Initiative in Ahrweiler: Pfadfinder finden den richtigen Dreh

Initiative in Ahrweiler : Pfadfinder finden den richtigen Dreh

Beim gemeinsamen Spielen mit Flüchtlingen haben die Ringener Pfadfinder viel gelernt. Intensive Gespräche haben bei den Jugendlichen beiderseits bleibende Eindrücke hinterlassen.

In den Gruppenstunden der Ringener Pfadfinder wurde viel über das Flüchtlingsthema geredet, jetzt machten sich die jungen Leute auf, um die Erstaufnahmeeinrichtung in Ahrweiler zu besuchen. Den Kontakt geplant und organisiert hatten die Vorsitzenden des Fördervereins der Pfadfinder, Michael Meyer und Walter Engelbracht.

„Das war gar nicht so einfach und bedurfte einer Menge von Genehmigungen“, wunderte sich die Stammesvorsitzende Viktoria Reifferscheid über den Aufwand vor dem Treffen. Neben dem Wunsch zu helfen, war bei den Pfadfindern Unsicherheit zu spüren, ob man mit den Menschen mit ihren anderen Sprachen, Kulturen und Wertvorstellungen überhaupt unmittelbar in Kontakt kommen könne und wolle.

Letztlich aber begegnete man sich einen ganzen Tag im Spiel und Gespräch. Die Begegnung war von Dolmetschern begleitet, ein Spielmobil war geordert, die Waffeleisen warteten auf ihren Einsatz. 24 Pfadfinder aller Altersklassen besuchten unter der Leitung von Viktoria Reifferscheid und den beiden Förderern die Einrichtung in der AKNZ.

Den knapp 200 Flüchtlingen, die dort untergebracht sind, war die Aktion angekündigt worden, auch bei ihnen waren Spannung und Neugier groß.

Zunächst wurde das Angebot des Spielmobils erkundet und ausprobiert. Immer mehr Menschen, die anfangs nur zugeschaut hatten, wurden von der Spielfreude erfasst und machten mit. Schnell hatte sich eine begeistert mitgehende und anfeuernde Zuschauertraube um das Spielfeld gebildet. Die Mittagszeit stand im Zeichen des gegenseitigen besseren Kennenlernens.

Chaos dann am Nachmittag, aber nur in Form des Chaos-Spiels mit gemischten Gruppen. Durch das gemeinsame Spiel verwischten die Nationalitäten.

Es wurde gestikuliert, gezeigt, nachgemacht, englisch geradebrecht. Alle waren ein Team, Berührungsängste waren abgebaut, es hatte sich teilweise eine Nähe aufgebaut, die Emotionen zuließ. Was blieb, waren wunderbare Erinnerungen und die Dankbarkeit der Menschen für ein bisschen Zuwendung und Akzeptanz. Es ist unter den Pfadfindern eine beschlossene Sache, dass diese Aktion wiederholt werden soll.