Quarz: Landschaftsschützer wollen Fakten schaffen

Quarz: Landschaftsschützer wollen Fakten schaffen

Buschhovener LSK drängt auf schnelle Änderung des Regionalplans. Genehmigungsverfahren für Flerzheimer Tagebau läuft parallel. Der Landschaftsschutzverein Kottenforst (LSK) rüstet sich für die nächste Runde im Kampf gegen den Quarzabbau bei Buschhoven.

Wie berichtet, haben die Kieswerke Rheinbach einen Erweiterungsantrag für ihren Flerzheimer Tagebau gestellt. Der LSK will nun erreichen, dass die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Bergbehörde erst dann darüber entscheidet, wenn der Regionalplan geändert ist. Beim Quarzabbau überschneiden sich aktuell zwei Entwicklungen.

Kurz vor Weihnachten hatte der Regionalrat Köln einen Grundsatzbeschluss gefasst. Demnach soll der Regionalplan - eine wichtige Entscheidungsgrundlage - so geändert werden, dass bei Witterschlick eine Konzentrationszone für den Abbau eingerichtet wird.

Das Änderungsverfahren dauert einige Monate. Bei dieser politisch gewollten Lösung wäre in Zukunft keine Abbauerweiterung mehr zwischen Flerzheim und Buschhoven möglich. Davon unbeeindruckt haben die Kieswerke eine Erweiterung in eben diesem Gebiet beantragt: Der Tagebau soll binnen 20 Jahren auf einer Fläche von 23 Hektar Richtung Buschhoven wachsen - bis auf 380 Meter an den Ortsrand, so der LSK.

Die Bezirksregierung Arnsberg hat das Genehmigungsverfahren eingeleitet. Ab dem 16. Januar werden in den Rathäusern von Swisttal, Rheinbach und Alfter für einen Monat die Pläne öffentlich ausgelegt. Bis zum 29. Februar können die Bürger Einwendungen bei der Bergbehörde einreichen.

Der LSK fordert die für den Regionalplan zuständige Kölner Bezirksregierung auf, das Änderungsverfahren schnell durchzuziehen - um Fakten zu schaffen und rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. "Wir werden unsere Bemühungen im Schulterschluss mit der Gemeinde Swisttal und dem Regionalrat darauf konzentrieren, eine abschließende Entscheidung über den Regionalplan zu erreichen, bevor das Bergamt über den Erweiterungsantrag entscheidet", so Thomas Klodt (LSK).

Möglichst im März soll der Regionalrat den Regionalplan beschließen. Falls das zeitlich nicht klappt, will der LSK bei der Bergbehörde ein Moratorium erwirken, um sicherzustellen, dass zuerst der Regionalplan "wasserdicht" gemacht wird.

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