Glosse zur Zeitumstellung: Auch Hunde leiden unter Mini-Jetlag

Glosse zur Zeitumstellung : Auch Hunde leiden unter Mini-Jetlag

Eine Stunde weniger Schlaf - die Zeitumstellung hat nicht nur GA-Redakteurin Claudia Sülzen zu schaffen gemacht, sondern auch ihrem Hund. Der hätte fast seinen Spaziergang verschlafen.

"Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?“ Einmal im Jahr dürfte sich nicht nur die Kindergeneration der ausgehenden 70er Jahre, für die Paulchen Panther ein fester TV-Termin war, diese Frage stellen.

Das beste Argument in unserem Haus, den Wechsel von der Winter- zur Sommerzeit abzuschaffen, ist nicht der rosafarbene Panther, sondern ein verschlafener Canis lupus familiaris. Und dieser verfügt über eine innere Uhr, die jeden Wecker blass aussehen lässt.

Montagmorgen, der erste Arbeitstag nach der Umstellung auf die Sommerzeit. Am Sonntagabend noch lange im Hellen unterwegs gewesen, vergleichsweise spät zu Abend gegessen und hernach wie erschlagen in die Federn gesunken: Die Begleiterscheinungen der Nacht, in der uns eine Stunde „geklaut“ worden ist, dürften in vielen Familien ähnlich sein.

Immer noch müde vom ungewohnten Rhythmus, spulen die Familienmitglieder dann am Montag das allmorgendliche Ritual ab. Kaffee kochen, Zeitung reinholen, Anziehen, Hund füttern.

Hund füttern? Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit taucht der Vierbeiner nicht auf, trottet nicht hinter den Familienmitgliedern her, um ja nicht das frische Futter im Napf und danach den Start zum Morgenspaziergang zu verpassen. Also erst mal in Ruhe frühstücken. Schließlich fehlen auch Frauchen heute 60 Minuten für den Start in den Tag.

Zähne putzen, Wanderschuhe schnüren, Jacke anziehen. Immer noch fehlt von der Hauptperson dieses täglichen Pflichtprogramms jede Spur. Stattdessen dringen von der oberen Etage, wo des Ungeheuers Korb steht, unverkennbare Schnarchgeräusche ins Treppenhaus.

Als selbst das Rappeln mit der Leckerchendose nichts hilft, bei dem die Dogge sonst eine für ihre Leibesfülle ungeahnte Geschwindigkeit entwickelt, bleibt nur: Hinaufgehen und das Tier beherzt wachrütteln. Spazieren gegangen ist es dann doch. Und wird es am Abend wieder wollen. Allerdings für unser Zeitgefühl – weit zu spät.

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