Bad Honnef: Haus der Jugend feiert 35-jähriges Bestehen - Feier am Samstag

Feier am Samstag : Haus der Jugend in Bad Honnef feiert 35-jähriges Bestehen

Seit 35 Jahren steht das Haus der Jugend in Bad Honnef jungen Besuchern offen - und in den vergangenen Jahrzehnten hat sich viel getan. Wir werfen einen Blick zurück und voraus auf die Feier am kommenden Samstag.

Wenn Markus Biehler seine Aufgaben als Sozialpädagoge im Haus der Jugend in Bad Honnef Revue passieren lässt, wird eines ganz deutlich: der Wandel. War der Leiter des Jugendzentrums an der Bahnhofstraße früher eher "der Polizist, der durch die Räume geht und kontrolliert", sind er und seine Kollegen heute eher Ansprechpartner. Ob bei persönlichen Problemen oder anderen Fragen, "die Jugendlichen suchen uns heute viel mehr als Personen", sagt Biehler, der seit 2000 in dem Haus arbeitet und es seit 2002 leitet.

Eines hat sich jedoch nicht verändert: Seit 35 Jahren stehen die Türen des Jugendzentrums Kindern und jungen Erwachsenen offen. Mit verschiedenen Programmpunkten und Angeboten feiert die Einrichtung am Samstag, 21. September, ihren Geburtstag.

Im August 1984 öffnete erstmals in Bad Honnef ein Jugendzentrum seine Tore. Bis dahin war es jedoch ein "ziemlich steiniger und langer Weg", sagt Biehler. Bereits 1975 habe der Stadtrat sich dafür ausgesprochen, eine offene Jugendeinrichtung zu schaffen. Es sollte noch neun Jahre dauern. Die Suche nach einem geeigneten Standort begann. Im Gespräch waren das evangelische Jugendheim an der Bismarckstraße oder auch die alte Post an der Bahnhofstraße, in der heute eine Arztpraxis ist.

Freuen sich auf die Feier (v.l.): Markus Biehler, Praktikant Thorsten Jung, Birgit Winkelhausen, Diplompädagogin Sarah Cremer und Bundesfreiwilligendienstlerin Gina Reisdorf. Foto: Alexander Hertel

1996 kam der Umzug in die heutigen Räume

Letztlich wurde es das Gebäude Bahnhofstraße 2. Darin hatten sich zuvor ausgegliederte Fachbereiche der Stadtverwaltung befunden, nach dem Umzug in das heutige Rathaus standen die Räume leer. Es gründete sich der Verein "Gesellschaft für Sozialarbeit", der die Trägerschaft übernahm. Mit dabei waren auch Volker Burghoff, Josef Eich und Heribert Burdick. "Sie haben daran mitgewirkt, dass das Jugendhaus schließlich eröffnet werden konnte", sagt Birgit Winkelhausen vom Stadtjugendring, dem heutigen Träger.

Von Dauer war die Lösung mit dem Fertigbauhaus allerdings nicht. "Wir wollten den Jugendlichen ein ordentliches Gebäude zur Verfügung stellen", sagt Winkelhausen. So wurde das Haus 1995 abgerissen, die Jugendlichen zogen übergangsweise ins Nachbargebäude, um dann 1996 die heutigen Räume in Beschlag zu nehmen. "Es ist schon ein anderes Niveau jetzt", sagt Biehler.

Montags, dienstags und donnerstags von 13 bis 19.30 Uhr und freitags von 15 bis 19.30 Uhr stehen die Räume allen Kindern ab neun Jahren, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen neun und 27 Jahren offen; mittwochs ist von 15 bis 18 Uhr Mädchentag. Die Besucher können im offenen Treffpunktbereich Kicker, Tischtennis oder Billard spielen, zudem stehen zahlreiche Gesellschaftsspiele und einige Spielekonsolen zur Auswahl.

Dazu gibt es einen Kreativraum mit vielen Lern-, Spiel- und Bastelmaterialien, einen Raum mit Hängematte, Strandliegen und Sofas sowie einen schallisolierten Discoraum mit verschiedenen Instrumenten und der Möglichkeit der Bandprobe. Unerlässlich, um die Jugendarbeit bunt und attraktiv zu gestalten, seien Sponsoren und Unterstützer. "Ohne die könnten wir die Vielfalt nicht anbieten", betont Biehler und nennt als Beispiel die Förderung durch das Aalkönigkomitee.

„Haus der Jugend“-Leiter Biehler: „Viel mehr Kooperationen als früher“

Dieses hat zuletzt das Graffitiprojekt unterstützt und beteiligt sich seit vier Jahren bereits am Musikprojekt der Rhein Refugees. Darüber hinaus arbeitet das Haus mit Schulen und auch mit der Volkshochschule zusammen. "Es sind viel mehr Kooperationen als früher", sagt Biehler. Verändert hat sich auch das "Klientel", wie der Leiter es nennt. Waren es früher eher junge Erwachsene , besuchen heute primär die Zwölf- bis 18-Jährigen das Haus. Auch sei der Kontakt zu den Jugendlichen heute viel enger, die Arbeit sehr viel intensiver geworden, berichtet Biehler.

"Es ist nicht nur Verwahrung und Kontrolle, sondern auch viel mit den Jugendlichen zu machen und mit ihnen zu reden. Man bekommt manchmal das Gefühl, dass wir Ersatzeltern sind." Ein offenes Ohr für die Probleme der Jugendlichen hat das Team immer, auch gehen die Mitarbeiter auf die Wünsche der Besucher ein. "Wir orientieren uns bei unserem Angebot auch an den Themen der Jugendlichen", sagt Diplompädagogin Sarah Cremer, die seit 2013 im Haus der Jugend arbeitet.

Wie viele Mädchen und Jungen in die Einrichtung kommen, sei schwer einzuschätzen. "Anfang des Jahres waren es bis zu 40 am Tag, heute sind es eher rund 15. Im Sommer generell weniger als im Winter", sagt Biehler. Manche kämen täglich, andere einmal in drei Wochen. Langweilig wird es in jedem Fall nicht.

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