Rock am Ring: Müll, soweit das Auge reicht

Rock am Ring: Müll, soweit das Auge reicht

Silberjubiläum in der Eifel: Von Freitag bis Sonntag geht zum 25. Mal im Schatten der Nürburg das Kult-Festival Rock am Ring über die Bühne. Mehr als 80 000 Fans aus dem In- und Ausland stürmen die Grüne Hölle.

Nürburgring. Silberjubiläum in der Eifel: Von Freitag bis Sonntag geht zum 25. Mal im Schatten der Nürburg das Kult-Festival Rock am Ring über die Bühne. Mehr als 80 000 Fans aus dem In- und Ausland stürmen die Grüne Hölle. Viele sind bereits angereist und campieren Wind und Wetter trotzend an der Rennstrecke.

Das geht nicht ohne Abfall ab. Und nach drei Festivaltagen gleicht die Eifellandschaft einer gigantischen Müllhalde. "Im vergangenen Jahr waren es 643 Tonnen Müll, die unsere Leute eingesammelt und entsorgt haben", sagt Nürburgring-Sprecherin Stefanie Hohn. Etwa mit der gleichen Menge werde auch diesmal gerechnet. Die Palette reicht dabei übrigens vom vergessenen oder zerstörten Zelt bis zu Autobatterien oder Bierdosen.

Dieser Müll fällt an, obwohl der Nürburgring auf ein ausgeklügeltes Pfandsystem baut. Denn beim Zutritt zu den Campingplätzen werden von jedem Besucher fünf Euro Pfand erhoben. Dafür erhält er einen Müllsack. Wird dieser nach der Großveranstaltung voll abgegeben, gibt es die fünf Euro zurück.

Das System mit dem Abfallpfand gibt es übrigens schon seit 1998. Dito für vor Ort gekaufte Getränke ein Mehrweg-Becher-System. Dennoch bleiben Hunderte von Tonnen in Wald und Flur liegen. "Die werden von unseren Leuten eingesammelt", sagt Stefanie Hohn. 200 Helfer seien damit bis zu zwei Wochen nach Rock am Ring beschäftigt. Der Müll kommt dabei noch lange nicht auf einen großen Haufen und wird dann abgefahren.

Über sein Umweltmanagement setzt der Ring auf die Trennung von bis zu 20 verschiedenen Abfallarten. Was am Ring aber auch liegen bleibt, sind Tausende von Pfandflaschen. Da haben einheimische Jugendliche in den vergangenen Jahren eine Einnahmequelle entdeckt. Sie gehen nach dem Rock-Fest auf Sammeltour. Dabei kommen schon sehr stattliche Beträge zusammen.

Ob die Sammlung dann so ganz legal ist, sei dahin gestellt. Der Müll ist auf jeden Fall weg. Und spätestens beim Truck-Grand-Prix kommt wieder neuer hinzu.

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