Lokale Motive: Bad Honnefer Künstlerin zeigt Malerei in vielen Facetten

Lokale Motive : Bad Honnefer Künstlerin zeigt Malerei in vielen Facetten

Unter dem Titel „kunsTRÄUME“ präsentiert die Honnefer Künstlerin einen Querschnitt ihrer Arbeit, von Acrylbildern über Seidenmalerei bis zur "Hommage an Chagall". Die Ausstellung ist bis zum 21. April zu sehen.

Meisterlich, farbenfroh, traumhaft – Inge Brandt verleiht der Fantasie der Besucher ihrer Ausstellung im Kunstraum Flügel. „kunsTRÄUME“ hat die Künstlerin ihre Schau im Domizil des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur in Bad Honnef genannt.

Und immens viele Freunde der bildenden Kunst waren zur Eröffnung durch die Vereinsvorsitzende Cornelia Nasner gekommen und entdeckten gleich am Eingang eine Hommage an Bad Honnef, die Stadt, in der Inge Brandt seit mehr als 50 Jahren lebt.

In einem collageartigen Bild mit dem Titel „Honnefer Facetten“ hat die Malerin herausragende Elemente Honnefs zusammengestellt, vom Drachenfels bis zum Rhein mit dem Aalschokker Aranka, vom Hontes bis zur Pfarrkirche samt Holzriesenrad vom Martinimarkt daneben, vom Fachwerkhaus des Café Profittlich bis zum Haus Gutenberg oder dem Kursaal mit einer davor spielenden Geigerin.

Ja, selbst die nur noch in ihren Fundamenten existierende Burg Reitersdorf hat sie, allerdings mit sehr zartem Strich, auferstehen lassen. Clowns vom Circus Comicus tragen ein Herz an der Stange, das genau vor dem Stadtwappen schwebt. Weinberg, Reben, Ziepchesbrunnen, der schlafende Löwe und nicht zu vergessen das Porträt von Konrad Adenauer gehören zu dieser malerischen Liebeserklärung an Bad Honnef.

Liebeserklärung an die Stadt zum Mitnehmen

Das Schöne: Inge Brandt hat dieses Bild im Din-A 5-Format gedruckt und auf der Rückseite einige historisch wichtige Ereignisse aufgeführt. Diese Blätter liegen im Kunstraum zum Mitnehmen aus. Es kann ja nur einer das Original erwerben ...

Interessant auch das Werk, das die leer geräumte Pfarrkirche Sankt Johann Baptist zeigt und besonders, im Kontrast zu den alten „Augen“ des Gebäudes, die modernen, farbenfrohen Fenster heraushebt, die durch Bürger gestiftet worden waren und im Sonnenlicht farbliche Reize aussenden.

„Die Tiefe des Raumes hat mich besonders beeindruckt“, erzählte Inge Brandt von ihrer Teilnahme an einer Führung im vergangenen Jahr, als in der Kirche noch die Restauratoren arbeiteten. Diese Eindrücke hat sie in diesem Bild festgehalten.

Ein Besuch des französischen Festivals Carrières de Lumières in einem Steinbruch vor den Toren von Les Baux-de-Provence, bei dem Bilder berühmter Meister mit Musikuntermalung an die schroffen Felswände geworfen werden, inspirierte sie zur „Hommage an Chagall“. „Chagall passt zu meiner Malerei – deshalb habe ich ihn für dieses Bild gewählt.“

Venezianische Maske und bemalte Ostsee-Steine

„Erinnerungen“ nannte Brandt ein Werk, auf dem ein Frauenkopf von vielen Elementen umschwebt wird – von Tänzern, Musikinstrumenten, Heißluftballons. Das Zifferblatt einer Uhr ist zu sehen. Vom Hochglanzfoto einer bildschönen Frau mit Turban ließ sich Brandt zum Nachdenken über deren Leben anregen und setzte es künstlerisch um.

Dicht gehängt hat Inge Brandt die Bilder der Ausstellung mit Hilfe ihres Mannes. Gezeigt werden neben Werken in Acryltechnik auch einige Ölwachskreidezeichnungen und Seidenbilder aus früheren Schaffensperioden sowie interessante Arbeiten auf Holz.

Auch eine venezianische Maske aus Porzellan ist zu sehen. Sie stellt die Figur Nanu dar. Bildhauer Jus Gustin Keser überließ sie Brandt zum Kolorieren. Von der Ostsee mitgebrachte und bemalte Steine aus der Eiszeit, regelrechte Handschmeichler, sind bei einer Präsentation zu sehen – geeignet auch als Ostereier.