Neubürgerempfang im Rathaus

1518 neue Bürger für Bad Honnef

Auch Altbürgermeisterin Wally Feiden ist zu Gast beim traditionellen Neubürgerempfang im Bad Honnefer Rathaus.

Auch Altbürgermeisterin Wally Feiden ist zu Gast beim traditionellen Neubürgerempfang im Bad Honnefer Rathaus.

Bad Honnef. 1518 Menschen zogen im vergangenen Jahr nach Bad Honnef. Ihre Beweggründe sind so unterschiedlich wie ihre Vorgeschichten. Vier Beispiele.

Die Stadtgemeinschaft wächst. Insgesamt 1518 Menschen zogen im vergangenen Jahr nach Bad Honnef. Beim traditionellen Neubürgerempfang im Rathaus, zu dem die Stadt sowie der Kultur- und Verkehrsverein alle neu zugezogenen Mitbürger eingeladen hatten, präsentierten nun mehr als zwei Dutzend Vereine einen breiten Querschnitt des Honnefer Stadtlebens. „Tragen Sie dazu bei, dass das Leben hier besser wird“, appellierte Bürgermeister Otto Neuhoff. „Es wäre ja schade, wenn Sie sich am Lebensende in den Hintern beißen und denken: 'Ach, Mensch, hätte ich doch bloß mal was mitgestaltet'.“ Aber wer ist überhaupt neu in Honnef? Ein beispielhafter Einblick in vier Geschichten.

Christina Radetzky (65) und Lothar Rendel (63)

In Gedanken war sie nie wirklich fort. 1975 zog Christina Radetzky erstmals nach Honnef – nun zum zweiten Mal. Nachdem sie vor sieben Jahren der Liebe wegen zeitweise in den Kreis Gütersloh in Ostwestfalen umgesiedelt war, folgte Lothar Rendel ihr diesmal zurück in den Süden von Nordrhein-Westfalen. „Ebenfalls der Liebe wegen“. Seit wenigen Tagen ist Rendel im Ruhestand – „und wir hatten lange geplant, mit Renteneintritt zurück ins Rheinland zu ziehen.“

Wie sie ihren Mann für Honnef entflammt habe? „Musste ich gar nicht“, meint Radetzky. „Wir waren oft zu Besuch hier.“ Bloß, dass der Name Adenauer sie regelrecht zu verfolgen scheine, sei ihnen nicht ganz geheuer, sagt Rendel und muss lachen. In Gütersloh ist Kanzler-Enkel Sven-Georg Adenauer Landrat. Und nun wohnen die beiden an der Rhöndorfer Grenze, wo tägliche Spaziergänge direkt am Adenauerhaus vorbeiführen.

Maria Lemmer (44) und Alexandr Descov (46)

Als moldawische Spätaussiedler kamen sie nach Deutschland, leben seit Dezember in Bad Honnef. Der größte Vorzug des Siebengebirges: „Ganz eindeutig die Natur“, findet Alexandr Descov und schwärmt von erholsamen Spaziergängen durch den Wald. „Und die schönen historischen Gebäude in der Stadt“, ergänzt Maria Lemmer, „die sympathischen Menschen, die frische Luft.“ Und vor allem, da sind sich beide einig, der Rhein. „Unsere Heimatstadt in Moldau lag am Fluss Dnestr“, erzählen sie. „Mit dem Rhein direkt vor der Tür fühlen wir uns hier quasi wie zu Hause.“

Aida Mosto (54) und Schahin Rash (58)

Als der syrische Bürgerkrieg ausbrach, war es für Aida Mosto und Schahin Rash in Afrin, gelegen im Gouvernement Aleppo, nicht mehr sicher. Mit vier Kindern im Schlepptau flohen sie zunächst in die Türkei, machten sich von dort weiter auf den Weg nach Deutschland, wo ihr ältester Sohn seit Jahren lebt. Nach einem Zwischenstopp in Bonn kamen Aida Mosto und Schahin Rash schließlich gemeinsam mit den übrigen Kindern nach Bad Honnef. „In Syrien haben alle Kinder studiert“, erzählt Aida Mosto auf Deutsch.

„Aber es war nicht einfach, die Abschlüsse hier anerkannt zu bekommen.“ Ein Teil studiert in Deutschland weiter, die übrigen gehen arbeiten – unter anderem im Maritim Hotel in Königswinter. „Es ist sehr schön hier“, resümieren die beiden. „Aber die Nachbarn reden nur sehr selten mit uns, und wir sind fast immer allein. In Syrien habe wir eine ganz andere Kultur, dort treffen wir uns immer miteinander und sind häufig zusammen. Die Umstellung hier fällt uns nicht leicht.“

Julia Linder (30) und Mohammed Ibal (32)

Bad Honnef, Stadt der Liebe? Zumindest für Julia Linder und Mohammed Ibal. Die promovierte Religionswissenschaftlerin ist Honneferin durch und durch: Nach dem Abitur am Gymnasium Nonnenwerth studierte sie in Bonn Asienwissenschaften sowie Religionen und Kunst in den Kulturen Asiens. Während eines zweijährigen Forschungsaufenthalts in Nordsumatra – ihre Dissertation handelte vom modernen Buddhismus in Indonesien – lernte sie Mohammed Ibal kennen.

Es funkte auf Anhieb. Während eines Besuchs in Deutschland hielt er schließlich auf der Löwenburg um ihre Hand an. Die Hochzeit folgte im Januar 2017. Natürlich in Bad Honnef, wo beide seitdem gemeinsam wohnen. Mohammed Ibals Lieblingsort im Siebengebirge? „Die Löwenburg. Was sonst?