Bürger kritisieren Parkregelung: Bad Honnefer dürfen vor der eigenen Haustür nicht parken

Bürger kritisieren Parkregelung : Bad Honnefer dürfen vor der eigenen Haustür nicht parken

Die Anwohner des Rheingoldwegs sind sauer. Sie besitzen zwar einen Anliegerparkausweis, doch der gilt nicht in der eigenen Straße. Dort müssten sie ein Parkticket bezahlen.

Wenn Monika Dodemont aus ihrem Küchenfenster auf die Straße schaut, wird sie wütend. Richtig wütend. Denn sie sieht – nichts. Kein Auto weit und breit, sagt sie. Fast immer. Denn seit das Parkkonzept gilt und der Rheingoldweg zur Parkzone A gehört, darf dort nur parken, wer ein Ticket bezahlt. Und das gilt auch für die Anwohner, die für ihre Autos nun einen Parkplatz in den umliegenden Straßen der Zone B suchen müssen, in der sie mit Anliegerausweis parken dürfen. Und das, obwohl vor der eigenen Haustür alles frei ist. „Es parkt hier niemand. Ich weiß nicht, wo all die Besucher sind, hier jedenfalls nicht.“

Sie und ihre Nachbarn fordern, dass sie in ihrer Straße wieder parken dürfen. Und zwar nicht erst nach der von der Stadt angekündigten Evaluierung des Parkkonzeptes im Herbst, sondern so schnell wie möglich. „Wir wohnen hier, wir parken hier!“ steht daher auch auf den Schildern in den Fenstern entlang der Straße. Jeden Tag macht Dodemont Fotos von der autofreien Straße und schickt sie der Stadtverwaltung.

„Wir werden das nicht hinnehmen“, sagt sie und weist auf den Stapel Bilder. „Als wir im Sommer davon gehört haben, waren wir zwar der Meinung, dass die Gebührenpflicht bei uns in der Straße nicht funktionieren würde, aber wir waren bereit, das hinzunehmen. Aber wir sind nicht im Traum darauf gekommen, dass das bedeuten würde, dass wir trotz Anwohnerparkkarte auch Gebühren bezahlen müssen.“

Nach Feierabend 20 Minuten Parkplatzsuche

Und: Wo die Anwohner nun legal und kostenlos parken dürfen, „stehen ja schon die 'echten' Anwohner dieser Straßen. Dort streiten wird uns dann um die Parkplätze. Das kann es doch nicht sein.“ Nach Feierabend kreisten sie und ihre Nachbarn 20 Minuten durch die Gegend, um einen Parkplatz zu finden, „und vor unseren Haustüren ist alles frei“.

Ihren Unmut hat sie der Stadt in drei Briefen mitgeteilt – „doch bis auf eine dürre Antwort, dass man unsere Anliegen selbstverständlich in einer Evaluierung berücksichtigen würde, ist nichts passiert“. Aber die Anlieger wollen nicht aufgeben. Und so macht Dodemont weiter jeden Tag die Bilder von der Straße und schickt sie per E-Mail an die Stadt. Als geradezu „bösartig“ empfindet sie allerdings die Tatsache, dass die Anwohner des unteren Rheingoldwegs ihre Autos auch nach Feierabend und am Wochenende nicht mehr auf den Lehrerparkplätzen an der Konrad-Adenauer-Schule abstellen können.

Zum Einkaufen nach Unkel - da sind Parkplätze kostenfrei

Dort stehen zehn Plätze zur Verfügung – für die Anwohner aber kostenpflichtig, obwohl sie laut Dodemont bereits in Zone B liegen. „Wenn wir Anlieger diese Parkplätze außerhalb der Schulzeit kostenlos nutzen könnten, wäre uns schon sehr geholfen.“ Sozusagen ein Anfang. Ziel bleibe aber, dass man wieder in der eigenen Straße parken dürfe. Dass das Parkkonzept zur Belebung der Innenstadt beiträgt, bezweifelt sie. „Meine Freundinnen und ich fahren jetzt lieber nach Unkel, da können wir umsonst parken. Es geht mir nicht ums Geld, sondern ums Prinzip.“

Bürgermeister Otto Neuhoff versprach auf GA-Anfrage, man werde prüfen, wie es sich mit den Lehrerparkplätzen verhalte. „Wir hören ja zu und schauen, wo wir nachjustieren können, ohne das Konzept an sich zu kippen“, so Neuhoff, der in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf die geplante Sonderberechtigung für die Zone A verwies: Sie soll den Anwohnern die Möglichkeit geben, eine halbe Stunde kostenlos vor ihren Häusern zu parken, etwa zum Be- und Entladen.

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