Politiker halten an Meckenheimer Schwimmbad fest

Politiker halten an Meckenheimer Schwimmbad fest

Alle Fraktionsvertreter versicherten, dass sie keine Schwimmbadschließung wollen. Spilles skizzierte zuvor, dass mit den erweiterten Öffnungszeiten die Besucherzahlen gestiegen seien und sich die Sauna besonders großer Beliebtheit erfreue.

Meckenheim. Die Beratungen zum Entwurf des Haushaltsplans sind abgeschlossen. Einstimmig bei einer Enthaltung durch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Anita Orti von Havranek, verabschiedete der Finanzausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend den Entwurf als Empfehlung an den Rat.

Zuvor beschäftigten sich die Ausschuss-Mitglieder mit den Sparvorschlägen der Bürger. Bürgermeister Bert Spilles nutzte die Gelegenheit, um immer wieder deutlich zu machen, dass es sich bei den bestehenden freiwilligen Leistungen um Ratsbeschlüsse und damit um den politischen Willen handele, der von der Verwaltung umgesetzt werde.

Alle Fraktionsvertreter versicherten, dass sie keine Schwimmbadschließung wollen. Spilles skizzierte zuvor, dass mit den erweiterten Öffnungszeiten die Besucherzahlen gestiegen seien und sich die Sauna besonders großer Beliebtheit erfreue.

Auch die Ausschuss-Mitglieder führten ihre Argumente für den Erhalt des Meckenheimer Bades ins Feld. Es werde zu zwei Dritteln von Schulen und Vereinen genutzt. Ein eigenes Schwimmbad sei außerdem ein positives Alleinstellungsmerkmal für die Stadt. Thomas Meurer (UWG) wies zudem darauf hin, dass die Ersparnisse im Fall einer Schließung des Bades nicht so hoch seien, wie es auf den ersten Blick erscheine.

Zwar koste das Bad die Stadt alljährlich 650 000 Euro, dies könne man jedoch im Fall einer Schließung nicht einsparen, denn das Bad sei weiterhin da und müsse instand gehalten werden. Eine Privatisierung sei nicht in Sicht und die Fahrtkosten für die Schüler die dann in die Nachbarkommunen zum Schwimmunterricht müssten, habe die Stadt ebenfalls zu übernehmen.

Ähnlich einig war man sich an diesem Abend bei dem Punkt Sportstättennutzungsgebühr. Sollte man diese Gebühr einführen, müssten die Sportvereine ihre Mitgliedsbeiträge heraufsetzen, was viele Sportler abschrecke, glaubt Heribert Brauckmann (FDP). Brigitte Kuchta (SPD) verwies auf die hoffentlich bewusstere Nutzung der Hallen durch die Sportvereine und Schulen. Investitionen in neue Gebäudetechnik wie zum Beispiel die neue Dreifachturnhalle, helfe unterm Strich Kosten einzusparen.

Sparpotenzial sahen Bürger auch bei der Grünflächenpflege. Dies wies Spilles zurück. Es sei beschlossen, dass sich Meckenheim als grüne Stadt präsentiere. Hierzu gebe es das Grünflächenkonzept mit entsprechendem Personalschlüssel. Dabei müsse man berücksichtigen, dass Meckenheim 46 Hektar Grünflächen habe - verteilt auf 5 000 Einzelflächen mit 8 000 Bäumen. Diese Besonderheiten machten die Pflege intensiver und teurer.

Spilles stellte fest, dass es offenbar zu diesem Thema ein Informationsdefizit bei den Bürgern gebe. Zum Thema Sicherheit und Ordnung gebe es sehr gegensätzliche Forderungen der Bürger. Die einen fühlten sich zu stark kontrolliert, die anderen zu wenig. "Wir können es nicht allen Recht machen."

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