Bürgerinitiative Naturschutz Siebengebirge: 30 Jahre im Einsatz für die Streuobstwiesen

Bürgerinitiative Naturschutz Siebengebirge : 30 Jahre im Einsatz für die Streuobstwiesen

Das Ziel war damals klar. Eine Bebauung der Streuobstwiesen oberhalb der Schnitzenbusch-Schule sollte verhindert werden. Aus dieser Bewegung entstand vor 30 Jahren die Bürgerinitiative Naturschutz Siebengebirge.

„Nach vier Jahren Kampf, mit Unterstützung vieler Bürger, wurde die Ausweisung eines Baugebietes auf den Streuobstwiesen verhindert und die Fläche Naturschutzgebiet“, erinnerte sich Ignatz Schmitz, Vorsitzender des Vereins seit der ersten Stunde, an die Anfänge. Zum runden Geburtstag wanderten Mitglieder, Vertreter der Ratsfraktionen, Vizebürgermeister Sokratis Theodoridis, und Abordnungen der befreundeten Oberdollendorfer Vereine zu den „Schauplätzen“ der Arbeit der Initiative. Anschließend gab es einen kleinen Festakt auf der Hülle.

Dort gratulierte auch Landrat Sebastian Schuster, dankte für den ehrenamtlichen Einsatz der Initiative und würdigte die Bedeutung ihrer Arbeit. „Das ist wichtig für die Region“, so der Landrat. „Ihr Einsatz hat sich gelohnt. Sie können stolz sein auf das, was sie in den 30 Jahren erreicht haben.“ Mehr als 300 Mitglieder, davon 40 aktive, gehören der Vereinigung an.

In den 30 Jahren haben sie mehr als 100 hochstämmige alte Apfelbaumsorten angepflanzt. Insgesamt betreut die Initiative rund 250 Obstbäume. Die Mitstreiter um Ignatz Schmitz begnügten sich nicht damit, ein Baugebiet verhindert zu haben, sondern kümmerten sich fortan auch um die Bäume, die der Motorsäge entkommen waren. „Es handelte sich um 70 bis 80 Bäume, die lange nicht mehr gepflegt worden waren“, berichtete der Vorsitzende.

Seitdem liegt der Schwerpunkt der Arbeit in der Rekultivierung und Pflege alter Streuobstwiesen, Weinbergsbrachen, Magerwiesen, Hecken und Obstbäume. Schmitz: „Mit der dauerhaften Einsatzbereitschaft vieler Helfer haben wir es erreicht, herrliche und seltene Biotope zu schaffen und zu erhalten, die wichtigen Lebensraum für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten im Siebengebirge darstellen.“

Bei ihrer Wanderung ging es vom Gerätehaus neben dem Hubertus-Schützenhaus zunächst zum Dichberg, wo Dieter Laschefski, zweiter Vorsitzender, über die Pflanzen erzählte, die dort zu finden sind. Dieses Gebiet wird nur einmal im Jahr mit dem Mähbalken gemäht, um die Artenvielfalt zu erhalten und zu erhöhen. Am Zengeling berichtete der Imker Manfred Schmitz über die Bedeutung der Bienen. Er hat auf dieser alten Obstwiese Bienenstöcke stehen. Das Gelände war bis Anfang der 60er Jahre übrigens Schulweinberg der Oberdollendorfer Volksschule.

Eine Zwischenstation legten die Wanderer bei Kay Thiel ein, dem neuen Pächter des Weinberges am Heisterberg. Er informierte über die biologische Bewirtschaftung der Fläche und schenkte eine Kostprobe des Jahrgangs 2015 aus. Die restlichen Flaschen gab es dann auf der Hülle, wo zum Imbiss eingeladen war. Dazu gab es einen von Winzer Felix Pieper erst am Tag zuvor abgefüllten kalten Apfelwein – von den Früchten der Streuobstwiesen.

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