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Apfelernte im Rhein-Sieg-Kreis: Obstbauern sind mit der Qualität sehr zufrieden

Apfelernte im Rhein-Sieg-Kreis : Obstbauern sind mit der Qualität sehr zufrieden

Mit ihren leuchtend roten "Bäckchen" zählen sie zu den beliebtesten Obstarten der Deutschen und werden in der Region auf zahlreichen Obstplantagen angebaut - Äpfel. Zwar soll der Apfelertrag im Rheinland laut der Landwirtschaftskammer NRW im Vergleich zu den letzten Jahren durchschnittlich um etwa 20 Prozent gesunken sein, doch die regionalen Obstbauern sind mit ihrer Frucht durchaus zufrieden.

"Der Geschmack und die Qualität der Äpfel ist in diesem Jahr sehr gut", sagt Elmar Schmitz-Hübsch, der zusammen mit seinem Sohn einen Obsthof in Bornheim-Merten betreibt. Einen Anteil daran hat vor allem das feuchte Frühjahrs- und Sommerwetter. "Die Temperaturen waren für die Früchte ausgezeichnet und haben den Äpfeln ein gutes Wachstum ermöglicht", so der 68-Jährige.

Ideale Voraussetzungen für eine gute Qualität sind neben genügend Feuchtigkeit und Sonnenlicht auch ein nährstoffreicher Boden sowie Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius. Durch Hitze hätten die Früchte zu wenig Zeit zum Reifen gehabt. Das diesjährige regionale Ergebnis kann sich aber sehen lassen: süße und saftige Äpfel, die auch vom Umfang her der EU-Norm entsprechen.

Seit der vergangenen Woche werden bei Schmitz-Hübsch auf rund 30 Hektar - das entspricht etwa 20 Fußballfeldern - die Sorten Delbar, Sansa, Gravensteiner, Summerred sowie James Grieve geerntet. Diese zählen zu den sogenannten Frühsorten und werden noch bis Ende August genussreif gepflückt. Da die Früchte unterschiedlich schnell reifen, wird der Apfelbaum, der alle 20 bis 25 Jahre ausgetauscht wird, während der Erntezeit in etwa zwei bis vier Durchgängen geerntet.

Wichtig dabei ist, dass der Apfel nicht einfach abgerissen, sondern vorsichtig am Stiel abgedreht wird. "Besonders die Frühsorten sind sehr druckempfindlich", erklärt Michael Rönn. Auch der Meckenheimer Obsthofbesitzer kann sich nicht beklagen. In der idyllischen Plantagenlandschaft, wo Rönn auf insgesamt 30 Hektar rund 80 000 Apfelbäume bewirtschaftet, tuckern ebenfalls schon jetzt die Erntetraktoren mit voll beladenen Anhängern durch die Obstreihen.

"Es war für uns bisher ein sehr schönes Jahr", so der 37-Jährige, der mit einem Apfelertrag von etwa 25 bis 30 Tonnen rechnet. Unterstützt wird er von 15 Erntepflückern. In etwa zwei Wochen - wenn die Hochsaison beginnt - erwartet er acht weitere Helfer. Obst in ausreichenden Mengen und mit gutem Geschmack bilanziert auch Rainer Dahlhausen, Inhaber eines Obst- und Gemüsehandels in Meckenheim.

Derzeit erntet der Obstbauer noch die letzten Äpfel der Sorte Discovery. In der kommenden Woche beginnt er dann mit dem Pflücken der ersten James Grieve. "Durch die momentanen Sonnentage und die relativ kühlen Nächte haben die Äpfel schon eine gute Färbung bekommen", sagt Dahlhausen, der in seinem Hofladen die inzwischen eher selten erhältlichen "alten" Sorten wie Cox Orange und Goldparmäne anbietet. Der Trend geht derzeit weg vom eher mürberen Apfel hin zum knackig-festen süßen oder sauren Apfel.

Mit der ersten Ernte von Elstar und Gala beginnt in etwa zwei Wochen die Hochsaison. Diese kann sich je nach Wetterlage bis in den Oktober ziehen. In dieser Zeit werden in einem normalen Jahr die meisten Äpfel gepflückt. Ende Oktober, Anfang November endet schließlich die Erntezeit der vitaminreichen Frucht. Durch kühle Lagerung kann der Apfel, der vor der Vollreife gepflückt wurde, in eine Art "Winterschlaf" versetzt und bis spätestens Juni angeboten werden.