Ärger um Buslinie: Bewohner von Selhof in Bad Honnef fordern kleinere Busse

Ärger um Buslinie : Bewohner von Selhof in Bad Honnef fordern kleinere Busse

Normale Linienfahrzeuge sind zu groß für die engen Dorfstraßen. Diese Meinung haben 597 Selhofer mit ihrer Unterschrift bestätigt. Die Liste samt der Forderung nach kleinen Bussen wurde Bürgermeister Otto Neuhoff übergeben.

Seit Monaten brennt den Selhofern kaum ein Thema derart auf den Nägeln wie dieses: die Linienführung der Busse der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) durch die engen Ortsstraßen. Stellvertretend für zahlreiche Anlieger übergaben Stefan Christ und Katrin Simon-Christ, Maria und Anno Faßbender, Renate Engels und Michael Huse jetzt Unterschriften im Rathaus an Bürgermeister Otto Neuhoff und den Ersten Beigeordneten Holger Heuser.

597 Selhofer setzen sich demnach für den Einsatz „kleinerer und sauberer (Elektro-)Busse“ statt der „Monsterbusse“ ein, wie sie die Linienbusse schon bei einer Bürgerversammlung bezeichnet hatten. Der Busverkehr beschäftigt die Anlieger seit Herbst 2017.

Linienstrecke wegen Baustelle geändert

Seinerzeit war wegen Kanalbauarbeiten die Linienführung geändert worden, die Haltestellen Schul- und Brückenstraße sowie Martins-Kapelle entfielen. Nach dem Ende der Bauarbeiten plante die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG), diese Lösung beizubehalten — zum Verdruss vieler Selhofer, die sich vom Nahverkehr abgehängt fühlten. Der VdK-Ortsverband sammelte 700 Unterschriften.

Es folgten Gespräche zwischen Stadt und RSVG mit dem Ergebnis, dass ein einjähriger Probebetrieb auf einer teils geänderten Strecke wieder durch den Ortskern führt. Eine Lösung, die Christ als „Verschlimmbesserung“ bezeichnete. Grund: Die jetzt befahrene Strecke, explizit der Abschnitt Brunnenstraße, sei noch weniger geeignet, einen reibungslosen und sicheren Busverkehr zu ermöglichen. So gebe es zwei neue Spitzkurven an der Schützenhalle sowie an der Ecke von Brunnenstraße und Selhofer Straße und dazu eine Gefällstrecke, die bei Schnee- und Eisglätte zusätzliches Gefahrenpotenzial berge.

Wie ein Korken im Flaschenhals

Die Unterzeichner sorgen sich vor allem um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern, hieß es; der Straßenraum sei so eng, dass die Busse ihn wie ein Korken in einem Flaschenhals ausfüllten. Gefährliche Situationen hätten schon die Polizei beschäftigt. Nach ihrer Beobachtung würden „wie selbstverständlich“ Bürgersteige überfahren.

Auch ökologische Aspekte wie eine längere Fahrstrecke und damit mehr CO2-Ausstoß — laut Huse summieren sich die Mehrfahrten auf der jetzigen Linie auf gut 13 000 Kilometer pro Jahr — wurden genannt. Hinzu komme, so die Beobachtung, dass die Haltestelle Brunnenstraße wenig genutzt werde. Die Petenten verwiesen zudem auf bessere Alternativen wie das Anruf-Sammel-Taxi.

„Wir haben die gleiche Zielrichtung“, sagte Neuhoff. Aber das Thema sei komplex. Das habe sich schon dadurch gezeigt, dass – kaum dass mit dem Probebetrieb eine von vielen gewünschte Anbindung des Ortskerns erreicht wurde – auch diese Lösung durchfalle. Zunächst müssten Ergebnisse des Probebetriebs ausgewertet werden, so Heuser. In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses hatte er informiert, klimaschonende Verkehrsentwicklung sei ein Inhalt der bereits beauftragten „Fokusberatung Klimaschutz“.

Neuhoff und Heuser sagten zu, am Ball zu bleiben. Sie warben aber um Verständnis, dass die RSVG Planungsintervalle immer an Fahrplanänderungen koppele. Befürchtung der Selhofer: So schnell wird sich noch nichts ändern.