Feuerdrachen: Bad Honnefer Feuerwehr hat eine quirlige Spezialeinheit

Feuerdrachen : Bad Honnefer Feuerwehr hat eine quirlige Spezialeinheit

In Bad Honnef sind von nun an die Feuerdrachen im Einsatz – mit großem Interesse. Schon zum Start der Kinderfeuerwehr gibt es eine Warteliste.

Rein ins Löschfahrzeug: Elf Jungs und drei Mädchen machten eine Sitzprobe für die neue Kinderfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Bad Honnef. Aber bis zum ersten Einsatz vergeht noch einige Zeit: Mit zehn Jahren dürfen sie Mitglieder der Jugendfeuerwehr werden, um später in die aktive Truppe aufzurücken. In der Kinderfeuerwehr können sie sich schon mal wie die Großen fühlen. Das Interesse an der Gruppe, die zunächst mit 15 Kindern startete, ist so groß, dass es eine Warteliste gibt.

Zunächst bekam jedes Kind seinen Dienstausweis, der es als Mitglied der Spezialeinheit "Feuerdrachen" kennzeichnet. Den auf der Rückseite aufgedruckten Drachen malten die Mädchen und Jungen mit Buntstiften aus. Dann wurde von jedem ein Foto gemacht und auf die Vorderseite geklebt, direkt neben den Namen. Als später die Eltern ihre Sprösslinge in Empfang nahmen, zeigten die stolz Ausweis und Dienstplan, denn auch darin unterscheiden sie sich nicht von den Großen.

Auch Bürgermeister Otto Neuhoff war von dem Nachwuchs der Feuerwehr sehr angetan. Es war auch gelungen, feuerwehrtechnisch und pädagogisch kompetente Betreuer für die Gruppe zu finden, so Frank Quadflieg, Honnefs stellvertretender Feuerwehrleiter. Kinderfeuerwehrwartin ist Oberfeuerwehrfrau Astrid Renz.

"Die Feuerwehr war bei mir immer ein Thema. Und ich habe selbst Kinder." Ihr Mann Oliver ist aktiv, sie war es vier Jahre lang nach eineinhalb Jahren bei der Jugendfeuerwehr. An ihrer Seite hat Astrid Renz die Betreuerinnen Nadine Kurtenbach, Simone Zapla sowie Anke Schmandt.

"Ich will gerne zur Feuerwehr, weil man da Feuer löscht", meinte Jasmina (6). Toni (6) kam extra aus Aegidienberg. "Ich habe schon bei Feuerwehrfesten im Auto gesessen", berichtete der Erstklässler. Johannes (6) und Julian (6) besuchen seit wenigen Wochen die Selhofer Grundschule. Johannes: "Weil es Spaß macht, bin ich hier. Ich schaue gern Feuerwehrbücher an." Julian: "Beim Fest habe ich Feuerwehrautos gesehen."

Niklas (8) hat ein Vorbild in der Familie: Sein Papa Christian Wippich ist Feuerwehrmann. Niklas: "Ich wollte schon immer zur Feuerwehr." Und Enrico (8) ist mit seinem Freund Niklas mitgekommen: "Bis jetzt gefällt es mir sehr gut." Luisa (6) erzählte: "Meine Mama hat mir gesagt, dass es eine Kinderfeuerwehr gibt."

Anne Eik holte Sohn Bendix (8) ab. "Wir sind gerade erst von Hamburg hierhergezogen. Bendix ist von Feuerwehr begeistert." Und Nadja Bönisch hatte Sohn Levi (7) angemeldet. "Wir haben die Daumen gedrückt, dass er angenommen wird."

Spielerisch werden sich die Kinder mit den Themen Brandschutz, Erste Hilfe und Verkehrserziehung befassen und auf den Dienst in der Jugendfeuerwehr vorbereitet. Gruppenspiele, Sport und Bewegung, Basteln und Experimentieren, Kochen, Backen und Grillen stehen auf dem Programm sowie gemeinsame Aktionen mit der Jugendwehr. "Beim nächsten Monatstreffen basteln die Kinder Laternen, mit denen sie im Selhofer Sankt-Martins-Zug mitgehen werden", sagte Zapla.

Und zum Abschied fasste sie zusammen: "Das war eine tolle erste Gruppenstunde." Das fanden die Kinder auch. "In dem Alter sind wir Feuerwehrleute noch die Helden", meinte Pressesprecher Björn Haupt. Es gehe darum, Kinder früh an die Feuerwehr zu binden, um den Nachwuchs zu sichern. "Dürfen die Kinder mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr eintreten, haben sie längst viele andere Interessen."

Um den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr die Zeit bis zur Überstellung in die aktive Feuerwehr im 18. Lebensjahr noch interessanter zu gestalten, dürfen sie mittlerweile mit 16 mit den Großen üben und mit 17 zu einfachen Einsätzen mit ausrücken.

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