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Bad Honnefs ehemalige Bürgermeisterin Wally Feiden erhält das Bundesverdienstkreuz.

Für sie „zählt allein der Mensch“ : Wally Feiden aus Bad Honnef erhält das Bundesverdienstkreuz

Hohe Auszeichnung für Wally Feiden: Die engagierte Sozialdemokratin und langjährige Bürgermeisterin von Bad Honnef wird mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster hält die Laudatio.

Dass ihr Taufname Walburga ist, dürfte vielen Honnefern nicht bekannt sein. Für die Allermeisten ist sie Wally Feiden. So durfte es nicht verwundern, dass dies auch auf die rund 80 Gäste zutraf, die sich am Freitagnachmittag im Rathaus eingefunden hatten. In einer ebenso launigen wie emotionalen Feierstunde überreichte Landrat Sebastian Schuster der engagierten Sozialdemokratin und langjährigen Bad Honnefer Bürgermeisterin das Bundesverdienstkreuz am Bande.Gerahmt wurde die Feierstunde durch Musikbeiträge von Antonia Schwager (Querflöte) und Marie-Claire Junke auf der Harfe.

Es ist eine weitere Auszeichnung, die die Aegidienbergerin in Würdigung ihres gesellschaftlichen Engagements bekommen hat. 2014 hatte ihr die Stadt – als erst vierter Persönlichkeit überhaupt – den Ehrenring verliehen. Im selben Jahr erhielt Feiden, die von 2004 bis 2014 hauptamtliche Bürgermeisterin ihrer Wahlheimat war, die Dr. Johann-Christian-Eberle-Medaille für ihre mehr als 20 Jahre währende Mitarbeit im Verwaltungsrat sowie in weiteren Gremien der Stadtsparkasse.

Nun also das Bundesverdienstkreuz. „Für Dich zählt allein der Mensch“, brachte Schuster auf den Punkt, was der 1940 in Schlesien Geborenen Anliegen und Motivation zugleich sei. Umtriebig, zupackend, eine Frau, die sich „unter hohem zeitlichen Aufwand und mit viel Herzblut für die Mitbürger einsetzt“: Feiden, so Schuster, zeichne sich aus durch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, für sich und für andere. In vielen Funktionen in ihrer kommunalpolitischen Arbeit – so als Mitglied des Bezirksausschusses Aegidienberg, als sachkundige Bürgerin und von 1983 bis 2004 schließlich als Ratsmitglied für die SPD, der sie seit 1978 angehört – habe sie sich vor allem für „Menschen eingesetzt, denen es nicht so gut geht“.

Beharrlichkeit und Menschlichkeit

Das tue sie bis heute, als einer der Motoren in der Flüchtlingshilfe, sagte Schuster, bevor er Feiden die hohe Ehrung ans Jackenrevers heftete. Dass der Laudator gleich noch den Karnevalsorden des Kreises verlieh, mochte man ihm nicht verdenken: Wie anders, fragte er mit einem Augenzwinkern, sei es möglich, als Landrat die Geehrte zu küssen, ohne dass es seltsam aussehe? Schuster: „Du, liebe Wally, bist wirklich ein lebendiges Vorbild. Dafür möchte ich Dir auch ganz persönlich danken.“

Beharrlichkeit und Menschlichkeit nannte Bürgermeister Otto Neuhoff als weitere Attribute seiner Amtsvorgängerin. Das Wir-Gefühl stärken, den Stellenwert des Ehrenamtes würdigen: Dafür sei ihr auch keine repräsentative Aufgabe je zu viel gewesen. Die Liebe zur Heimat sei ihr dabei ebenso wichtig wie die Verwurzelung im gelebten Christentum. „Nit schwaade, donn“: Dieses Karnevalsmotto des Aegidienberger Männergesangvereins Liederkranz sei auch typisch für Feiden, so Neuhoff.

Dass dies alles nicht geht ohne den Rückhalt der Familie, allen voran ihres Mannes Rüdiger Feiden, daran erinnerte Pfarrer Herbert Breuer in seinem Glückwunsch. Geschadet habe das Engagement den Kindern nicht, unterstrich Sohn Felix. „Danke, dass es Euch gibt“, machten er und seine Schwester Sonja den Eltern das schönste Kompliment.

„Man staune, es macht mich sprachlos. Und das ist nicht so oft der Fall“, bedankte sich Feiden für die vielen Würdigungen. Und: „Immer gilt, keiner schafft das allein“, sagte sie an die Adresse der Familie und der vielen Wegbegleiter. Zu ihrem Engagement sagte sie schlicht: „Es waren die vielen kleinen Dinge, die einfach getan werden mussten. Ich habe es Euch allen zu verdanken, dass ich so wirken durfte.“