Austausch über Projekte: Aalkönigin Malu Dreyer zu Gast in Hohenhonnef

Austausch über Projekte : Aalkönigin Malu Dreyer zu Gast in Hohenhonnef

Aalkönigin Malu Dreyer hat sich im Haus Hohenhonnef über die vom Aalkönigkomitee finanzierten Projekte informiert. Dabei zeigte sie sich von den Beteiligten begeistert und stellte die Wichtigkeit ihrer Arbeit hervor.

Königliche Visite in Bad Honnef: Aalkönigin Malu Dreyer hat am Dienstag das Haus Hohenhonnef besucht, um sich über die vom Aalkönigkomitee finanzierten Projekte zu informieren und sich mit den Beteiligten auszutauschen. „Es ist eine große Freude und Ehre, dass die Majestät zu uns gekommen ist“, sagt der Komitee-Sprecher, Staatssekretär a.D. Friedhelm Ost.

„Ich wollte unbedingt mal nach Bad Honnef kommen, um die Projekte kennenzulernen“, sagt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin. Dreyer, frühere Sozialministerin des Landes, hat sich „sehr gefreut, dass ich Aalkönigin sein darf. Das passt hier perfekt zu mir und meinen Erfahrungen.“

Inklusives Fußballturnier ein großer Erfolg

Entstanden 2003 mit dem ursprünglichen Ziel, den renovierungsbedürftigen Aalschokker Aranka zu erhalten, hat sich das Komitee nach Abschluss der Schiffsrestaurierung Projekten aus dem Bereich Jugend und Soziales zugewandt. „Wir geben immer nur die Impulse, um etwas in Gang setzen zu wollen“, sagt Komiteemitglied Fabian Ost.

Etwas in Gang gesetzt haben auch Karl-Heinz Lichtenberg und Johannes Kohns vom Haus Hohenhonnef, in dem derzeit 89 Menschen mit geistiger Behinderung leben und betreut werden. Die beiden Fußballtrainer richteten in diesem Sommer zum zweiten Mal ein inklusives Fußballturnier aus. „Auf vielfachen Wunsch musste es dieses Jahr wiederholt werden“, sagt Hausleiterin Marion Prechtl und lacht. „Ich habe noch nie so lebensfrohe Menschen gesehen. Es ist ein tolles Erlebnis“, sagt Lichtenberg über das eigene Team. Auch im nächsten Jahr soll es das Turnier erneut geben. „Wir haben sogar schon Anfragen von Teams aus Frankreich und Belgien.“

Projekt mit Hagerhof-Schülern

Ebenfalls ein Projekt aus dem Haus Hohenhonnef ist die Inklusive Kunstwerkstatt. Zwei Wochen lang arbeiteten Schüler vom Gymnasium Hagerhof mit Bewohnern der Einrichtung an einem Kunstprojekt. „Das Ziel ist es, Menschen Mut zu machen und ihnen Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen“, sagt die künstlerische Leiterin Franka Peikert. Das habe gut geklappt. Peikert stellte zudem ganz unterschiedliche Herangehensweisen fest. „Behinderte Menschen sind oft nicht so verkopft. Sie legen einfach los.“

Die Aalkönigin zeigt sich begeistert. „Es ist sehr beeindruckend, dass es solche Projekte gibt“, sagt Dreyer. Neben dem Haus Hohenhonnef unterstützt das Komitee auch das Frauenzentrum Bad Honnef. Eines seiner Projekte ist „Nein heißt nein! Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt“, das unter anderem mit Plakaten auf sexuelle Belästigung, Grenzüberschreitungen und die Gefahr von K.o.-Tropfen beim Feiern aufmerksam machen will (der GA berichtete).

Nach Kooperationen mit Karnevalsvereinen oder Veranstaltungen wie R(h)einspaziert sollen nun Schulungen für Sanitäter, Security- und Gastronomiepersonal entwickelt werden, um für das Thema zu sensibilisieren und Strategien für ein Eingreifen an die Hand zu geben, erläutern Lisa Schulte und Julia Haubs vom Frauenzentrum.

"Er ist unbezahlbar"

Neben einer traumaspezifischen Beratung für geflüchtete Frauen bietet das Frauenzentrum zudem die Stabilisierungsgruppe „Wege zu den eigenen Kraftquellen“ an. „Es geht darum, Frauen, die sexualisierte und körperliche Gewalt in ihrer Kindheit oder häusliche Gewalt erlebt haben, nach der äußeren Sicherheit auch das Gefühl der inneren Sicherheit wiederzugeben“, erklärt Haubs. „Die gegenseitige Wertschätzung und Anteilnahme in der Gruppe bedeutet eine große Stärkung.“ Dreyer hört aufmerksam zu. Sie betont die Wichtigkeit solcher Projekte und sagt: „Es ist immer noch erschütternd, wie häufig es Fälle von Gewalt gegen Frauen gibt.“

Friedhelm Ost erklärt das Selbstverständnis des Aalkönigkomitees: Es sei eine „Bürgerinitiative, die nicht gegen, sondern für etwas ist“. Fabian Ost dankt den Projektbeteiligten: „Das ist ein Wert, für den es kein Preisschild gibt. Er ist unbezahlbar.“

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