Men in Black und Prinzessin Lillifee tanzten: Ballett im Kursaal von Bad Honnef

Men in Black und Prinzessin Lillifee tanzten : Ballett im Kursaal von Bad Honnef

Bei ausverkauften Aufführungen stellten 250 Eleven der Ballettschule Wien-Fischer im Kurhaus ihre Superhelden dar. Musik von Pjotr Tschaikowski bis Lenny Kravitz und pfiffige Choreografien gaben der zweistündigen Tanzshow Pfeffer.

Manchmal braucht es gar nicht viel, ein Held zu sein. „Er hat seinen Großvater zum Lachen gebracht“, umschrieb die kleine Jette Smolibowski ihren Superhelden, den „Kleinen Lord“ aus dem Film nach der Romanvorlage von Frances Hodgson Burnett. „Superhelden“ können klein sein wie Minnie Mouse oder Biene Maja, geheimnisvoll wie Elbenkönigin Galadriel aus „Der Herr der Ringe“ oder stark wie Lara Croft. Etwa 250 Eleven von Uschi Wien-Fischer und Nora Fischer stellten am Wochenende in zwei ausverkauften Aufführungen im Kurhaus „Superhelden“ vor. Und machten die gleichnamige Jahresvorstellung der Ballettschule Wien-Fischer zu einem echten Erlebnis nicht nur für Familie und Freunde.

Was aber macht Protagonisten wie Prinzessin Lillifee, Catwoman oder die Fußball-Weltmeister von 2014 zu Helden? Jedem der 20 Programmpunkte aus Ballett, Modern oder Hip-Hop waren kurze Filmsequenzen vorangestellt, in denen die Eleven selbst die Antwort gaben – ein Beitrag von Filmemacherin Tina Schimansky, die einst ebenfalls bei Uschi Wien-Fischer das Tanzen lernte. Pippi Langstrumpf? „Die ist immer fröhlich – und sie muss nicht zur Schule gehen.“ Mary Poppins? „Die kann fliegen und zaubern.“ Sherlock Holmes? „Der ist mutig und den anderen immer einen Schritt voraus.“ Men in Black? „Die sind cool. Und außerdem macht es einfach Spaß, zu tanzen.“ Kim Possible? „Die ist ein starkes Mädchen.“ Und Lara Croft? „Ist doch gut, wenn nicht immer nur die Männer die Superhelden sind.“

Temperamentvolle Supergirls

Gut zwei Stunden gab es einen Höhepunkt nach dem anderen. Zuckersüß die kleinen Ballerinen im Biene-Maja-Kostüm, die hinter ihrer Lehrerin Uschi Wien-Fischer über die Bühne flatterten. Wunderschön anzusehen auch die kleinen Lillifees, die die Bühne zum Glitzern brachten, und mega-cool die Men in Black, die mit dunklen Brillen die Hauptfiguren der Science-Fiction-Komödie gaben.

Bemerkenswert die Choreografien, für die Uschi Wien-Fischer und Nora Fischer sowie Yasmin Ünaler den verdienten Applaus ernteten. Temperament- und kraftvoll wirbelten etwa die „Supergirls“, die „Musikhelden der 90er“ oder die „WM-Helden 2014“, passend in Outfits nach dem Vorbild des Nationaltrikots, zu modernen Hits über die Bühne, während die Ballettelevinnen zur Musik von Pjotr Tschaikowski in „Barbie und der Nussknacker“ Spitzentanz zeigten und fast über die Bühne zu schweben schienen. Ein liebevolles Detail folgte dem anderen.

Elbenkönigin Galadriel im Kerzenschein

Ahs und Ohs erklangen, als Aleksey Steinbach als „Der kleine Prinz“ die Beine vom Thron herabbaumeln ließ oder als Galadriel im Kerzenschein durch den Mittelgang des Kurhauses zur Bühne geleitet wurde. Die Darbietung von Marina Rosenstein als Elbenkönigin war denn auch einer der herausragenden Auftritte der Vorstellung. Ein anderer: Der Spitzentanz der 13-jährigen Charlotta Smolibowski, die mit ihren Mittänzerinnen die Ballerina zur Heldin erhob.

Tanz für Tanz lief das Programm auf weitere sehenswerte Höhepunkte zu, so die synchron ausgeführte und extrem sportliche Choreografie rund um die Superheldin Lara Croft. Ein tänzerisches wie inhaltliches Ausrufezeichen setzten Lukas Himmelbach, Marina Rosenstein und Hannah Spies sowie Susann Gellerich, Aileen Koch, Daniela Limberg, Jill Pütz, Franziska Sporkmann, Janna Therré und Leah Winter mit ihrem Superhelden, Martin Luther King. Zum Song von Lenny Kravitz setzten die Ballettschüler dem 1968 ermordeten Bürgerrechtler und Kämpfer gegen Unterdrückung und für soziale Gerechtigkeit ein tänzerisches Denkmal. Zum „Amen“ streckten alle die Arme gen Himmel – ein schöner Schlusspunkt einer rundum gelungenen Vorstellung.

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