Kreisstraße wird ausgebaut

Politiker fordern Radweg an der K30

An Fußgänger und Radfahrer wurde an der Kreisstraße 30 nicht gedacht.

An Fußgänger und Radfahrer wurde an der Kreisstraße 30 nicht gedacht.

Windhagen/Bad Honnef. Eine Verbindungsstraße, auf der schwere Laster fahren, und es gibt weder Rad- noch Gehweg: Die Kreisstraße 30 zwischen Windhagen und Rottbitze ist gefährlich für Fußgänger und Radler.

„Lebensgefährlich“ – so nennen SPD-Kommunalpolitiker beiderseits der Landesgrenze die Situation für Fußgänger und Radfahrer an den Kreisstraße 30 zwischen Windhagen und Rottbitze. Grund: Einen Geh- und Radweg gibt es dort nicht. Zugleich ist die Straße stark befahren, auch von Schwerlastverkehr, und neuerdings mit Leitplanken versehen. Gemeinsam setzen sich Sozialdemokraten und Grüne in Windhagen und Bad Honnef dafür ein, dass bei der angestoßenen weiteren Entwicklung des Gewerbeparks Dachsberg auch ein sicherer Seitenstreifen geplant wird.

Wie berichtet, expandiert die Firma Wirtgen von Windhagen aus auf Bad Honnefer Gebiet. Mit den planungsrechtlichen Belangen betraut ist wegen der grenzüberschreitenden Belange ein eigens gegründeter Zweckverband unter Beteiligung beider Kommunen. Zum Bebauungsplan „Industriegebiet Dachsberg II“, der in dem Gremium beraten wird, fand von Ende März bis Ende April die Offenlage statt. Dabei forderten unter anderem die SPD und die Grünen in Windhagen, auch an einen Geh- und Radweg vom Ortsausgang Windhagen bis zum ersten Kreisel zu denken.

Verkehrszählung einfach vergessen

Auszüge der Eingabe wörtlich: „Wir legen Ihnen deshalb unsere erheblichen Bedenken in diesem Punkt vor und geben die dringende Anregung, dieses Versäumnis mit allen Konsequenzen nachzuholen. Wie seit Langem bekannt ist, handelt es sich bei der K30 um eine sehr stark befahrene Straße, die eine Benutzung als Fußgänger oder Radfahrer zum hochrisikoreichen Unterfangen macht.“ Der Bedarf sei täglich zu sehen, ein Trampelpfad belege das. Aber es sei „leider versäumt worden“, bei den Verkehrszählungen für den ebenfalls geplanten Kreisel Freiberg den Bedarf mit zu ermitteln.

Unterstützung bekommen die Windhagener von SPD und Grünen im Bad Honnefer Stadtrat. „Wir halten die planerische Einteilung der Straßenverkehrsfläche im Bebauungsplan 'Dachsberg II' entlang des Windhagener Weges in Fahrbahn sowie Geh- und Radweg für mehr als geboten“, so die SPD. Grünen-Sprecher Klaus Wegner: „Generell sollte die Rad- und Fußwegplanung entlang des Windhagener Weges auf die Planung 'Kreisel Freiberg' und das dort notwendigerweise vorzusehende Rad-Fußwege-Konzept planerisch abgestimmt werden.“

Unter dem Stichwort „Belange des Radverkehrs“ äußerte sich in der Offenlage auch der Rhein-Sieg-Kreis. Demnach habe der Kreisplanungsausschuss die Verwaltung gebeten, bis Herbst eine Bedarfsanalyse für zusätzliche Radwege an Kreisstraßen zu erstellen. „Aufgrund der hohen Belastung wird in diesem Zusammenhang auch ein Radweg an der K30/Windhagener Straße in Erwägung gezogen. Es wird darum gebeten, den Platzbedarf in den Bauleitplanverfahren zu berücksichtigen“, so der Kreis.

Platz für einen Rad- und Gehweg ist da

Damit nicht genug, haben SPD und Grüne nach eigenen Angaben in den Bebauungsplänen, die eben auch die K30 einbeziehen, eine Planungslücke ausgemacht – und sehen einen Hoffnungsschimmer, dass Geh- und Radweg trotz fortgeschrittener Planung und damit bis zum noch ausstehenden Satzungsbeschluss möglich werden.

Denn in den Plänen sei eine Einteilung der Straßenverkehrsflächen etwa in Fahrbahn und Verkehrsgrün oder Gehwege nicht vorgenommen worden. Da zugleich ausreichend Fläche vorhanden sei, fordern SPD und Grüne eine konkrete Zuordnung mit dem Ziel, Rad- und Fußweg auszuweisen.

Vor diesem Hintergrund beantragte die Bad Honnefer SPD-Fraktion im jüngsten Stadtrat, einen Beschluss zu ergänzen. Vorschlag: Der Beschluss, dass der Rat „keine Einwendungen gegen die beabsichtigte Planung des Zweckverbandes 'Industriegebiet Dachsberg II' hat“, sollte erweitert werden um den Passus „unter angemessener Berücksichtigung der abwägungsrelevanten Anregungen, insbesondere hinsichtlich der Belange des Rad-/Fußgängerverkehrs, des ÖPNV sowie der Energiebereitstellung“.

Die Mehrheit lehnte das ab mit der Begründung, ein Einschnitt in die an den Zweckverband übertragene Zuständigkeit könnte das Projekt gefährden. SPD-Ratsherr Jörg Heinzelmann hält entgegen: Auch Anregungen des Rhein-Sieg-Kreises und des Polizeipräsidiums Bonn zur Versorgung des Gebiets mit erneuerbarer Energie sowie Anbindung des Rad- und Fußverkehrs und des öffentlichen Personennahverkehrs müssten berücksichtigt werden: „Es wird hier für Jahrzehnte geplant.“

Zu guter Letzt habe der Rhein-Sieg-Kreis beidseitig Leitplanken anbringen lassen. „Eine solche Maßnahme hat den Fußgänger nicht mehr im Blick“, so Thomas Stumpf, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion Windhagen. Der Rhein-Sieg-Kreis erklärte auf GA-Anfrage, die Leitplanken dienten als Absturzsicherung an den neu errichteten Zugängen zu zwei Bachdurchlässen (siehe Kasten). Die Schutzplanken dienten gerade der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, so eine Kreis-Sprecherin.