Dauerbaustelle in Bad Honnef zu Ende: Anwohner verärgert nach Umbau der Linzer Straße

Dauerbaustelle in Bad Honnef zu Ende : Anwohner verärgert nach Umbau der Linzer Straße

Für die Stadt Bad Honnef ist der Abschluss des letzten Bauabschnitts auf der wichtigen Verkehrsachse ein Anlass zur Freude. Bei den Anwohnern überwiegt der Ärger - sie kritisieren Planungsfehler und hohe Beiträge.

Auf der Linzer Straße, ab der Kreuzung Menzenberger Straße, rollt der Verkehr wieder. „Heute ist der Moment, Danke zu sagen“, meinte am Donnerstag der Erste Beigeordnete der Stadt Bad Honnef, Holger Heuser – für die Arbeit, für das Engagement und auch für die Geduld während der Bauarbeiten.

Auf dem Gelände der Beefer GmbH hatte die Stadt zu einem Umtrunk eingeladen, neben offiziellen Vertretern von Bezirksregierung, Rat, Stadtverwaltung und beteiligten Unternehmen auch die Anlieger. Und die haben jetzt zwar eine nagelneue Straße vor der Tür, aber auch eine gehörige Portion Wut, die sie denn auch herausließen.

Nach fast sieben Jahren, mit Unterbrechungen, sei nun mit dem dritten Bauabschnitt ein großer Teil der Linzer Straße ausgebaut worden. Kreisverkehr, Mini-Kreisel, Ampelanlage, ein breiter Gehweg, den auch Radfahrer mitbenutzen können, und Bushaltestellen für mobilitätseingeschränkte Verkehrsteilnehmer nannte Heuser als Kennzeichen dieser Straße.

„Ein Projekt dieses Umfangs ist nicht ohne die vielen Helfer und ohne die finanzielle Förderung des Landes, des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland und der Anliegerbeiträge möglich. Vielen Dank dafür und für die Unterstützung aller Beteiligten, besonders der Anlieger, die die eine oder andere Beeinträchtigung, den Lärm und den Dreck hinnehmen mussten.“

Anlieger zahlen zusammen 1,6 Millionen Euro

Heuser nannte auch Zahlen: Rund 3,5 Millionen Euro Herstellungskosten für die drei Bauabschnitte, davon 1,2 Millionen Euro Fördermittel und rund 1,6 Millionen Euro Anliegerbeiträge. Summen, die bei Anliegern die blanke Wut hochkochen lässt.

Brigitte Heister (64), die mit zahlreichen Nachbarn gekommen war, meinte: „Unter uns herrscht großer Unmut, den wir hier äußern möchten. Wir müssen zahlen, manche werden ihr Haus dadurch verlieren oder ihr Erspartes dafür geben. Das ist eine Durchgangsstraße, das ist nicht unsere Straße. Soll das Land bezahlen oder die Leute, die davon profitieren.“

Sie habe 800 Quadratmeter Wiese hinterm Haus. „Das wird mir als Bauland in Rechnung gestellt, aber als ich mit Interessenten zur Verwaltung ging, die darauf bauen wollten, ging das nicht.“ Würde nur ihre Grundstücksfront für die Beiträge zugrunde gelegt, wäre das in Ordnung.

Lehrerin Ulla Burdick (66): „Ich wollte eine Weltreise machen, brauche ein neues Auto – das alles geht nicht mehr. Weil ich das Grundstück meiner Eltern, Gartenland, geerbt habe, muss ich noch mehr zahlen.“ Zudem habe sie nach den Bauarbeiten Beschädigungen am Haus.

Karin Telohe (62) beklagte die mangelnde Transparenz bei den Rechnungen. Und ärgerte sich: „Mein Laden war kaum zu betreten, da ist kein Kunde während der Bauzeit gekommen.“ Birgit Krog (58) klagt nicht nur über Schäden am Haus, sondern auch über die Situation auf dem Gehweg, den nun auch Radfahrer nutzen dürfen: „Ich habe schon einige Beinaheunfälle gesehen.“

Monika Zander vermisst das Bushäuschen vor dem Haus Linzer Straße 65/67 – weil dort ein denkmalgeschütztes Haus stehe, habe man von der Errichtung abgesehen, habe ihr die Stadt als Grund genannt. Heister kündigte an: „Wir wollen versuchen, gemeinschaftlich anwaltlich gegen die Anliegerbeiträge vorzugehen.“

Heuser sagte: „Wir müssen die Beiträge erheben. Aber der Bürger hat ein Anrecht auf sorgfältige Prüfung und zügige Erledigung.“

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