Leckere Kost frisch vom Baum: Besucherscharen beim Apfelsonntag in Oberpleis

Leckere Kost frisch vom Baum : Besucherscharen beim Apfelsonntag in Oberpleis

Bei bestem Wetter zog die 30. Auflage des Oberpleiser Apfelsonntags viele Besucher an. Die Stadt Königswinter informierte über die Notfallvorsorge.

Dosensuppe, Desinfektionsmittel, ein batteriebetriebenes Radio, ein Gaskocher mit Kartusche, eine Taschenlampe – all dies gehört zu den Dingen, die man immer im Haus haben sollte. Und zwar für den Notfall, der hoffentlich nie eintritt.

Während beim Apfelsonntag in Oberpleis in den Straßen Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte, wurde auf dem Rathausvorplatz der Katastrophenfall geprobt. Der Servicebereich „Feuerwehr und Rettungsdienst“ der Stadt Königswinter nutzte den verkaufsoffenen Sonntag, um gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) auf ein Thema aufmerksam zu machen, das man lieber verdrängt: die Notfallvorsorge. „An Beispielen wie Houston sieht man, dass Katastrophen überall passieren können und auch große Städte nicht verschont bleiben.

Testessen an der Gulaschkanone

"Starkregenereignisse und Sturzfluten können auch Königswinter treffen“, so Kirsten Weber, Mitarbeiterin des Servicebereichs. Gemeinsam mit ihren beiden Kollegen informierte sie an ihrem Stand darüber, wie man sich für den Fall der Fälle rüsten kann. Im wahrsten Sinne des Wortes so richtig auf den „Geschmack“ konnte man zudem am Katastrophenmobil des DRK kommen: In der mobilen Küche des Fahrzeugs wurde Gulasch zubereitet, wie er auch in echten Notfällen an die Bevölkerung verteilt werden würde.

Glücklicherweise war man am Sonntag aber von Katastrophen meilenweit entfernt – im Gegenteil: Auf den Oberpleiser Flaniermeilen pulsierte das Leben. Bei bestem Wetter lockte die 30. Auflage des Apfelsonntags, zu der der Werbekreis eingeladen hatte, Besucherscharen in die Bergmetropole. Viele nutzten die Gelegenheit zu einem gemütlichen Einkaufsbummel und freuten sich über die vielen Schnäppchen und kostenlosen „Mitgebsel“, die die Geschäftsleute und Aussteller bereithielten.

Temperatursturz sorgt für Qualitätsverlust

Nicht fehlen durften bei der Veranstaltung natürlich die eigentlichen Namensgeber, die Äpfel selbst. Knackig und kugelrund, in saftig grüner Farbe mit leuchtend roten Bäckchen gab es die leckere Gesundkost quasi frisch vom Baum an den Ständen der heimischen Obstbauern zu kaufen. Denen hat allerdings die diesjährige Ernte, die derzeit in vollem Gange ist, bereits Sorgenfalten auf die Stirn getrieben: „Bei den Frühäpfeln sah es noch ganz gut aus, aber bei den Spätsorten haben wir massive Einbußen im Vergleich zum Vorjahr“, berichtet Karl-Heinrich Mohr.

Grund ist der späte Frost im Frühjahr – in einer einzigen Nacht war für Obstbauern wie Mohr „alles erledigt“. Und nicht nur die Äpfel, auch die Birnen hat der Temperatursturz schwer getroffen. Zum geringeren Ertrag kommt der doppelte Arbeitsaufwand bei der Ernte, „da viel mehr sortiert werden muss, weil auch die Qualität gelitten hat“. Kleiner Trost: egal ob Apfel, Birne oder Zwetschge, das was am Sonntag zum Kauf angeboten wurde, schmeckte herrlich süß, wunderbar saftig und war zudem rundum gesund.

Nicht zur Nachahmung empfohlen

Das hatten ebenfalls die Schüler der zwölften Klasse des Gymnasiums am Oelberg erkannt: Zugunsten ihrer Abikasse verkauften sie nicht nur Kuchen, sondern auch leckere Obstbecher. Süße Leckereien gab es beim Apfelsonntag ohnehin wohin man auch schaute: zahlreiche Vereine aus Oberpleis und Umgebung sowie viele Kindergärten boten Kaffee und Kuchen, Waffeln, Crêpes und Popcorn an. Viel zu sehen und zu staunen gab es dann bei den Vorführungen des Circus Corelli: So zeigten die jungen Artisten unter anderem, was man mit Tellern, Gläsern und Besteck Spektakuläres anstellen kann. Wer allerdings nicht jede Woche so fleißig trainiert wie die Nachwuchskünstler, sollte vom Nachahmen besser die Finger lassen.

Auf alle, denen nach Nervenkitzel zu Mute war, wartete indes eine andere Gelegenheit, sich zu beweisen: Bullenreiten. Klingt zwar riskant, war aber relativ ungefährlich: Wer sich auf dem buckelnden Automatikbullen nicht mehr halten konnte, der plumpste sanft in ein dickes Luftkissen.

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