Ökostrom für Ahrweiler bis 2030

Ökostrom für Ahrweiler bis 2030

Ohne erneuerbare Energien gebe es nach Überzeugung des Grünen-Fraktionssprechers im Ahrweiler Kreistag, Wolfgang Schlagwein, keine bezahlbare Energie mehr.

Bad Neuenahr. "Blickte man vor Jahren vom Turm des Neuenahrer Berges nach Süden, konnte man die Wolke des Atomkraftwerks Mühlheim-Kärlich sehen, jedenfalls an den Tagen, in denen es in Betrieb war. Heute sieht man am Horizont die Windräder des Weiberner Windparks mit ihren sich langsam drehenden Flügeln." - Wolfgang Schlagwein, Fraktionssprecher der Grünen im Ahrweiler Kreistag, ist mit der Entwicklung zufrieden.

Es sei an der Zeit, dass man auch im Kreis Ahrweiler entscheide, in welche Richtung der Energieversorgung man zukünftig blicken wolle", so Schlagwein. Bereits vor Jahren habe er im Kreistag versucht, einen Wegweisungsbeschluss und einen breiten Diskussionsprozess in Gang zu setzen, mit welchen Anlagen auf welchen Flächen der Kreis Ahrweiler künftig seine Energieversorgung sichern wolle.

"Kostbare Zeit ging seitdem ungenutzt verloren. Stattdessen blieb es bei der Windenergie beim politischen Verhinderungsbeschluss, sie aus dem Kreis auszusperren", ärgert sich der Grünen-Sprecher. Im Ergebnis habe der Landkreis "es nun auf den letzten Platz im Ranking der Erzeugung erneuerbarer Energien in ganz Rheinland-Pfalz gebracht", sagte Schlagwein gegenüber dem General-Anzeiger.

"Im Juni hat der Kreistag endlich das Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2030 den Kreis Ahrweiler komplett mit Ökostrom zu versorgen. Nur die FDP im Kreistag war dagegen. Aber inzwischen verlangen sogar die Liberalen der Kreisstadt Ökostrom", erklärte der Fraktionsvorsitzende. Ohne erneuerbare Energien gebe es nach Überzeugung des Grünen-Fraktionssprechers keine bezahlbare Energie mehr.

Schlagwein weiter: "Da das marktbeherrschende Duopol von EON und RWE die Kostenvorteile des Ökostroms nicht weitergibt, ist die Zeit reif für neue Akteure in der Energieerzeugung." Tatsächlich steigerten Stadtwerke ihre Marktanteile oder würden, wie die Ahrtalwerke, "ganz neu in effiziente, dezentrale Energieerzeugung und Energievertrieb einsteigen". Dies sei keine "Posse", sondern Bestandteil der Energiewende.

"Fantasie-Fotomontagen von Windrädern neben dem Neuenahrer Berg gehören dagegen nicht zur Energiewende", meinte Schlagwein abschließend. Der General-Anzeiger hatte vor wenigen Tagen eine entsprechende Montage veröffentlicht, um deutlich zu machen, wie sehr Windräder das Landschaftsbild beeinträchtigen.

Schlagwein, der auch im Aufsichtsrat der Ahrtal-Werke Sitz und Stimme hat, ging nicht auf die vergangenen Ausschreibungen ein, die das kommunale Versorgungsunternehmen verloren hatte. Bekanntlich wird die Kreisstadt sowohl beim Strom als auch beim Gas nicht von den eigenen Stadtwerken versorgt, sondern von der im Ausschreibungsverfahren als günstiger befundenen Energieversorgung Mittelrhein (EVM).

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