Picknick mit Kleiderordnung: 1000 Besucher feiern Dîner en blanc in Bad Honnef

Picknick mit Kleiderordnung : 1000 Besucher feiern Dîner en blanc in Bad Honnef

Weiß hieß die Kleiderordnung am Samstagabend im Park Reitersdorf in Bad Honnef. 1000 Besucher aus der ganzen Region feiern in Bad Honnef ein stimmungsvolles Dîner en blanc im Reitersdorfer Park.

Am 21. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond, nachdem er tags zuvor mit der Mondfähre Eagle auf dessen Oberfläche gelandet war. 50 Jahre später strahlte der Mond beim Dîner en blanc im Reitersdorfer Park auf der Erde, inmitten der Burgruine. Gut, es war zeitlich keine Punktlandung.

Doch der aufgeblasene Mond-Ballon der Sternwarte Siebengebirge mit einem Durchmesser von rund drei Metern, rundum realistisch bedruckt, war stets dicht belagert von Teilnehmern des großen Spektakels in Weiß zum Staunen und Fotografieren. Vor allem zu fortgeschrittener Stunde, nachdem die rund 1000 Dîner-Gäste pünktlich um 21.48 Uhr die Sonne eindrucksvoll mit Wunderkerzen verabschiedet hatten, leuchtete der bläulich schimmernde Himmelskörper auf dem Festgelände im Dunkel der Nacht. So nah waren die Parkfreunde Luna noch nie.

Ein klein wenig ärgerte sich Peter Hurrelmann, der Maître de Plaisir dieses Parkvergnügens, dann doch, dass das Team das Dîner nicht exakt auf den 20. Juli terminiert hatte. Aber der Abend war traumhaft: Das Wetter – wunderbar. Die Moon-Bar – maximal bestückt. Die Tische – komplett eingedeckt in der Farbe des Abends von den Blumen über das Geschirr bis zu den Leuchtern. Die Gäste – gut gelaunt und alle in Weiß.

Erlös kommt der Arbeit der Parkfreunde zugute

In Picknickkörben hatten sie Speisen und Ausrüstung, oft mit Fahrrädern oder Bollerwagen, zum Park transportiert, um hier gemeinsam zu tafeln und Spaß zu haben. Und nicht zu vergessen der Zweck der Aktion: Der Erlös fließt in die Arbeit der Parkfreunde.

Die Teilnehmer konnten neben den Getränken auch in diesem Jahr Park-Aktien zu fünf Euro das Stück kaufen. Der Großaktionär wurde mit einem Preis belohnt. Und den überreichte sozusagen der Mann vom Mond: Christian Preuß von der Sternwarte Siebengebirge kam stilecht im Apollo-Astronauten-Look.

Susanne Friedrich und Ole (8) holten für eine 20-köpfige-Gruppe aus Bonn, die die meisten Aktien erworben hatte, den Gutschein für einen Abend mit den Sternfreunden zur Himmelsbeobachtung ab. Preuß: „Es lohnt sich, Großaktionär zu werden. Wir holen ihnen die Sterne und auch den Mond vom Himmel. Vor 50 Jahren war es für Armstrong ein kleiner Schritt – heute ist es ein großer Schritt für die Sternwarte und die Parkfreunde.“

Mit den Einnahmen wird die Burgruine weiter saniert. Außerdem ist ein Wasserspielplatz in der Planung – dafür soll die Edelhoffquelle angezapft werden. Nachgedacht wird auch über eine Fontäne im Teich.

Traumhaft fanden auch diesmal wieder die Dîner-Teilnehmer den Festplatz mit der Burgruine und die mit Lampions erhellten Bäumen. Teilweise kamen sie aus Köln, Bonn und Siegburg. Auch 42 Bewohner der benachbarten Parkresidenz waren ganz in Weiß dabei. Die weiße Kleidung, die vielen Hüte – ein tolles Bild. „Schade, ich hab es verpasst, bei uns den Ascot-Hut zu kaufen, das Riesenrad hätte hier sehr gut gepasst“, sagte Andrea Beier, Edelfummelmarkt-Organisatorin im Frauenzentrum.

Schwarze Punkte auf weißem Fell

So trug sie ein kleineres Modell. Ihre Kollegin Hannelore Müller: „Eine tolle Atmosphäre, alles wirkt so elegant, so fein.“ Ganz in Weiß stand Katrin aus Ruttscheid vor fünf Jahren vor dem Altar – für das Dîner en blanc hatte sie ihr Brautkleid mit Schleppe noch einmal aus dem Schrank geholt. „Ich bin zwar bereits wieder geschieden, aber in der Zeitung stand, auch ein Brautkleid wäre möglich.“ Mit Freundin Monika hatte sie Premiere im Park. „Das ist super hier!“

Nicht ganz der Kleiderordnung entsprach Luc, der Dalmatiner von Astrid aus Bad Honnef, mit seinen schwarzen Punkten auf weißem Fell. Sogar aus Eckernförde kamen Axel Otto und Klara Runau – sie hatten selbstgeräucherten Fisch auf dem Tisch. Wieder zu beobachten bei diesem Social Dining: Viele tauschten ihre Speisen mit den Nachbarn aus, ließen probieren, es wurde erzählt und gelacht, gute Laune überall.

Nur bei dem als Mitsingaktion gedachten Auftritt der Sängerin Nadine Müller wollte es nicht so recht klappen, sie blieb dann ziemlich allein atemlos in dieser Nacht. Kim Bonnick unterhielt am Keyboard. Und Hurrelmann beschwor im Sinatra-Stil: „Fly me to the moon!“ Bei diesem Massenpicknick war der Mond ganz nah.

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