Nachfolger von Malu Dreyer: Andreas Pinkwart wird neuer Aalkönig von Bad Honnef

Nachfolger von Malu Dreyer : Andreas Pinkwart wird neuer Aalkönig von Bad Honnef

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart wird am 6. September im Grandhotel auf dem Petersberg Königswinter zum neuen Herrscher der Bad Honnefer Aalmonarchie gekrönt. Der Nachfolger der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist der dritte FDP-Politiker in diesem Amt.

Bad Honnefs neuer Aalkönig heißt Andreas Pinkwart. Vor der malerischen Kulisse des Aalschokkers Aranka, Keimzelle des Engagements des Aalkönigkomitees, verkündigte dessen Sprecher, Staatssekretär a.D. Friedhelm Ost, am Dienstag die Personalie. Nach dem verstorbenen Rekord-Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und FDP-Chef Christian Lindner stellt sich damit zum dritten Mal ein Liberaler in den Dienst der guten Sache. Ost: „Wir freuen uns sehr über den glücklichen Fang eines so schwergewichtigen 'Gelb-Aals'.“

Die Krönungszeremonie des FDP-Politikers Pinkwart findet am Freitag, 6. September, auf dem Petersberg statt. Der Erlös des mit Sponsorenunterstützung ausgerichteten Krönungsfestes kommt wie immer Projekten der Kinder- und Jugendarbeit zugute.

"Ein schwergewichtiger Gelb-Aal"

Nach einer Ministerpräsidentin nun ein Minister: Pinkwart, seit 2017 Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie in der NRW-Landesregierung um Armin Laschet, folgt auf Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. „Wir haben uns sehr schwer getan, einen Nachfolger für Malu Dreyer zu finden“, räumte Ost ein. Grund unter anderem: Im Herbst stehen zwar nicht in Nordrhein-Westfalen, wohl aber in drei anderen Bundesländern Landtagswahlen an – eine Tatsache, die die Liste der potenziellen Regenten eingrenzte.

Um so glücklicher schätze sich das Aalkönigkomitee, dass ihm mit Pinkwart ein derart „profilierter Wissenschaftler und Politiker“ in die Reuse gegangen ist, spielte Ost auf die Biografie des Liberalen an, mit Stationen als stellvertretender NRW-Ministerpräsident und Landesminister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie von 2005 bis 2010 sowie als Rektor der HHL Leipzig Graduate School of Management und Lehrstuhlinhaber für Innovationsmanagement und Entrepreneurship von 2011 bis 2017.

Profiliert in Wissenschaft und Politik

„Der zukünftige Monarch verfügt über große Fähigkeiten und Erfahrungen in verschiedenen schwierigen Gewässern“, so Ost. Er habe „mit Erfolg viele Untiefen durchquert und ließ sich nicht von hinterhältigen Fallenstellern, auch aus der eigenen Partei, einfangen“. Seine Qualitäten habe der Diplom-Volkswirt, der seit 1980 FDP-Mitglied ist, als kundiger Ökonom ebenso bewiesen wie als Politiker. „Der designierte Aalkönig ist gewissermaßen ein Marathonläufer in Wissenschaft und Politik“, so Ost.

Als solcher widme sich Pinkwart, geboren 1960 in Neunkirchen-Seelscheid, auch in aktueller Funktion um „ambitionierte Herausforderungen“. Allem voran zu nennen seien der Ausbau des schnellen Internets, die Umstrukturierung der Stein- und Braunkohleregion, der Aufbau intelligenter Energie- und Umweltsysteme und die Förderung der Start-ups junger Unternehmer. Ost: „Freie Unternehmer sind für ihn die 'hidden champions', die mit Innovationen und großer Leistungsbereitschaft für Investitionen, Wachstum und Arbeitsplätze sorgen.“

Teilnehmerzahl ist begrenzt

Da das Bad Honnefer Kurhaus wegen Renovierung noch bis ins kommende Jahr geschlossen ist, muss das Aalkönigsfest in diesem Jahr nach Königswinter ausweichen. Mit dem Grandhotel auf dem Petersberg sei aber ein stilvoller „Ersatz“ gefunden, so Ost. Allerdings sollten sich Interessenten mit der Kartenreservierung noch ein bisschen mehr beeilen als in den Vorjahren, da die Teilnehmerzahl auf 350 begrenzt ist.

Engagement seit 2003

2003 wurde die Aalkönigsidee zum Erhalt des renovierungsbedürftigen Aalschokkers Aranka geboren. Ziel war es zunächst, mit dem Reinerlös eines Festes die Restaurierung des Bad Honnefer Wahrzeichens zu finanzieren. Nachdem dies gelungen war, setzte sich das Komitee das langfristige Ziel, Projekte im Bereich „Jugend und Soziales“ zu fördern. Bis 2014 finanzierte das Aalkönigkomitee 250 Projekte mit insgesamt mehr als 300 000 Euro.

Seit 2014 stehen die Gewaltprävention bei Jugendlichen sowie die Integrationsarbeit im Fokus; jedes Jahr bringt das Komitee mit Hilfe von Sponsoren und Gästen des Krönungsfestes Projekte für etwa 25 000 Euro auf den Weg.

Aalkönige waren bisher Wolfgang Clement, Lothar Späth, Konrad Beikircher, Friedrich Merz, Peer Steinbrück, Hans-Dietrich Genscher, Rudolf Seiters, Jean-Claude Juncker, Theo Waigel, Reinhard Kardinal Marx, Christian Lindner, Wolfgang Bosbach und Eckart von Hirschhausen. Dreimal regierte eine Frau: Rosi Mittermaier, Maybrit Illner und Malu Dreyer.

Karten für das Krönungsfest zum Preis von jeweils 145 Euro können nur schriftlich geordert werden beim Aalkönigkomitee, Reitersdorfer Straße 6, 53604 Bad Honnef, E-Mail: buero.friedhelmost@t-online.de

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