"), die Ansiedlung der Firma Wirtgen, die Neubelebung der Tagungsstätten, der Durchbruch für Stadtentwicklung am Saynschen Hof, oder - ganz wesentlich - das Ende der Haushaltssicherung und der Aufbau einer "soliden und generationengerechten Finanzpolitik". Letztere gelte es fortzuführen. Dazu aber gehöre, die Dinge nicht singulär, zumal aus individueller Betroffenheit, zu sehen, sondern sie immer in den Zusammenhang zu stellen. Stichwort: integrierte Stadtentwicklung. Neuhoff: "Die Dinge sind so komplex, dass man mit einfachen Rezepten nichts erreicht, sie schon gar nicht mit einem einfachen Ja oder Nein oder einem Mausklick zu beantworten sind."

Wohnungsbau als "Teil einer Wachstumsregion", demografische Balance, die Einnahme- und Finanzsituation der Stadt, der Erhalt der sozialen Infrastruktur wie der Schulen - alles hänge miteinander zusammen, bedinge sich gegenseitig. Dies im Dialog mit den Bürgern zu vermitteln, sei eine der Herausforderungen, zumal man auch Kritik aushalten und unbequeme Entscheidungen treffen müsse. Nur gemeinsam seien Ziele zu erreichen und Herausforderungen zu meistern, darunter ein "klimaneutrales Bad Honnef". Neuhoff: "Der Niedergang ist nicht unvermeidlich, wenn man nur kooperiert."

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