Nur die Anzeige im Bus erinnert an die Kirche

Nur die Anzeige im Bus erinnert an die Kirche

In Ückesdorf gibt es kaum noch Geschäfte - Der Reihe nach verschwunden: Poststelle, Hubertushof und Lebensmittelladen - Senioren vermissen auch einen Treffpunkt

Ückesdorf. "Ückesdorf Kirche" steht auf der Anzeige des Busses 622. Es wirkt ein bisschen, als wollten die Stadtwerke damit an gute alte Zeiten erinnern. Denn eine Kirche gibt es in Ückesdorf nicht mehr. Auch der Lebensmittelladen, der Friseursalon, das Bistro sind Vergangenheit.

"Obwohl unser Ortsteil immer weiter wächst, haben wir hier kaum Läden", sagt Erwin Egler, der seit vielen Jahren in Ückesdorf lebt. Der Pensionär erinnert sich noch gut an die Zeit, als Ückesdorf noch eine eigene Poststelle gab und an die Gaststätte Hubertushof ein Lebensmittelladen mit Frischfleischthekte angeschlossen war.

"Die Nahversorgung war damals viel besser als heute", sagt Egler. Denn seit die Minimarkt-Filiale Ende 2004 geschlossen wurde, gebe es keine frischen Lebensmittel mehr. Das änderte sich für kurze Zeit, als Adi Schmitz im Mai 2005 einen Container vor der Hubertusstube aufbaute, in dem er Obst und Gemüse verkaufte.

"Das war für viele Ückesdorfer ein Geschenk des Himmels", so Egler. Weil Schmitz aber keine Baugenehmigung hatte, musste er den Laden Ende vergangenen Jahres wieder abbauen.

Doch nicht nur die Einkaufsmöglichkeiten sind in den letzten Jahren rar geworden. Den Ückesdorfern fehlt auch an ein Treffpunkt, seit das Bistum dort wo früher die Kirche stand jetzt Eigentumswohnungen bauen lässt. "Für die Jugendlichen gibt es den RAN-Treff in den Räumen des Bistros", sagt Egler, dass sei eine gute Lösung. Die Erwachsenen weichen dagegen meist in die Röttgener Kirche aus.

Überhaupt orientieren sich viele Ückesdorfer in die benachbarten Ortsteile. Eingekauft wird meist in Lengsdorf, weil dahin die Busverbindung besser ist. Zum Friseur fuhren viele schon nach Röttgen, als sie noch einen eigenen in Ückesdorf hatten. "Das wichtigste für unseren Ort wäre ein Lebensmittelladen", sagt Egler, gerade junge Familien würden davon profitieren.

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