Elektromobilität in Bad Honnef: 780 PS mit Energie aus der Steckdose

Elektromobilität in Bad Honnef : 780 PS mit Energie aus der Steckdose

Ein "Motodrom" auf dem Rathausplatz. Und Formel 1 an der Steckdose. Beim Tag der Elektromobilität waren vier Mini-Rennwagen und zwei Motorräder die Zugpferde. Vor allem ein Platz im roten Ferrari war begehrt.

"Hier werden Kinderträume wahr", meinte Fritz Warnke. Der Selhofer Schützenkaiser von 2011 kletterte zur Probefahrt in einen 780 PS starken Tesla. "Das war ein Gefühl wie in einem Airbus, man wird richtig in den Sitz hinein gequetscht. So ähnlich muss es beim Formel-1-Fahren sein", sagte er begeistert. Wer auf diesen amerikanischen Wagen abfährt, muss allerdings weit über 100 000 Euro auf den Tisch blättern.

Dieses Elektroauto war aber nicht das einzige Modell, das auf dem Platz vorgestellt wurde. Mehrere Autohändler zeigten Fahrzeuge, die an der Steckdose betankt werden - BMW, Citroën, Mitsubishi, Smart und VW. Wolfgang Rother vom Bad Honnefer Autohaus Klinkenberg, das einen Golf und einen VW-Up präsentierte, meinte: "Die Leute sind interessiert an alternativen Energien, aber die Preise für die Elektroautos sind ihnen noch zu hoch. Ich bin überzeugt, in zehn, zwanzig Jahren werden die schmaleren E-Autos im Stadtverkehr verstärkt zu sehen sein. Da verbrauchen sie auch weniger als auf der Autobahn."

Eventmanagerin Helga Ebel-Gerlach hatte die Idee für den Tag der Elektromobilität: "Mich interessieren neue und umweltschonende Technologien." Nachdem auf dem Rathausplatz eine Ladestation für E-Autos aufgestellt worden war, setzte sie sich mit der Bad Honnef AG und der Energie-Agentur NRW in Verbindung, die diese Veranstaltung unterstützten. Auf dem Platz gaben sie Antworten auf Fragen zur Förderung von Elektromobilität oder deren Bedeutung für die Energiewende. Durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen könnten Schadstoffe reduziert werden; die Bundesregierung setze daher auf Anreize wie die Befreiung von der Kfz-Steuer für zehn Jahre.

Auch Elektromobilität auf zwei Rädern war ein Thema. So wurden zwei Modelle eines Elektrorollers Kumpan gezeigt. Patrick Brumm: "Die Besucher interessierten sich für Reichweite und Ladezeit." Besonders das Modell 1953 im Retrodesign imponierte. "Das ist altmodischer Look und modernste Technik in einem." Renner am Stand von Radsport Borens waren das E-Mountainbike und das Cityrad mit Elektrounterstützung. "Ich habe bereits ein E-Bike", berichtete Fritz Warnke, "damit habe ich ständigen Rückenwind beim Radfahren. Auch die Anschaffung eines Elektroautos halte ich nicht für ausgeschlossen."

Zunächst nutzten die Besucher aber erst einmal gern die Möglichkeit, Probefahrten das E-Auto-Gefühl kennenzulernen.