Jugendprojekt in Bad Honnef

Im Escape-Room werden Umwelträtsel gelöst

Mit Wandfarbe und vielen Ideen machen sich die Jugendlichen an die Gestaltung des Escape-Rooms. Dazu bauen sie einen Raum im Untergeschoss des Gemeindehauses um.

Mit Wandfarbe und vielen Ideen machen sich die Jugendlichen an die Gestaltung des Escape-Rooms. Dazu bauen sie einen Raum im Untergeschoss des Gemeindehauses um.

BAD HONNEF. Die Evangelische Jugend Bad Honnef beschäftigt sich seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema Vermüllung. Ihre neueste Idee: Sie baut im Gemeindehaus einen Escape-Room, in dem es um einen Müllskandal geht.

Escape-Räume liegen voll im Trend. Ein ganz besonderer soll im Mai in Bad Honnef seine Türen öffnen. Ein Escape-Room, gemacht von jungen Leuten nicht nur für junge Leute, der jede Menge Spaß und Spannung garantiert, bei dem aber auch gleichzeitig ein ernstes Thema ins Visier genommen wird: die zunehmende Vermüllung unserer Umwelt. Realisiert wird das ehrgeizige Projekt von der Evangelischen Jugend Bad Honnef.

Man braucht ein wenig Fantasie, um sich vorzustellen, wie der Escape-Room im Untergeschoss des Gemeindehauses an der Luisenstraße einmal aussehen soll. Noch riecht es in dem ehemaligen Werkraum nach frischer Farbe: Fleißige Jugendliche sind dabei, den grauen Wänden einen weißen Anstrich zu verpassen.

Überall stapeln sich Maler- und Handwerkerutensilien. Jugendleiterin Marieke Rahn weiß allerdings ganz genau, in welchem Ambiente Rätselfreunde hier demnächst knifflige Aufgaben lösen müssen: „Hier entsteht das Büro eines Journalisten“, verrät sie.

Keine moderne Redaktion, sondern das eher düstere und etwas chaotische Arbeitszimmer eines Einzelgängers, der mit seinen Recherchen zum Thema Müll Firmenbossen auf die Füße getreten und deshalb verhaftet worden ist. Es gilt nun, den Müllskandal aufzudecken.

Die Spieler müssen Informationen suchen

„Die Spieler werden in die Rolle der Anwälte schlüpfen und in dem Raum nach entlastenden Materialien und Informationen suchen müssen.“ Rätselideen haben die jungen Leute bereits genug: „Da wir so viele verschiedene Köpfe sind, kommen auch viele gute Ideen zusammen“, meinen Amrei (18) und Ebba (15).

„Es ist eher schwierig, zu entscheiden, was tatsächlich umgesetzt wird und wie viele Rätsel die Spieler überhaupt in einer Stunde Spielzeit lösen können“, ergänzt Paul (13). Entkommen kann man aus dem Raum übrigens jederzeit, eingeschlossen wird hier keiner. „Das wäre logistisch nicht machbar und überhaupt auch viel zu gefährlich.“

Der Konfirmand ist ein begeisterter Escape-Room-Besucher: „Das ist immer eine supercoole Sache. Es macht total Spaß, gemeinsam die Rätsel zu knacken.“ Damit ist er nicht allein: Viele junge Leute, die die Jugendetage der Gemeinde regelmäßig besuchen, haben auch schon einmal in einem Escape-Room gesteckt und waren von der Idee, selber einen solchen Raum zu bauen, sofort Feuer und Flamme.

Klar war aber auch, dass es nicht nur einfach ein beliebiges Rätselspiel sein soll. „Unsere Jugendlichen haben sich ja schon viel mit Projekten beschäftigt“, erläutert Rahn. In der Vergangenheit ging es um Krieg und Frieden oder Fairtrade, jetzt ist es das Thema Müll, das in den Fokus gestellt werden soll.

Das Thema Müllvermeidung treibt die Jugendlichen um

„Die zunehmende Vermüllung ist ein Thema, das beschäftigt einen. Man hört ja überall davon und es betrifft uns alle, darum sollte sich jeder darüber schlaumachen“, betonen Amrei und Ebba. Bevor es mit der Umsetzung des Escape-Rooms ans Werk ging, wurde viel thematische Vorarbeit geleistet.

So besuchten die jungen Leute unter anderem einen Unverpackt-Laden in Köln, informierten sich im Sea Live Center über die Auswirkung von Mikroplastik auf die Meeresbewohner und diskutierten mit einem Referenten des Vereins Foodsharing.

Sie haben dabei für sich selbst auch so einiges mitnehmen können: „Wenn man Frischobst kauft, sollte man auf die angebotenen Plastiktüten verzichten und sich lieber selber einen kleinen Beutel mitbringen“, sagt Amrei.

Und Ebba ergänzt: „Es ist auch sinnvoller, regionale Produkte zu kaufen, die sind meist weniger in Plastik verpackt.“ Besonders regen sich die beiden über sinnlose Mehrfachverpackungen auf: „Die sollte man gar nicht kaufen.“ Kleine Schokobonbons, die alle noch einmal einzeln verpackt sind, zum Beispiel.

„Wir haben auch versucht, Produkte ohne Mikroplastik herzustellen, zum Beispiel Wimperntusche, Deos und Seife“, berichtet Rahn. Später wurde dann überlegt, „welches Setting wir für unseren Escape-Room haben möchten, welche Geschichte erzählt werden soll“.

Eröffnet werden soll der Raum Anfang Mai: Sechs bis sieben Leute sollen dann hier gemeinsam spielen können. Feste Besuchszeiten wird es nicht geben, der Raum öffnet nach vorheriger Terminvereinbarung.

Der Eintritt soll kostenlos sein, allerdings freuen sich die jungen Leute über eine Spende für die Jugendarbeit der Gemeinde. Vor den Sommerferien muss der Escape-Raum wieder abgebaut werden. „Wir hoffen aber, das Ganze hinterher zu einer mobilen Variante umbauen zu können“, so Rahn.